abenteuer:g72:ein_neuer_herzog

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abenteuer:g72:ein_neuer_herzog [2023/04/22 17:03] – angelegt nassiriusabenteuer:g72:ein_neuer_herzog [2025/07/19 12:25] (aktuell) nassirius
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 ====Ein neuer Herzog I==== ====Ein neuer Herzog I====
 +70.1 – Unverhoffte Bekanntschaft
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 +Während die Besatzung des Adlers noch traurig auf das feurige Spektakel blickt, welches Borbarad auf Sumus Kate anrichtet, wird der immerwährende Regen nach und nach von Schneeflocken ersetzt. Auffällig neben der brennenden Insel ist auch, dass die Plagenbringer die nach Ysilia abgedreht war, kaum noch voranzukommen scheint. Das Ritual hat wohl dafür gesorgt, dass Borbarad seine Kontrolle über den Teil des Omegatherions hier verloren hat und dieses nun im Wasser auch die Plagenbringer bekämpft.
 +Die Gefährten einigen sich Ysilia wenigstens kurz vor dem bevorstehenden Angriff zu warnen. 
 +Sadragon, der wie die beiden Druidenschüler die sich bislang etwas verängstigt in die Mitte des Adlers verdrückt hatte, stellt sich zu Xindra und deutet nach Süden gen Viereichen.
 +In der Richtung sehen wir am Strand des Yslisee einen einsamen Reiter auf einem großen Pferd, der in vollem Tempo vor einem kleinen Rudel Karmanthi flieht und sich durch den Schnee kämpft.
 +Schnell bringt Björn den Adler hinab, und der adlige mit dem Wappen derer von Dunkelstein erschrickt erst bei dem Anblick des Adlers, doch das ändert sich schnell als Tungdil und Jabal vom Adler springen und sich den Karmanthi entgegenstellen, die sich auch schnell in den Niederhöllen wiederfinden.
 +Der Adlige, der sich ebenfalls mutig den Dämonen entgegengestellt hat, nachdem die Nummern ausgeglichen waren, stellt sich als Baron Tremal von Viereichen vor. Er ist 1,9 Schritt groß, hat blondes Haar und eine harte Ausstrahlung.
 +Viereichen ist zwar nur eine relativ kleine Baronie, aber sie beheimatet das Grab Jarlaks und ist somit ein wichtiger Teil der tobrischen Geschichte.
 +Tungdil erkennt auch, dass Tremal die Smaragdlöwin trägt. Das Schwert wurde vom Erzengel Mythrael als eines von 12 Schwerter an die Menschen gegeben 
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 +“Ich trage wichtige Kundschaft. Der zukünftige Herzog soll hinter Katenberg einen geheimen Weg gegangen sein, um zurück nach Ysilia zu kommen, und so hat man mich kurz hinter Viereichen gestellt, als ich über die Nebelberge gehen wollte.” 
 +Bernfried ist seiner Armee, die aus dem Süden kommt, vorausgeeilt, weil er sich in Yslia zum Herzog ausrufen lassen möchte. Aber damit Bernfried durch das Tor am Ende des geheimen Pfades hier treten kann, braucht es Sadragon. Dies war das Ziel von Tremals Ritt.
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 +Da auch die Gefährten den zukünftigen Herzog Bernfried aufsuchen wollten und der neu gekürte Sadragon ebenfalls bei ihnen war, begleitet Tremal die Gefährten auf dem Adler.
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 +Als der Adler wieder aufsteigt, ist zu sehen wie der Yslisee sich rot verfärbt und Erinnerungen an die Prophezeiungen setzen ein. “und dann werden die Wasser blutig und die Brunnen sauer, der Regen brennend und das Land schimmelig.”
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 +70.2 der Herzog aus den Wurzeln
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 +Um die Burg Nevelung streifen mehrere Rudel an Nebelwölfen.
