Das Anathema
(Karte mit Punkt oder Wappen? einfügen)
Das Anathema | |
Zeitraum | |
Region(en) |
Kurzbeschreibung
Das Anathema I
77.1 – Seelander Mutander, da ist ein and’rer Die alanfanischen Seidenkissen schmiegen sich rückwärtig an die Helden und geben sich alle Mühe, hervorzüglichst elegant und bequem zu sein, doch leider haben weder Moriah oder Tungdil, noch der – was am meisten verwundern mag – maraskanische Erzmagus Dajin wirklich ein Gespür für den Luxus, in dem sie sich gerade befinden. Es ist Mitte Hesinde, als sich die drei in Gareth wiederfinden. Tungdil, begleitet durch die Leibwache, die seine Frau ihm aufgenötigt hat, voll gerüstet und stolz wie immer. Dajin in prächtiger Robe mit seinem nun frisch erlangten Titel – wer allerdings genauer hinschaut, sieht, dass der hübsche Mann gar nicht so glücklich dreinschaut. Immer wieder nesteln seine Finger am Kragen der für ihn viel zu steifen Robe und hier und da luken darunter die bunten Stoffe seiner gewohnten Kleidung hervor. Der bunteste Vogel allerdings ist wohl Moriah, die ausschaut, als habe sie die Nacht wenig bis gar nicht geschlafen. Reste der Schminke versuchen sich noch krampfhaft an den Stellen zu halten, für die sie gedacht waren, und das Dekoltée ist eventuell für ein so edles Etablissement doch etwas zu tief. Trübe flattert eine Spielkarte aus einer der weiten Rockfalten und lehnten nicht die beiden Säbel neben ihr an der Wand, säße sie nicht mit den Despoten des Tals an einem Tisch, so hätte man sie vermutlich schon längst an die frische Luft gesetzt. Die Holzvertäfelungen mit den kunstreichen Verzierungen sprechen von großem Heldenmut und hoher Fertigkeit, allerdings starren die drei Helden nur trübe auf ihr Frühstück. Sie sind hergekommen, weil die zwölf Kirchen ein großes Treffen der Patriarchen und Matriarchinnen abhalten – und bei dem sie aus irgendeinem Grund dabei sein sollten. Als seien sie irgendwie, wichtig. Tungdil nimmt einen tiefen Schluck von seinem Frühstücksbier und grinst. Er vielleicht. Gemeinsam sitzen sie nun also im Hotel Seelander, einem der besten Hotels in Gareth. Doch trotz des exzellenten Essens und den hervorragenden Barden und Gauklern, die zur Unterhaltung der Gäste auftreten, mag so Recht die Stimmung der Gefährten aufzuhellen. Dass zwei Panthergardisten, die für Moriahs Sicherheit sorgen sollen, mit finsterer Miene vor ihrem Tisch Wache stehen und alle Schausteller abschrecken hilft nicht, ebensowenig, dass jedes Essen und Getränk von den Vorkostern die Moriah und Tungdil mitgebracht haben erst einmal getestet wird. Die Nachrichten aus Tobrien sind auch nur bedingt gut. Nachdem sich der Reichsbehüter und Herzog Bernfried nach Ysilia zurückgezogen haben, haben Borbarads Truppen Viereichen ohne Gegenwehr eingenommen. Immerhin ist es mit Moriahs Hilfe gelungen, dass Königin Emer und Storko von Gareth einen Friedensvertrag mit dem Horasreich unterzeichnen konnten.
Ein lauter Knall und aufgeregte Schreie wecken die Gefährten erst so richtig auf, doch als Tungdil und Moriah schon aus der Tür heraus gerannt sind, erkennen sie, dass zwei Wagen aufeinander Gefahren sind und die Fahrer sich nun laut schreiend gegenseitig die Schuld zuschieben. Vielleicht ist auch das etwas, das den Gefährten die Stimmung versauert. Denn auch wenn Borbarad mittlerweile selbst jedem Einwohner Gareths bekannt ist, scheint für die Gefahr, die von ihm ausgeht, hier alle unberührt zu sein. Sie setzen sich wieder und nach und nach kommen immer mehr Geweihte in das Gasthaus, in Vorbereitung auf das Treffen der Götterdiener, welches in zwei Tagen im Phextempel beginnen soll.
Als es kurz darauf wieder einmal auf den Straßen einen Knall gibt, springt niemand auf, aber Tungdil gibt einem seiner Wachen ein Zeichen, um nachzusehen. Bevor der jedoch die Tür erreicht hat, wird diese aufgerissen und eine abgemagerte Gestalt in einer Robe aus feinster Seide, die aber an vielen Stellen zerrissen ist, fällt in das Gasthaus. Es ist Tarlesin von Borbra, aber sein sonst so gepflegtes glattes Haar steht wie ein Sonnenrad, seine Nase ist gebrochen und fast alle seine Fingernägel sind herausgerissen. “Sphärenschlüssel!”, ist das einzige, was er noch sagen kann, bevor er zusammenbricht.
Tungdil und Dajin eilen zu dem Mann und der Angroschim geht neben ihm auf die Knie. Moriah steht etwas abseits und beobachtet die Szene. Sie entspannt sich auch erst, als klar wird, dass ihre Gefährten diesen Mann schon länger kennen und als so etwas wie einen Freund betrachten. Seine Stimme klingt heiser durch den Raum, in dem die Musik verstummt ist, als er sagt: “Das Geheimnis ist der Sphärenschlüssel, Tungdil. Damit hat er das Tor beim Tal aufgebrochen und wird damit die Welt aufsaugen, die durch Bastrabuns Band geschützt ist. Jede Reaktion löst eine Gegenreaktion bei dem Bastard aus.” “Komm erstmal, Tarlesin. Erzähl uns, wo du gewesen bist – wir haben dort drüben guten Wein und etwas zu essen.” “Zuber!”, sagt Tarlesin sehr bestimmt. “Ich brauche einen Zuber. Dieser Zustand ist doch eine Beleidigung für alle Sinne …” Er blickt kurz entschuldigend in die Runde der Schaulustigen. “Eigentlich bin ich hübsch! Wirklich!” Sie besorgen sich also ein Zimmer, in dem sie ungestört reden und der zweite Magier ungestört baden kann. Wenn man von dem Zwerg, dem Maraskaner und der Garetherin absieht. Seufzend sinkt er in das heiße Wasser und schwere Dampfwolken umhüllen sein Gesicht fast vollständig. Er unterhält sich mit Tungdil über die Sphärenrisse über dem Tal. Borbarad greife nicht das Tal selber an, sondern nutze die Umwelt um das Tal herum für Angriffe auf Bastrabuns Bann. Das alles kann Borbarad dank des Sphärenschlüssels. Auch Dajin hat Gerüchte über den Schlüssel gehört. Rhayodan de Porcupino, ehemaliger Convocatus der schwarzen Gilde und meisterhafter Artefaktschmied (er soll sogar schwarze Augen herstellen können), wurde wohl von einem gewisser Borotin Almachios einen Schlüssel in Auftrag geben, zu einem Preis, den er nicht ablehnen konnte. Man munkelt Unsterblichkeit. Diesen Schlüssel sollte er nach genauen Vorgaben fertigen. Bei der finalen Handlung saugte der Schlüssel, den Rhayodan später Spährenschlüssel nannte, sämtliche Astralenergie aus dem Zauberer, viele davon permanent. Borotin soll bezahlt haben, den Schlüssel genommen und beim Verlassen des Ortes darauf hingewiesen haben, dass der Schlüssel dazu geeignet wäre, den Limbus auf- und wieder zusperren. Tarlesin wurde durch den Sphärenriss in den Limbus geworfen und irrte dort eine Woche umher. Dabei traf er zwei Gestalten. Gegen eines musste er kämpfen, das zweite Wesen war “… sagen wir mal, so etwas wie freundlich.” Tarlesins Augen verengen sich kurz, während er eine Seifenblase fokussiert, die vom letzten Seife aufschäumen durch die Luft tanzt. “Vielleicht auch eher …” Seine Augen folgen dem zerbrechlichen Ding und bleiben erst kurz bei Dajin, dann bei Moriah hängen. “ … redefreudig? Mitteilsam? Wollte Kontakt?” Er zwinkert. “Er hat mir viel viel viel erzählt.” Er bietet den drei Helden immer wieder an, doch zu ihm in den Zuber zu steigen – und Dajin sieht eine Chance darin, die astrale Matrix des alten Bekannten einmal auf Dämonenmale zu untersuchen. Wer so lange im Limbus herumirrt, kann eigentlich nur schwer unbeschadet davon kommen. Es ist nicht unmöglich, aber schwer. Dajin hat Tarlesin mit seinem Auge bei einer gemeinsamen Nacht mit ihm und Moriah auch genauer geprüft, aber nichts Ungewöhnliches an ihm festgestellt. 77.2 – Es gibt keine Zufälle Am nächsten Tag erhält Moriah eine Einladung zu einem Boltanspiel im Kaiserpalast und wird von Dajin begleitet. Tungdil besucht derweil den aventurienweit bekanntesten Schmied Torn Eisinger auf, in der Absicht mit ihm über verschiedene Waffen- und Schmiedearten auszutauschen. Als Tungdil eintrifft, ist Torn gerade damit beschäftigt, persönlich den Dolch der anwesenden Rumina Dranesco von Bosparan, Oberhaupt der Nanduskirche, zu schleifen. Die beiden betrachten dabei fasziniert den Vorgang. Torn hat dazu ein Tuch unter den Schleifstein gelegt und führt die Klinge auch nur sehr vorsichtig, denn sie besteht aus Endurium. Nach einer Weile hört der Schmied auf, mehr traue er sich nicht, den Dolch zu schleifen. Erst da bemerken die beiden Tungdils Ankunft und Torn stellt Tungdil und Rumina einander vor. Nach einem kurzen verbalen Schlagabtausch lädt sie Tungdil zu einem Umtrunk ein, damit er aus dem Osten und von seinen Erlebnissen mit Borbarad berichtet. Als die beiden dann jedoch gemeinsam trinken, ist sie es, die sich zuerst nicht mehr unter Kontrolle hat und mehr verrät als sie es beabsichtigt hat. Doch da auch Tungdil zu dem Zeitpunkt schon gut getrunken hat, kann er sich auch nicht mehr genau an alles erinnern. Sie berichtet, dass sie von der Phex und der Hesindekirchen angewiesen wurde zu kommen. Sie wollen sie überzeugen, irgendeinen Sohn zu verfluchen und zwar für immerdar auf ewiglich. Nicht ihren, sondern den Sohn ihres Gottes. Tungdil erinnert sich noch, sie ins Tal eingeladen zu haben, aber danach ist alles schwarz.
Moriah und Dajin besuchen am selben Abend das Boltanspiel, welches Alara Paligan ausrichtet. Alara ist nicht gerade glücklich, dass sie gegen die beiden nicht gewinnen kann, aber natürlich war die Einladung nicht nur, um einen gemütlichen Abend zu verbringen. Sie sagt, dass es ein unverzeihlicher Fehler war, dass Amir Honak, der Patriarch des Al'anfaner Ritus der Boronkirche nicht eingeladen wurde. Moriah und Dajin sollen dafür sorgen, dass er als gleichberechtigter Patriarch des Rabengottes an der Versammlung teilnehmen darf, denn er ist schon aufgrund ihrer eigenen Einladung auf dem Weg hierher. Sollte dies gelingen, verspricht sie eine Allianz mit Al Anfa, der Kirche, den Basaltfäusten und der Armada der schwarzen Flotte im Kampf gegen Borbarad.