 +Der junge Sadragon hatte auf dem Flug lange mit Xindra gesprochen, strafft sich nun, und steigt vom Adler hinab und wird von den Nebelwölfen empfangen. Sie scheinen sich kurz unterhalten zu haben, denn Sadragon kommt nach wenigen Minuten zurück und sagt, dass wir zum alten Baum müssen. Tungdil und Dajin ahnen schon, dass es ebenjener Baum ist, mit dessen Hilfe sie vor einigen Jahren auf Sumus Kate gekommen sind.
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 +Eine halbe Stunde zu Fuß später, erreicht die recht große gewordene Gruppe den Baum.
 +Er muss der älteste Baum in diesem Wald sein, denn sein Stamm hat etwa 40 Schritt Umfang. Es ist einer der Urbäume um den herum der Nebelwald gewachsen ist.
 +Auch dieser Baum scheint es nicht gut zu gehen. Vermutlich ranken seine Wurzeln bis Sumus Kate, und viele der Bäume dort sind dessen Kinder gewesen.
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 +Sadragon geht vor dem Baum auf die Knie und bittet mit hoher Stimme sein Tor zu öffnen.
 +Der Baum schaut den jungen Mann an, “Du kannst mir viel erzählen. Mich haben die letzten zwei deiner Vorgänger schwer enttäuscht. Warum sollte ich dir geben, was du verlangst, wenn derjenige, der den Weg benutzte, noch nicht mal die Herrscherinsignien trägt?” 
 +Daraufhin spricht Tungdil den Baum an und begrüßt ihn. Der alte Baum erkennt ihn und auch Dajin, und die beiden sprechen sich für Sadragon aus, dass dieser vertrauenswürdig ist. Da öffnet sich zur Überraschung Tremals eine Öffnung im Baum und Bernfried tritt schimpfen heraus. Tremal war schon daran, seine Axt zu holen, als der Baum nicht auf Sadragon hören wollte.
 +
 +Bernfried sieht aus, als ob er schon ein paar Tage im Erdgang unter dem Baum steckte
 +Er klopft sich den Dreck von seiner Kriegeruniform, schaut sich um und erblickt Tremal.
 +“Tremal! Mein Vater hat dir schon immer vertraut und so tue ich es auch. Danke für deine Rettung.“
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 +Die Gefährten gehen auf die Knie und grüßen Bernfried ebenfalls. Nach der Vorstellung berichten sie von der Schlacht bei Eslamsbrück und dass Diethard gefallen und Walpurga genommen worden ist.
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 +Bernfried fährt sich über die Augen „Warum fallen diese entscheidungen so verdammt schwer. Ich muss schnellstens nach Ysilia.“ 
 +Etwas betreten schaut Dajin kurz, bevor er von Fyrnbarts letztem Auftrag berichtet, aber Bernfried winkt ab. Selbst mit Moriahs Einsatz des Zeichen wehrt er sich davon, nicht nach Ysilia zu gehen.
 +“Aber ich muss nach Ysilia und den Kronrat davon zu überzeugen, mich zum Herzog auszurufen. Sie werden es niemals tun, wenn ich nicht persönlich bei ihnen auftauche. Wenn ich wenigstens die Throninsignien hätte.”
 +Da tritt Temal erneut vor mit einer Holzkiste, die er von seinem Pferd geholt hat und kniet sich vor Bernfried. “Ein Geschenk meines Bruders. Er hat sie auf den Schlachtfeldern vor Mendena eurem toten Vater abgenommen. Er kam vor wenigen Tagen erst bei mir an mit der Anweisung, sie sofort zu euch zu bringen.“
 +Bernfried nimmt die Kiste, aber bevor er sie öffnen kann, bittet Tungdil darum, sie Dajin erst überprüfen zu lassen. Und tatsächlich liegt auf den Ebernhauern ein versteckter Fulminictus der auf Kommando bei Sichtweite ausgelöst werden kann. Der Zauberer war nicht Borbarad, dazu war der Zauber nicht gut genug versteckt, aber es war trotzdem meisterlich gemacht.
 +Tremal ist erst entrüstet, da es auch seinen Bruder implizieren kann, aber Bernfried beruhigt ihn. Am Ende willigt Bernfried ein, mit Tremal nach Viereichen zu gehen, da es als Grabstätte Jarlaks auch eine tiefe Bedeutung für Tobrien hat. Die Gefährten reisen derweil nach Ysilia um an der Bannakademie die Throninsignien zu entzaubern und den Kronrat und möglichst viele weitere adlige davon zu überzeugen, sich mit deren Armeen, in 20 Tagen in Viereichen Bernfried anzuschließen.
 +Alrech soll Bernfried begleiten, falls Viereichen früher angegriffen wird und Bernfried behandelt ihn auch sehr respektvoll, als er hört, dass Alrech ein Kaiserdrache ist, was Alrech natürlich sehr erfreut. Im Weggehen fragt Bernfried noch: “Weiß Apep eigentlich, dass Ihr hier seid? Das ist eigentlich sein Gebiet …” und Alrech wird bleich
 +Jabal gibt Bernfried noch einen Brief mit, damit die Rondrageweihten auf dem Weg nach Norden mit in Viereichen verweilen.
 +Die Druiden wollen Bernfried begleiten, denn sie müssen in Viereichen ein mächtiges Zeichen für die Herrschaft des Herrn Bernfried setzen.
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 +Als Dajin fragt, wie es um deren Zukunft aussieht, und wer Fyrnbarts Nachfolger wird, kommt es zum Streit zwischen Ewerlan und Xindra. Er denkt, dass er natürlich der Nachfolger ist, war er doch auch Schüler Fyrnbarts und die Druiden wurden immer von Männern angeführt, aber Xindra widerspricht, da sie die meist geschätzte Schülerin Fyrnbarts war. Bevor der Streit eskalieren kann, stimmen beide zu, dass Tungdil als Retter Tobriens von der blauen Keuche entscheiden soll, wer die Druiden bis zum Ende des Krieges oder bis der nächste Thing entscheidet, Anführer der 
 +Bernfried legalisiert noch Moriahs Anspruch auf die Baronie Burgheym und benennt sie nicht nur als Baroness von Burgheym, sondern gibt ihr auch seinen Siegelring mit dem Auftrag, dass sie bis sie ihm den Ring zurückgibt, längsten die nächsten zwei Monde, als Reichstruchsess in seinem Namen spricht. Sollte jemand in Ysilia gegen den Herzog rebellieren, soll Moriah dafür sorgen, dass derjenige so unauffällig wie möglich in Ketten gelegt wird. Dazu soll sie sich an Luceo de Ghuné wenden.
 +Beim Flug nach Ysilia nehmen die Gefährten noch einmal einenDruiden sein soll.
 +Er entscheidt sich für Xindra. kleinen Umweg, um näher an Sumus Kate zu kommen, denn dort scheint der Ursprung der roten Verfärbung des Sees zu sein.
 +Im Wasser scheint ein mächtiger Kampf zu toben und die Plagenbringer ist dabei, sich schwer verletzt zurückzuziehen. Borbarad persönlich scheint gegen die Überreste des Omegatherions zu kämpfen, um die Plagenbringer zu beschützen.
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 +70.3 Gelandet in Ysilla
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 +Am Morgen des 8. Efferds landet Björn den Adler im Innenhof der Bannakademie.
 +Die Spektabilität Jalna Ingrimsdottir empfängt die Gefährten mit einem wenig erfreuen Gesichtsausdruck.
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 +Dajin stellt seine Gefährten vor, und als er zu Moriah kommt, ehrt Jalna sie ihrem wie es ihr zusteht und bringt ihr erst einmal bei, dass Moriah im majestätischen Wir zu sprechen hat, wenn sie mit nicht Adeligen spricht. 
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 +Jalna erzählt Dajin von einer Gruppe Besucher aus den Raschtulswall, die ihn zu sehen wünschen. Dajino scheint hier zu sein.
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 +Freudig begrüßt Dajin seinen Sohn, der eigentlich erst 4,5 Jahre alt ist, aber schon wie 11 aussieht und auftritt, nicht aber ohne Vorwürfe zu machen, wieso seine Begleiter ihn einfach so ins Krisengebiet gebracht haben.