Drei Plots: Sphärenschlüssel Alaras Queste Nanduskirche
die Phex und Hesindekirche laden Moriah am nächsten Morgen zum Frühstück ein Tungdil erzählt von der Villa von Almancha, in der Galotta lebt Höchstgeweihter Boroni Al’Anfas zuzüglich der Chef von Al’Anfa Die zwei Zweige sind zerstritten, Punin und Al’Anfa bezeichnen sich gegenseitig als Ketzer
Das Anathema II
78.1 – Unsterblich? Trotz der langen letzten Nacht bei Alara Paligan steht Moriah schon früh auf, um sich beim Kampftraining mit den Panthergardisten mental auf das Frühstück mit den Vertretern der Hesinde und Phex Kirchen einzustellen, zu dem sie eingeladen wurde. Nach einer kurzen Erfrischung sieht sie, dass auch Tungdil und Dajin schon im Schankraum sitzen und sich unterhalten. Tungdil berichtet von dem Treffen mit der Nandusgeweihten am letzten Abend. Kurzentschlossen lädt Moriah die beiden ein, sie zu begleiten und als die Kutsche bereit steht, machen sich die drei in bester Kleidung ausstaffiert, sowie die je zwei Leibwachen Tungdils und Moriahs auf den Weg.
Die Leibwachen sichern sogleich den Weg zur Kutsche ab, doch als die Gefährten aus dem Gasthaus heraustreten kommt ein alter dürrer Mann auf die Panthergardisten zu. “Eine Gabe bitte” murmelt der Alte und Dajin will schon in eine Tasche greifen, um ihn etwas Geld zuzuwerfen, als er bemerkt, wie der alte Mann eine Handbewegung macht, wie um einen Fortifex zu zaubern. Da fällt ihm erst auf, dass dieser unglaublich alte, abgemagerte und vor Dreck starrende, wie Rohezal aussieht. Ein schneller Blick mit dem Rubinauge, bei dem er auch sieht, dass Rohezal zwei der Kelche bei sich trägt, macht ihn sicher, dass es auch keine Täuschung ist.
Die Panthergardisten wollen Rohezal zurückschubsen, aber Moriah ruft ihnen zu, den alten Mann durchzulassen. Rohezal tritt zwischen den Panthergardisten durch und Dajin bemerkt, als Rohezal seinen Zauber beendet hat, dass es nicht nur ein Fortifex, sondern drei waren, die er gezaubert hat. Fast im selben Moment hört man den Aufprall mehrerer Bolzen die auf eine Wand treffen. Tungdils Leibwachen und die Panthergardisten stellen sich sofort vor ihre Schäfchen, während Dajin Rohezal packt und in die Kutsche zerrt.
Rohezal zaubert noch ein weiteres Schild an die Rückwand der Kutsche und Moriah und Tungdil folgen den beiden in die Kutsche. Moriah ist es noch gelungen, die drei Gestalten auf dem Dach eines der Häuser zu entdecken, deren Schüsse aber weiterhin an den magischen Wänden abprallen. Einer der Leibwachen Tungdils ruft noch, dass die Kutsche losfahren sollen und er sich um die Attentäter kümmern wird und die Kutsche rollt los, auch wenn sie in der dichten Straße durch das entstandene Chaos nicht schnell vorankommt. “Was macht ihr denn hier? Ihr rennt ja praktisch mit einer Zielscheibe auf dem Rücken umher. So verantwortungslos. Ihr könnt froh sein, dass ich von dem Mordanschlag auf euch gehört habe. Verkleiden müsst ihr euch, so wie ich es tue.”
Als im ersten Moment niemand antwortet und er merkt, dass selbst die Panthergardisten es nicht schaffen, ihre Nasen nicht zu rümpfen, spricht er einen kurzen Zauber, um sich selbst zu reinigen. Seinem Aussehen allerdings hilft das nicht viel. Seine Augen sitzen immer noch in tiefen Höhlen, die Wangen sind eingefallen, und an vielen Stellen schält sich seine Haut und er hustet Blut. Dajins Angebot, ihn zu heilen, winkt er ab mit der Bemerkung, dass er ein alter Mann ist, da gibt es nichts mehr zu heilen.
Nachdem die Kutsche endlich aus der Straße verschwinden konnte und sich alle begrüßt haben, erzählt Rohezal mit Schadenfreude, dass er eine Amnestie von allen Kirchen bekommen hat, und selbst die alte von Ilmenstein (Hesindegeweihte in Kuslik?) sich bei ihm entschuldigt hat. Er arbeitet jetzt im Arbeitskreis “Zwölf-Götter-Tjoste” mit und sie haben schon fast alle Liturgien beisammen, um Siebenstreich neu zu schmieden. Als er abermals Blut hustet und die besorgten Blicke sieht, winkt er ab. Es sind die Kelche, die er bei sich trägt. Sie zerren an ihm, aber auf Dajins Bitte gibt er ihm den Wasserkelch, um die Last zu verringern. Dajin merkt, dass der Kelch anders als früher aktiv zu sein scheint: Er pulsiert.