 +Dajino überbringt eine Einladung zum 1. Praios zur Akademie der Elemente zu kommen, da an dem Tag das All-Ei geboren wird. Er sagt noch, dass alle zehntausende Jahre es einen Zeitalterwechsel gibt und das hat viel zur Folge und er glaubt. dass so ein  Wechsel eines Zeitalters bevorsteht. Das Zeitalter der Elfen und Zwerge ist vorbei. Es ist so weit. Dajin soll mit all den Gezeichneten an dem Tag dort sein. Er will aber auch nicht ausschließen, dass jemand anderem dies auch bewusst ist.
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 +Für eine hundertstel Sekunde blickt Los auf diese Stelle und dort wächst das Ei heran. Aus dem All-Ei wird einmal im Jahr ein Vogel geboren, und dieser Vogel gibt eine Prophezeihung von sich. Dies findet Mitten im Raschtulswall, dort wo die Akademie ist, in einem Vulkan statt.
 +Dajin bleibt mit seinem Sohn zurück, während Moriah und Tungdil, begleitet vom ersten Hofmagier Thiomar Thiolec und Jalna derweil ins Nebenzimmer und berichten von dem Zauber der auf den Eberzähnen liegt. Jalna verspricht, den Zauber bis zum nächsten Abend zu bannen.
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 +Thiomar Thiolec führt Moriah und Tungdil zum Herzogenschloss. “Der Drachensteinrat ist bereits versammelt. Ich war schon auf dem Weg dorthin, als Jalna mich zurück rief, um die Verteidigungsanlagen zu deaktivieren.”
 +Das Trio Betritt das Herzogenschloss und macht sich auf den Weg zum Ratssaal. Vor dem Vorraum des Ratsaals werden Moriah und Tungdil von einem Menschen mit breitem Hut aufgehalten.
 +“Halt, wisst ihr eigentlich, wo ihr hier seit. Wer seid Ihr, dass ihr hier einfach eintreten wollt”, frägt er schroff.
 +“Auf die Knie du Wurm!”, blafft Tungdil ihn an. Dann spricht er mit fester und donnender Stimme weiter: “Das ist Baroness Moriah von Burgheym, Reichstrusses des zukünftigen Herzogs, Prinz Bernfried” Tungdil holt das von Bernfried unterschrieben Pergament herraus und streckt es dem Bediensteten entgegen, während Moriah die Hand mit dem Siegelring von Bernfried vorzeigt. 
 +Der Bedienstete ist sichtlich verwirrt, bevor sein Jahrelanges Training die oberhand gewinnt und er sich auf die Knie fallen lasst. “Es tut mir leid, ich wusste nichts von euerm Ankommen, darf ich die Papiere überprüfen?”, entschuldigt er sich. Tungdil übergibt sie ihm und nachdem drei weitere Bedienstete dazugerufen wurden und die echtheit des Dokuments bestätigt haben, werden die Beiden eingelassen.
 +Das Trio, angeführt von einem Bediensteten, geht durch einen Raum, in dem sich Dutzende Barone und Würdenträger versammelt hatten. “Das hier sind die Adligen, die entweder enge Verbindungen zum Drachensteinrat haben oder ihn gerne hätten. Es ist auch eine Machtdemonstration von einigen Mitgliedern des Drachensteinrates”, erklärt Thiomar den beiden. 
 +Als sie beim Ratssaal ankommen, geht Thiomar hinein, während Tungdil Moriah zurückhält. 
 +“Warte einen Moment hier, Moriah, ich kündige dich an”, bittet Tungdil Moriah und geht dann vor.
 +Mit laute und fester Stimme erhebt Tungdil das Wort, als er den Saal betritt. “Erhebt euch. Hier kommt Baroness Moriah, Baronin von Burgheym und Reichstrusses des Prinzen Bernfried”
 +Die Gespräche im Saal verklingen und verwundert stehen die Mitglieder auf, als Moriah den Saal betritt und der Ring auffällig am Finger glitzert.
 +Zuerst erhebt Ucurian von Quellensprung das Wort an den Bediensteten, der hinter den Beiden steht. “Stimmt es, was dieser Zwerg behauptet?” Der Bedienstete nickt eifrig, woraufhin Delo von Gernstobron seine Stimme erhebt. “Seit mir willkommen euer Hochwürden”, sagt er elegant und Verneigt sich. Moriah, die kurz zögert, bekommt von Tungdil zugeflüstert: “Du bist hier die Ranghöchste, erwidere den Gruß, aber deute nur eine Verbeugung an”. 
 +Moriah nickt Delo zu. “Wo ist denn der Prinz?”, hören die beiden die alte Stimme von Hilja Sturmwehe. Die höchste Firunsgeweihte von Tobrien hat sich bereits wieder hingesetzt. 
 +“Leider kann der zukünftige Herzog Bernfried nicht nach Ysilla kommen. Die Stadt steht kurz vor einem Angriff und die Wege sind nicht sicher. Daher ist er in Viereichten und hat mich entsandt, um euch auszurichten, dass er euch in Viereichen erwartet, zusammen mit den anderen Adligen und deren Truppen.”
 +“Nur der Herzog darf Truppenbewegungen anordnen, und der Prinz kann nur von uns zum Herzog erhoben werden”, wirft Ucurian ein. 
 +“Und außerdem ist es Tradition, dass der Prinz die Zähne auf dem Felsen in Ysilla präsentieren muss, nachdem er ins Amt gehoben wurde”, fügt Hilja hinzu. Ucurian nickt bekräftigend.
 +Tungdil flüstert Moriah erneut zu: “Das ist ein Test. Bleibe stark und überzeugt”
 +Moriah nickt dankbar und erhebt dir Stimme: “Wir sehen uns einem überraschenden Feind gegenüber, wie einst Jarlak. Welchen besseren Ort gäb es da den Herzog für diese Zeit zu berufen als sein Grab in Viereichen.”
 +Daraufhin verstummt Hilja, kann sie doch nicht gegen das Grab des eigenen Heiligen sprechen.
 +Eno Kariolinnen erhebt das Wort: “Das ist verständlich und lobenswert. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass es auch einen anderen gibt, der Anspruch auf den Herzogstitel erhebt. Wir haben einen Brief von Angrimm bekommen. Er schreibt, dass er 2 Herrscherinsignien hat und da er aus einem Adelsgeschlecht stammt, kann er diesen tun. Wir sollten diesen den Baronen nicht vorenthalten. Und da wir uns hier im Rat wohl nicht eindeutig einig sind, lassen wir doch die Mehrheit der Barone entscheiden.”
 +Lueceo erregt Moriahs Aufmerksamkeit, als er Atakzeichen macht. Er will, dass der Brief den Baronen einzeln gezeigt wird, in seiner Anwesenheit, damit Fehlgeleitete direkt von ihrem Fehler überzeugt werden können.
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 ====Ein neuer Herzog II==== ====Ein neuer Herzog II====
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 +71.1 – Weibliche Dominanz (8. Efferd)
 +Während der Drachensteinrat noch tagt, fallen dicke Schneeflocken auf Ysilia herab, obwohl wenn es eigentlich noch Hochsommer ist. Die Kinder werden im Ifirnshemd und barfuß in den Schnee geschickt, um dem Gott des Winters und der Jagd ihren Mut zu beweisen.  Jubelnd laufen sie hinaus in die Kälte und beginnen, Schneebälle nacheinander zu werfen – bis die Flocken immer dicker und die Luft immer kälter wird. Die 3000 Flüchtlinge, die vor Ysilia ausharren, überfällt die Furcht. Ein früher Winter verringert ihre Chancen, irgendwo Unterschlupf zu bekommen und Ysilia hat schon viele aufgenommen. Die Aufregung an den Toren wird groß, denn nun versuchen immer mehr Flüchtlinge sich durch die Tore zu drängen.