Auf die Frage, wie er von dem Attentat gehört hat, sagt er, dass er in seinen 127 Jahren so einige Leute kennen gelernt hat. Auch in Meilersgrund. Gerhalla Ragather, Oberhaupt einer der sieben großen Familien der Unterwelt, hat es ihm verraten. Er hat wohl vor einigen Jahrzehnten mal eines der Familienmitglieder ausgebildet. Die Attentäter gehören zu einer Meuchlertruppe aus Punin, die unter dem Namen Faustpfand bekannt und berühmt für ihre Scharfschützen sind. Jemand muss wirklich viel Gold ausgegeben haben, denn die sind teuer, und bei so bekannten Zielen verlangen sie bestimmt noch mehr. Da klopft es an der Kutsche und Firold, die Leibwache Tungdils, springt herein. Einen der Attentäter hat er noch erwischt. Sie sollten die Gefährten töten, damit sie nicht dabei helfen können, dass der Al’Anfaner Patriarch bei der Versammlung der Götterfürsten teilnimmt. Da sie selber niemanden von dem Auftrag erzählt haben, muss der Verräter in Alara Paligans Hofstaat sein und Moriah schickt ihr die Elster mit der Warnung. 78.2 – Bann… ich meine: Arbeitskreis Als die Kutsche an der Hesindekirche ankommt, werden die Gefährten ohne Zwischenfall mit Ehren empfangen. In der Kirche werden sie von Erynnion Quendon Eternenwacht, dem Gründer der Draconiter begrüßt, der für viele jetzt schon als Heiliger der Hesindekirche gilt. Er ist ein Magier, über 70 und 190 groß. Er spricht mit almadanischem Akzent und ist noch sehr beweglich für sein Alter. Persönlich gießt er den Gefährten Tee ein und wendet sich an Moriah: “Ich bin froh, dass Ihr den Weg hergefunden habt, und das mit so einer hohen Delegation.” Sie nickt. “Ihr ruft und wir kommen.” “Hätte ich das gewusst, dass Euch diese Gefährten begleiten, hätte ich früher gerufen … In drei Tagen wird die Magisterin der Magister in Gareth ankommen. Das ist der Grund warum wir Euch eingeladen haben.” Bei diesen Worten tritt noch eine weitere Gestalt hinzu. Die Person ist in einem grauen Seidenmantel gehüllt, der auch dessen Gesicht ständig verbirgt. Es ist der Mondsilberne, Sprecher der Phexkirche. Er ist das bekannteste Gesicht der Phexkirche – der Oberste nennt man den Mond, doch niemand kennt dessen Identität. Wem es allerdings gelingt, den Mond zu finden, der nimmt selbst seine Stelle ein. Er spricht Moriah als “junge Schwester” an und dass er davon gehört hat, dass sie Boltanspiele gewinnt, dessen Volumen höher ist, als was einmal im Jahr aus dem lieblichen Feld nach Gareth überwiesen werden solle. Er weiß wohl auch um ihre Rolle an den Verhandlungen, die sie vor wenigen Tagen noch eingenommen hatte. Ihr Ruf eile ihr voraus. Sie haben die Spielerin eingeladen, damit diese mit Rumina Dranseco von Bosparan, der obersten Nandusgeweihten spricht. Die Götter haben ihnen befohlen, das Anathema über den Enkel und den Sohn auszusprechen, aber Rumina ist noch nicht davon überzeugt. Das Anathema aussprechen bedeutet, jemanden zu verfluchen, aus dem Paradies zu verstoßen, oder anders: Die Götter geben ihren Anspruch auf die Seele auf. Allerdings soll das Anathema nur auf Borbarad, nicht seinen Bruder Rohal ausgesprochen werden. Tungdil ist irritiert, weil er bisher nicht wusste, dass Rohal und Borbarad Brüder sein sollen. Nach dem kirchlichen Glauben ist Nandus das Kind von Phex und Hesinde und Nandus hatte mindestens zwei Kinder. Den Alveraniar des verbotenen und den Alvaraniar des verborgenen Wissens. Da die Kollegin aus dem lieblichen Feld, genauer den Zyklopeninseln kommt, hat sie von dem Krieg bislang noch nichts erfahren, und den götterlästerlichen Taten die Borbarad begangen hat. Eine Weile schon beklagen die Vorsitzenden der Phex und Hesindekirche ein schlimmes Klopfen im Kopf, und sie glauben, dass es auch Rumina Dranseco als Vorsitzende der Nanduskirche betrifft. Und es ist nur zu heilen wenn Borbarad verdammt wird. “Ich selbst ertrage es nur noch mit den stärksten Rauschkräutern. Die Götter sprechen in mich hinein”, sagt die Stimme des Mondes, und die Magisterin der Magister kann vor Kopfschmerz nicht mehr schlafen. Moriah stimmt zu, den Auftrag anzunehmen, dazu bittet aber auch Dajin um einen Gegenleistung. Die Stimme des Mondes verspricht, dass die anderen Kirchen keinen Einspruch gegen die Teilnahme des Raben von Al’Anfa einlegen werden, nur mit dem Raben von Punin müssen die Gefährten noch selber sprechen. Bei der Verabschiedung gibt die Stimme des Mondes den Gefährten noch eine Warnung mit. Ein Kopfgeld vom dreifachen Gewicht oder 50 Lebensjahre wurden für ihr Leben versprochen. Aber er weiß nicht, ob es einen oder mehrere Auftraggeber gibt. Rohezal bleibt noch kurz zurück, um mit den beiden Geweihten zu sprechen. Er will eine Audienz mit den jeweils Höchstrangigen der Beteiligten des Arbeitskreises “Zwölf-Götter-Tjoste”. Er legt die 16 Pergamente vor die beiden. “Dies sind die gesammelten Liturgien, die ihr sucht und glaubt mir: Wir werden die Kelche haben zu diesem Zeitpunkt, auch wenn wir Selem umgraben müssen. Ich erlaube und leihe euch großherziger Weise diese Pamphlete zur unmittelbaren Abschrift für die nächsten zwei Tage. Die trollischen Runen sind schwierig und sorgt dafür das jeder hier im Raum eingeladen wird zum Treffen des Arbeitskreises “Zwölf-Götter-Tjoste„.” Auf der Rückfahrt diskutieren sie die Gefahr, ob ein Anathema auf Borbarad sich auch auf seinen Zwillingsbruder Rohal auswirken kann. Rohezal meint zuerst, dass keine Gefahr besteht, da Rohal im Gegensatz zu Borbarad nicht wiedergekommen ist. Da erzählt ihm Dajin von Rohal und seiner Veränderung, seit er verschwunden ist. Die Gefährten sollen trotzdem versuchen, die Nandusgeweihte zu überzeugen, und Rohezal will nochmal mit den Geweihten reden, ob das Anathema eine Gefahr für Rohal bedeuten kann. Bezüglich des Sphärenschlüssels Borbarads will Rohezal über Erynnion Quendon Eternenwacht Kontakt mit den Menacoriten aufnehmen. 