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 +Im Drachensteinrat wird gerade noch diskutiert, ob man Arngrimms Brief öffentlich verlesen soll, als die große Eingangstür zum Saal aufgestoßen wird. Herein tritt von einer jüngeren Dame Anfang 30 gestützt eine ältere Frau, um die 70, gebückt, aber dennoch Autorität ausstrahlend. Sie beide tragen das Zeichen des Hauses Rabenmund. Es ist die Herzogingattin und Mutter Bernfrieds. Keiner der Gefährten hat sie je vorher gesehen, so reagieren sie etwas langsamer als der Rest des Rates, der sich sofort bei ihrem Eintreten erhebt und verneigt. Die Frau, die Faduhenne von Rabenmund begleitet, ist Efferdane von Eberstamm, die zukünftige Herzogin und Frau von Bernfried.
 +“Ich habe gehört, es gibt Nachricht von meinem Sohn! Warum wurde ich nicht gerufen?” Die Stimme Faduhennes ist scharf und der Vorwurf schallt wie eine Peitsche durch den Raum.
 +Ohne eine Antwort abzuwarten wendet sie sich Moriah und Tungdil. “Und wer ist sie?”
 +Tungdil stellt Moriah und sich vor. Trotz ihres strengen Auftretens, kann man die Trauer in ihren Augen sehen.
 +Sie löst die Ratsversammlung auf, damit Moriah ihr von Bernfried berichten kann, sagt aber auch, dass alle in der Nähe bleiben sollen, weil sie den Rat vielleicht heute noch einmal einberuft. Zur Verabschiedung sagt sie: “Noch lebe ich, was einige vergessen zu haben scheinen. Auch mein Sohn ...”
 +Sobald die Herzogin und Efferdane allein mit den Gefährten sind, verliert sie sichtbar an Kraft. Sie stolpert gestützt zu einem Stuhl und setzt sich, die blau geäderten Hände zittern. “Was könnt ihr mir von meinem Sohn erzählen, und was ist dieser Brief, über den alle reden?”
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 +Moriah berichtet von ihrem Treffen mit Bernfried und dass dieser aufruft, ihn in Viereichen zum Herzog zu krönen und dort die Schlacht gegen Borbarad zu schlagen. Tungdil, der derweil sich keinen Einhalt gebieten kann und immer wieder ergänzende Kommentare in den Raum wirft, irritiert dabei die Herzogin.
 +“Wer ist dieser vorwitzige Zwerg?”, wendet sie sich an Moriah. 
 +“Wir bitten Euch um Verzeihung,” erwidert diese. “Dies ist Tungdil, der ebenso wie mein Gefährte Dajin ein Despot des Blumentals ist.” Tungdil erhebt daraufhin ebenfalls die Stimme und dröhnt: “Ich bin Tungdil groscho Gandrasch, Herrscher des Blumentals in der lieblichen Wüste Gor.” Faduhennes Blick bleibt unbeeindruckt. 
 +“Ich bin Herzogin und ich weiß nicht in welchem hierarchischen Verhältnis ich zu einem Despoten stehe. Aber wenn Ihr sprecht, sprecht laut und deutlich.”
 +“... wir stehen in gar keinem Verhältnis …”, will Tungdil halblaut ansetzen, doch erinnert sich dann daran, zu wem er hier spricht. 
 +Nachdem die beiden berichtet haben, sagt die Herzogin, dass sie mit Efferdane die Evakuierung der Stadt vorbereiten will, auch wenn sie die Stadt nicht so einfach hergeben
 +werde. Und sie wird dem Drachensteinrad gehörig einheizen, die Ernennung Bernfrieds in Viereichen zuzustimmen. Daher sollen die Gefährten verbreiten, dass sie schwer krank ist und deshalb gedenkt, abzudanken. Damit soll es festehen, dass ihr Sohn in Viereichen zum Herzog erhoben wird.
 +“Da nun alles wichtige besprochen ist, lest mir den Brief dieses Verräters,” weist die alte Frau an.
 +<Brief einfügen>
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 +Nachdem die Abschiedsformel vorgelesen wurde, setzt kurz Stille ein. Die Worte Arngrimms in diesem Brief klingen so gar nicht nach der Person, die Tungdil und Dajin kennengelernt haben und auch Faduhenne scheint es so zu gehen.