78.3 – In Vino Veritas Rumina nimmt Moriahs Einladung gerne an, und sie treffen sich Abends zum Boltan spielen. Als Rumina ankommt, trinkt sie zuerst mehrere Schnäpse. Vermutlich leidet auch sie an dem ständigen Pochen im Kopf. Beim Spielen erzählt erst Moriah ihren Weg zu den Gezeichneten und lenkt das Gespräch auf alles, was davor passiert ist, was ihre Gefährten eher erzählen können. Am Ende weint Rumina und verspricht, das Anathema zu unterstützen. Sie sprechen noch theoretisch mit ihr darüber, was passieren kann, wenn Borbarads Seele gebannt wird und Rohal doch auf Dere ist. Rumina weiß aber nicht, was das Mysterium von Kha mit den beiden Seelen vorhat, daher ist dieses Gedankenspiel um Rohal und Borabrad schwierig. Es ist nach Mitternacht als die Gezeichneten sich verabschieden und Rumina auf den Weg in ihre Unterkunft begleiten wollen. Als sie gerade die Gaststätte verlassen, taucht ein Bote Alara Paligans auf und spricht sie an. Er berichtet, dass die Kaisermutter anscheinend die Laus im Pelz gefunden hat und die Helden den Raben von Al’Anfa retten müssen. Es soll ein Attentat auf ihn ausgeführt werden beim Heldenfriedhof. Es sollen wieder die Puniner involviert sein, die schon den Anschlag auf die Gefährten verübt haben – sie rechnen also mit mehreren, hoch effizienten Armbrustschützen. Noch in derselben Nacht brechen die Gefährten in Richtung des Heldenfriedhofs auf, denn die Zeit ist knapp.
Das Anathema III
79.1 – Schwarze Federn auf weißem Grund
Moriah ist gerade so fertig geworden den Brief von Alara Paligan vorzulesen mit der Bitte um Hilfe für den Al Anfaner Patriarchen, da sind die drei Gefährten schon auf den Weg aus dem Wirtshaus. Doch kaum hat Tungdil die ersten Schritte aus dem Wirtshaus heraus gemacht, stöhnt er und in einem langen Strahl verteilt er sein Nachtmahl in den frisch gefallen Schnee, bevor er zusammenbricht. Vermutlich ist er vergiftet worden, doch auch Dajins Klarum Purum hilft nur soweit, dass Tungdil sich von selbst wieder aufrichten kann, nur um sich gleich noch einmal vor das riesige Pferd des gerade vorbereitenden Jabals zu übergeben.
Bereits wenige Tage nachdem sie Yasinthe von Tuzak in Belhanka abgeholt hatten, hatte sie ihn, den “schwarzen Wolfslöwen von den Zimtinseln” zum Göttinnnendienst geladen. Mit Verweis auf seinen Dienst hatte er höflichst abgelehnt. Der gute XXX hatte ihn für verrückt erklärt. Lange hatte er mit ihr und sich gerungen, bis sie ihm Nahe Perricum das Versprechen abnahm, ihr seine Aufwartung in Gareth zu machen, sollten seine achso wichtigen Dienste es zulassen. Natürlich hatte sie ihren Willen bekommen. In den letzten Stunden die süßeste Niederlage seines Lebens beigebracht. Das verträumte Lächeln eines Halbwüchsigen auf den Lippen ritt der hünenhafte Rondrageweihte fast arglos durch das verschneite Gareth.
Trotzdessen ist er in der Lage schnell auf Tungdils Anweisungen zu reagieren, der sie anweist, ohne ihn loszureiten. Über ihnen erfüllt das wütende Kreischen von Raben den Nachthimmel und zwischen die Schneeflocken mischen sich schwarze Federn.
Auf dem Weg führt Moriah die kleine Gruppe durch dunkle Gassen um den Menschenmengen auf den Hauptstraßen, die auch jetzt noch unterwegs sind, aus dem Weg zu gehen, und Dajin nutzt die Zeit, um Jabal zu erzählen, was geschehen ist. Als sie aus der Stadt kommen und die Felder auf der einen, und die bedrohenden Bäume der Dämonenarche auf der anderen Seite beginnen, nehmen sie Tempo auf, trotz der schwierigen Bedingungen. Schon nach wenigen Minuten bricht Dajins Pferd unter ihm weg. Kurzentschlossen beschließt Dajin vorauszufliegen. Als er sich in die Lüfte erhebt, sieht er nicht weit entfernt zwei Raben, die sich gegenseitig bösartig attackieren, als wollten sie sich umbringen. Er zögert kurz und entscheidet sich doch dazu auf die beiden Raben zuzufliegen in der Hoffnung sie vielleicht auseinandertreiben zu können. Es ist so, als würde er zwischen zwei sich bekämpfende Tiger springen. Er bemerkt gar nicht richtig, was dann passiert, als er auf einmal mit zwei gebrochenen Flügeln und von Krallen aufgerissenen Leib Richtung Boden stürzt.
Jabal und Moriah sind derweil weiter geritten, als beide den Ruf eines Falken hören. Kurz darauf muss Jabal sein Pferd Erger herumreißen, als etwas vor ihm auf den Boden stürzt. Halb Tot, liegt der zurück verwandelte Dajin auf dem Boden. Er überlebt aber dank Moriahs schneller Reaktion die ihm ihrenBalsamring anlegt und den Heiltrank eines der Panthergardisten verwendet. Dajin überlebt, behält aber eine feine Narbe im Gesicht, die nicht mehr verschwinden wird.
Als Dajin die Augen aufschlägt, ruft er: “Die Raben! Die Raben, sie kämpfen!” Jabal schaut grimmig, “Ein Patriarch wird den anderen töten.” Wieder sind Schreie zu hören, aber diesmal menschliche. Dajin wirft sich seinen warmen Umhang über und springt hinter Jabals aufs Pferd und die Gruppe gibt den Pferden die Sporen. Moriah eilt davon, da Jabals Pferd Erger hin und wieder auf dem glatten Boden ausrutscht, aber auch sie muss anhalten, als vor ihr eine undurchdringlich pechschwarze Wand auftaucht.
79.2 – Ins Dunkel
Die Panthergardisten sind nicht so reaktionsschnell und beide schlittern auf ihren Pferden an Moriah vorbei, durch die dunkle Wand. Nach wenigen Augenblicken kommt einer der Panthergardisten wieder zurück, begleitet von einer Welle der Müdigkeit, die aus der Dunkelheit kommt, und schlafend fällt er vom Pferd. Jabal und Dajin haben derweil Moriah eingeholt, und als Kampfes Lärm und Todesrufe aus der Dunkelheit kommen, zögert Jabal nicht mit gezogener Waffe hineinzurennen.
Es ist stockdunkel, doch hier spürt er noch viel mehr die dämonische Präsenz der Dämonenbrache und wie die Äste nach ihm greifen. Ein Armbrustbolzen trifft Jabal im Arm, die Feinde können sehen. Er schließt die Augen und sagt: “Graufang, leih mir deine Ohren.” “Ich leih dir meine Nase.” Und er riecht alles.
Auf der einen Seite sind es die Punier Auftragssöldner. Sie werden aber ergänzt durch Männer in Kaputzen, die die den Basaltfäusten, die den Patriarchen beschützen, gegenüberstehen. Allen Attentätern ist gemein, dass sie stark nach Weihrauch - wie er im Borontempel des Punier Ritus verwendet werden - riechen. Der zweite Panthergardist der zuerst noch im Dunkel verschwunden war kann sich von den Bäumen die ihn gegriffen haben losreißen und stolpert aus dem Dunkel heraus. Seine Rüstung ist zerstört und auch wenn es im Dunkeln schwer zu erkennen ist, sieht es aus, als ob die Bäume ihm große Teile seiner Haut vom Leib gerissen haben. Moriah befiehlt ihm, seinen Heiltrank zu benutzen und tritt in die Dunkelheit, gefolgt von Dajin. Selbst mit seinem Rubinauge hat er nichts durch die Wand gesehen, und auch als er hinter Moriah in die Dunkelheit tritt, sieht und nur sie und Jabal in seiner Wolfsgestalt Gold leuchten. “Bei den Göttern, haltet ein!” ruft Moriah ins Dunkel, sie nutzt ihr Zeichen erst nur leicht, aus Angst es später noch mehr brauchen zu müssen. Doch der Kampf hört nicht auf - die Wut zwischen den beiden Fraktionen zu groß. Einem der Armbrustschütze will Jabal gerade den Kopf abreißen, als sich aus der Kutsche eine Hand zeigt, diese auf einen weiteren Armbrustschützen zeigt, der gerade auf Jabal anlegen wollte. Dieser nimmt die Armbrust und schießt sich selbst in den Kopf. “Die Gezeichneten sind hier, wir brauchen euch als Einheit!”, ruft Moriah noch einmal, diesmal ruft sie die volle Unterstützung der Elster herbei, und die Waffen verklingen, aber es ist immer noch dunkel. “In einer Zeit, in der die Götter Menschen zeichnen, brauchen wir Aventurien geeint hinter uns. Ihr glaubt an denselben Gott, ihr sollt nicht gegeneinander kämpfen sondern vereint stehen“
Aus der Kutsche dringt eine charismatische Stimme: „Ich weiß wer diese Frau ist, ihr solltet auf sie hören.” “Glaubt nicht, dass ich nicht weiß wer ihr seid, Amir Honak!”, ruft einer der Golgariten. Mit einem Schlag verschwindet die Dunkelheit. Der Boroni der Amir Honak geantwortet hat stellt sich als Lucardus von Kemet heraus. Er ist der Gründer der Golgariten. Aber anstatt der Golgariten Roben trägt er eine Meuchlerkutte. Das würde er nie machen, wenn er im Auftrag des Raben von Punin handelt. Jabal spuckt hörbar aus, als er die Meuchlerkluft der Angreifer sieht und hadert mit seinen Loyalitäten „Und du bist das zweite Zeichen? Ich habe von dir gehört. Aber dieser Mann ist ein Ketzer, denn er verstößt gegen alle Bestandteile unseres Glaubens!” Amir antwortet leicht spöttisch, „Ich wurde vom Kaiser persönlich eingeladen.” Moriah mischt sich ein: „Wir sind im Namen des Kaiserreichs unterwegs und sollen dafür sorgen, dass alle Seiten friedselig sind. Wir brauchen euch beide lebend für dieses Gespräch.“ Amir steigt aus der Kutsche, winkt kurz und sein Gefolge schart sich um ihn herum. Er hebt den Kopf einer seiner toten Sklavinnen auf, die sich wohl in die Schussbahn eines Bolzen geworfen hat um ihn zu beschützen. “Er wird sie mir ersetzen müssen. Ich will nur meiner Wege gehen und der Einladung folgen. Ich habe hier keinen Zwist.“ Kemet schaut Moriah an „Ihr habt ein Unglück beschworen und werdet es für die Zukunft tragen müssen. Männer wir ziehen uns zurück.“ Moriah ruft hinterher: „Haltet ein” „Was noch? Ich werde ihn hier nicht töten.“, “Auch solange Borbarad auf Erden wandelt?“ “Ja.“, und Kemet sieht dabei so aus, als ob er Gift schlucken musste. Mit einem letzten Blick zum Patriarchen dreht er sich ab. „Wir sind noch nicht fertig!”