 +Arngrimm hatte damals Mengbilla auf die Fresse gehauen, als er gefragt wurde Borbarad zu dienen. Aber in dem Brief klingt es so, als ob Arngrimm Tobrien zum Geschenk für Borbarad macht. Zudem die ganzen Worte von Unterwerfung und Knie beugen … In ihrer Sturheit werden diese Worte keinen tobrischen Baron überzeugen. Mehr noch, um den Stolz zu bewahren, wird kaum einer der Barone sich verweigern können, gegen Arngrimm zu ziehen.
 +71.2 – Guter Wolf, böser Wolf?
 +Dajin hatte die Zeit derweil noch mit seinem Sohn verbracht. Mit etwas sorge beobachtet er dabei, wie Dajinos Zeitgefühl wieder einmal schlechter geworden ist. Er kann mit Daten und Uhrzeiten arbeiten, aber für den Verlauf der Zeit hat er kaum ein Gefühl. Nachdem er Dajino ins Bett geschickt und Jalna noch einen Besuch abgestattet hat, kommt Dajin auch in den Saal. Gerade noch hört er Faduhenne sagen: “Es ist wohl Zeit ein alte darpatisches Spiel zu spielen. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.” Sie atmet tief, ein Seufzen, das von schwerer Last kündet. “Efferdane, ruf den Rat wieder zusammen und Ihr,” sagt sie zu den Gefährten, “wartet kurz draußen. Ich bringe den Rat dazu, den Brief allen Baronen vorzulesen und der Ernennung meines Sohnes zuzustimmen.”
 +Draußen berichten die Gefährten Dajin von dem Geschehen im Rat und dem Brief. Auch Dajin ist überzeugt, dass der Brief entweder nicht von Arngrimm geschrieben wurde, oder er vielleicht wirklich einen Aufstand gegen ihn selbst anzetteln will. Da es Azaril war, die ihn aus Perricum entführt oder befreit hat, besteht auch die Möglichkeit, dass er sich mit ihr verbündet hat, denn nicht alle ihre Taten waren immer das, was auch Borbarad scheinbar wollte. Die Gefährten überlegen noch, was für andere Pläne Borbarad verfolgen könnte. Ist es ein Trick, um Ysilia zu offenbaren? Könnte er den See gefrieren lassen? Viel Zeit hatten sie nicht, denn nur ein paar Minuten später werden sie wieder in den Rat gerufen.
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 +Die Stimmung im Rat hat sich vollkommen verändert. Die Herzogin muss alle Kraft in ihre Rede gegeben haben, denn während sie mittlerweile noch bleicher und gebückter auf ihrem Stuhl sitzt, scheint der Rat hingegen einheitlich entschlossen zu sein.
 +Ucurian steht auf: “Die Herzogin hat uns mitgeteilt, dass sie wünscht, als letzten Wunsch ihrer Herzoginnenwürde, dass wir den Herzog in Viereichen krönen sollen. Wir werden selbstverständlich dem Willen der Herzogin entsprechen.” Alle Mitglieder des Rats nicken.
 +“Darüber hinaus hat sie darauf gedrungen, den Brief laut vor den Baronen zu verlesen. Die Frage ist”, die Herzogin schaut uns an. “... fragen wir sie zuerst, ob sie loyal sind und verbleiben oder verlesen wir erst den Brief und ihr beschäftigt euch später mit den Baronen, die nicht klar bei uns stehen?”
 +Die Entscheidung, den Brief zuerst vor allen Baronen zu verlesen, wird schnell getroffen, denn er ist wahrscheinlich genug, jeden, der noch wankt, auf unsere Seite zu ziehen.
 +
 +Als am späten Abend schließlich alle Barone versammelt sind, verliest der Hofbarde den Brief. Dajin hat sich in eine dunkle Ecke zurückgezogen und nutzt die Möglichkeit, die versammelte Gesellschaft einmal genauer zu betrachten.
 +Viel Erstaunliches gibt es jedoch nicht. Vier der Barone besitzen etwas astrale Energie, aber sie ist nicht ausgebildet. Nur wenige besitzen Artefakte, dagegen hat in Khunchom gefühlt jeder Straßendieb mehr. Und zu Dajins Erleichterung sieht er zumindest auch niemanden, dessen Geist beherrscht wird. 