Auf dem Rückweg begleiten Moriah und Dajin den Patriarchen in der Kutsche. Amir Honak ist ein sehr charismatischer Mensch,ein Anführer. Zartgliedrig, dünn und trotzdem repräsentiert er eine riesige Macht und Dajin und Moriah fühlen sich beide zu ihm angezogen. In der Kutsche ist es durch ein Kohlebecken angenehm warm, es duftet gut, und eine weitere Sklavin von Amir schenkt warmen Wein ein. „Moriah Redo, richtig?“ er lächelt „Und Dajin, das zweite Zeichen?“ Beide sind seinem Charme zu sehr erlegen, um ihn zu korrigieren. “Ich habe schon oft von euch gehört und dass ich euch an meinen Hof holen soll. Warum kommst du nicht nach Al’Anfa und gründest eine Grandenfamilie auf dem Silberberg?“. “Vielleicht eines Tages, wenn ich die Sache mit Borbard überlebe„, antwortet Dajin lächelnd. Der Rabe antwortet: “Der Herr Boron zeigt mir nicht den Weg des Todes und der Lebenden. Deswegen kann ich euch da keine Informationen geben“ Nach einer Weile wird der Patriarch aber geschäftlicher. “Der Kaiser hat mich gerufen. Wie gedenkt er denn, die Unstimmigkeit in unserem Glauben zu lösen?” „Es ist Alara Paligan, die uns schickt.“ „Ich erinnere mich an sie. Sie wurde damals wie eine junge Stute verschachtert. Ich bin überrascht, dass sie so lange überlebt hat.“ Es stellt sich heraus, dass Amir nicht wirklich viel weiß, was im Mittelreich die letzten Jahre passiert ist. Der Rauschtraum auf dem Silberberg scheint doch mehr als nur ein Gerücht zu sein, und er stellt sich immer mehr als Mystiker, denn als Machtpolitiker heraus. Amir Honak glaubt, dass noch Kaiser Hal regiert, und in seinem Verständnis ist Alara auch nicht von mehr Bedeutung, als die dritte Tochter irgendeines Fürsten. Im ersten Morgenlicht erreicht die Kutsche Gareth und sie kommen nur noch langsam voran, was Amir merklich ungeduldig macht. Doch noch bevor Amir fragen kann, warum sie nicht die Leute von der Straße peitschen lassen um Platz zu machen, erscheinen ein paar Panzergardisten um den Gast zu Palast zu bringen. Dort empfängt Alara ihren Gast. Zum ersten mal sehen die Gefährten sie in ihrem Kaiserinnenkleid. Man merkt ihr an, dass sie es gewohnt ist, vor tausenden Leuten aufzutreten. Mit einem kaum merklichen nicken, dankt sie den Gefährten, bevor sie mit Amir Hand ind Hand in den Palast verschwindet.
79.3 – Der goldene Jabal
Zwei Tage später bekommen die Gefährten eine EInladung von Alara. Vor dem treffen werden sie im Palast noch einmal gewaschen und neu gekleidet.
Im Saal sitzen Alare und Amir in trauter Zweisamkeit. In der mitte des Raum steht eine Waage.
Die Gefährten verneigen sich vor den beiden und Amir steht auf und ergreift das Wort. „Ich möchte mich noch bedanken bei euch, die mir mein Leben gerettet haben. Als Belohnung kann ich euch anbieten, dass ihr und eure Familien auf ewig in meinen Dienst treten, oder mit Erlaubnis der Kaiserinnenmutter, die mir etwas leiht, biete ich euch an, euer Gewicht in Gold aufzuwiegen.” Er bietet Dajin den Freundesgruß an. „Freund Dajin“ “Ich wünsche mir nur, was ich mir von allen götterfürchtigen Wünsche. Den Kampf gegen Borbarad“ „Borbarad will den Platz Borons, also ist dies kein Wunsch den ich dir erfüllen muss. Vielleicht können wir uns heute nacht ja noch Wünsche erfüllen. Sei dir meiner ewige Freundschaft gewiss. Ich habe schon oft von deinem Tal gehört, vielleicht komme ich es einmal besuchen, aber ich bin mir sicher, dass wir gute Beziehungen haben werden.“ Jabal wählt das Gold als Belohnung, welches er seiner Kirche spenden will. Als er auf die Waage tritt werden Unmengen von Goldenen Geschmiedet hereingebracht und am Ende liegen 160 Stein Gold im Wert von 6000 Dukaten auf dem anderen Ende der Waage. Als Moriah an der Reihe ist, entscheidet auch sie sich für Gold, da ihre Blutlinie schon Jabal versprochen ist. Da mischt sich Alara ein. Da Moriah etwas hager ist, soll Amir ihr doch bitte erlauben einen Stellvertreter zu benennen und so steigt Jabal noch einmal auf die Waage.. Beide suchen sich ein paar Schmuckstücke heraus und bekommen den Rest als Schuldscheine von der Nordlandbank. Danach wurde der Saal aufgeräumt und die Gefährten wurden darum gebeten sich mit an den Rand zu setzen. Denn der nächste Gast ist der Rabe von Punin, der von 2 Golgariten begleitet wird. Moriah schickt sogleich ihre Elster los mit der Bitte um Frieden. Die beiden Patriarchen stehen einander gegenüber und der Rabe von Punin spricht zuerst. “Bis er weg ist?” und Amir antwortet sogleich, “Bis er weg ist!”. Danach umarmen sich kurz, drehen sich Hand in Hand zu den Gezeichneten und verbeugen sich kurz. Alara strahlt und nach dem der Rabe von Punin wieder gegangen ist ohne auch noch ein weiteres Wort mit Amir zu wechseln, beginnt eine große Feier. 2 Tage später bekommen die Gefährten eine weitere Einladung. Im Sonnentempel von Gareth sitzen im Zentrum 14 Gestalten darunter die 2 Boron Patriarchen und die Nandusgeweihte. Sie tragen tragen Roben ihres Standes, güldene Masken die ihre Götter repräsentieren und goldenen Schmuck . Schon bei dem Anblick sind die zahlreichen Zuschauer, die sich versammelt haben, wie erstarrt. Sie wirken wie Götter, und jeder denkt sich, dass Borbarad nicht gewinnen kann, denn hier sind zweifellos die Götter versammelt. „Wir sind hier zusammengekommen, da dieser junge Mann, diese Frau und diese junge Frau, in Götter statt uns etwas zu erzählen haben”. Der lodernde Praios zeigt zuerst auf einen Mann mit der goldenen Maske des Phex, dann eine Frau mit goldener Hesindemaske und als letztes auf die Nanduesgewiehte. Dann beginnt das Anatema „Im Namen der Allweisen Herrin. Weisheit als Weg zur Wahrheit allen Anwesenden. Freundinnen und Freunde des arkanen Wissens; ihr seid hier zusammengekommen, um Ratschluss wider den zu halten, den ihr den Bethanier, den Sphärenschänder, den vielfach Verfluchten nennt. Möge die Herrin euch allzeit erleuchten. Auch wir, deren Wege vom Willen der Zwölfe geleitet werden, haben Ratschluss gehalten über Gesichte, die uns zuteil geworden sind und die ebenfalls das Wesen desjenigen betreffen, dessen Name fürderhin den Fluch der Zwölfe tragen soll.“ Haldana von Ilmensteins erhebt kaum ihre Stimme, dennoch trägt sie bis in den hintersten Winkel des Saals. „aUfgrund der Uns durch den Willen der Herrin Hesinde zuteil gewordenen Weisheit und Kraft Unseres Amtes als Verkünderin dieser Göttlichen Weisheit, erklären Wir, Haldana von Ilmenstein, hiermit vor Göttern und Menschen …“ Der Phex-Geweihte übernimmt die Rede: „Aufgrund des Willens des Flinken, der die Bahn aller Sterne und die Wege aller Menschen kennt, erleuchtet durch sein Mondlicht und sein Sternenlicht, erklären Wir, Mharbal al'Tosra, durch Phexens Wille Stimme des Mondes, hiermit vor Göttern und Menschen Die Nandus-Geweihte fährt fort: „Weisheit in Gedanken und Entschlossenheit in der Tat. Auf dass es nicht verschlossen bleibe vor Göttern und Menschen, erklären Wir, Rumina Dranesco, Dienerindes Nandus und Vermittlerin der Weisheit …“ Es ist, als ob der Chor der Drei die Klänge der Sphären in LOS' Harmonie widerspiegelt und das Licht der Gleißenden Zitadelle von Alveran im Saal erklingen lässt. Auch Marbos Trauer, Ka’s Zorn und Ucuris Wille scheinen aus den Dreien zu sprechen. “… dass Er vom Blute Hesindes und vom Blute des Phex, aus dem Willen Nandus' und der Kraft einer Sterblichen, Er, der den Funken der Göttlichkeit willentlich verneint und sich gemein gemacht hat mit den Erzfeinden der Götter, den Erzfeinden der Ordnung Los' und der Kraft Sumus, um in Hybris, wie sie sonst nur dem, dessen Name genommen wurde, zu eigen war, aufzusteigen, wohin sein Weg nicht führen sollte, der der Ordnung Los' Hohn spricht und die Kraft Sumus schändet, der das Sikaryan wider das Nayrakis kehrt; Er, der von frühester Zeit bis zu heutiger Zeit viele Namen geführt und viele Leiber getragen, der das Licht Nandus' schwächte, der die Völker der Zwölf ein Bande zu legen versuchte und ihre Seelen in Ketten, Er sei ausgestoßen aus der Gemeinschaft aller Wesen, deren Wirken aus Los' Wollen und deren Leben aus Sumus Leib. Borbarad, Apostata Deorum, Multitudinem Insanctum, Damnatus Sit Ab Origenem In Eterniam.“ Stille im Saal. Lange Zeit. Sichtlich erschöpft fassen die drei Geweihten sich an den Händen und abwechselnd heben sie erneut an zu sprechen: „Der Segen Hesindes der Herrin sei mit euch in diesen Tagen, auf dass ihr eure Entscheidungen prüft und wägt, der Segen Phex des Herrn sei mit euch, auf dass ihr eure Entscheidungen zur rechten Zeit trefft, der Segen Nandus sei mit euch, auf dass Weisheit, Wort und Wille eure Waffen werden. Gloria in Alverane Duodecime. Sanctus. Sanctus. Sanctus.“ Totenstille im Saal. Die drei Geweihten stehen, vor Erschöpfung zitternd, aber mit zufriedener Mine, vor dem Publikum, in das nur langsam wieder Bewegung kommt. Jedem im Saal scheint bewusst zu sein, dass er hier soeben Zeuge eines bedeutsamen Ereignisses geworden ist: Das hier Geäußerte ist keine simple Darstellung Sterblicher, kein weltlicher Kirchenbann (daher entfällt auch die Wiedholung des Bannes an den folgenden sechs Tagen, wie es bei einem 'normalen' ANATHEMA der Fall wäre). Es ist der Wille Hesindes und Phexens, kundgetan durch die Stimmen der höchsten Geweihten der beiden zwölfgöttlichen Geschwister. Mit anderen Worten: ein echtes, großes Wunder, dem die Helden teilhaftig wurden! Eine schier endlos weilende Stille legt sich über den Saal, denn alle fühlen, dass aktuell die Götter auf sie herabblicken und die Herzen wärmen sich, denn die Götter sind mit den anwesenden und damit wird man Borbarad aus dieser Welt entfernen. Als wieder Leben in den Saal kommt tritt Rohezal auf die Gefährten zu und lernt zum ersten mal auch Jabal kennen, aber er wirkt nicht glücklich und sagt, dass sie nicht auf ihn gehört haben. Er befürchtet, dass nun auch Rohals Seele von den Göttern aufgegeben worden ist und dass den Seelen Borbarads und Rohals Unbeschreibliches droht.