 +Noch während der Brief vorgelesen wird, sind immer wieder Empörungsrufe aus den Kreisen der Barone zu hören und das zornige Raunen, welches schon nach den ersten Sätzen begann wird immer lauter. Auch Moriah hat die Barone genau beobachtet und ist sich sicher, dass wenigstens 40 der 50 Barone ehrlich erzürnt sind.
 +Am Ende ist es Efferdane, die vor die versammelten Barone tritt. “Damit ist es entschieden. Ihr reist nach Viereichen, ruft an Soldaten auf, was Ihr könnt und schickt sie zur Unterstützung meines Mannes. Wir werden euch in Ysilia eine warme Heimat bieten, sobald ihr siegreich aus der Schlacht zurückkehrt. LANG LEBE DER HERZOG!” 
 +Lucéo de Ghune und Moriah besprechen, mit welchen der Barone sie sich noch einmal unterhalten sollten. Moriah fühlt sich die ganze Zeit dabei etwas unwohl, denn sie scheint bei allen immer schneller ein Urteil zu fällen, als Lucéo es tut. Er ist extrem bedacht, in seinen Handlungen und Worten, gar nicht so, wie sie es von Inquisitoren gewohnt ist.
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 +71.3 – Ene, mene, Miste
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 +Die Gespräche mit den restlichen Baronen dauern noch drei Tage. Auch die Magier der Bannakademie benötigen länger als gedacht, um den Zauber von den Eberzähnen zu entfernen, denn solch eine Magie, die versteckt wirkt, ist vollkommen unbekannt.
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 +Auch die Herzogin macht Ernst, was die Vorbereitungen zur Evakuierung angeht.
 +Jedem, der in der Stadt bleiben will, werden Karren und Pferd beschlagnahmt, um den Flüchtenden zu helfen. Lange Wagenreihen stehen schon links und rechts der Zugangsstraßen nach Ysilia, um eine schnelle Flucht zu ermöglichen.
 +Speisen werden rationiert und so viele Flüchtlinge in die Stadt gelassen, wie es noch geht. Andere werden weitergeschickt. Das Bedeutendste, das die Herzogin beschließt, ist, dass die Schollenflucht in den östlichen Baronien aufgehoben wird. Somit erlaubt sie den Tobriern offiziell ungestraft aus dem Land zu fliehen.
 +
 +Jabal nutzt die Zeit, um Ucurian zu besuchen und mit ihm zu sprechen. Er ist ein sehr aufrechter Mann und hat auch nie gegen Bernfried gesprochen. Immer nur aus Prinzip.
 +Ucurian berichtet auch, dass die Herzogin die letzten Wochen so krank war, dass sie kein Wort gesprochen hat. Vielleicht ist es ein Zeichen der Götter, dass es ihr gerade jetzt wieder besser geht.
 +“Wirst du mit uns in den Süden ziehen?” fragt Jabal.
 +“Ich bin nicht sicher, wo ich am meisten gebraucht werde. Ich bin nicht sicher, ob ich hier in Ysilia den Menschen besser helfen kann oder im Süden. Aber wahrscheinlich werden wir uns im Süden sehen. Der Herzog hat gerufen, eine Schlacht wird geschlagen und ich denke, diese Schlacht sollten wir führen.” 
 +Dajin verbringt die Tage mit seinem Sohn und damit den Feuerball zu lernen.
 +71.4 – Bernfrieds Werk und Jarlaks Eingebung (Ankunft in der Nacht 14. auf den 15. Efferd)
 +Am 11. Efferd fliegen die Gefährten nach Viereichen und landen drei Tage später, mitten in der Nacht, in dem Lager, welches Bernfried seine Soldaten und der schon erschienen Wulfengarde hat aufbauen lassen. Das Dorf Viereichen selbst hat so Fünf- bis Sechshundert Einwohner. Auch zwei oder drei Barone, die um Viereichen herum ansässig sind, sind schon da und auch einige Magier der Bannakademie und aus dem Süden sind schon eingetroffen. Jabal erkennt an einem der Zelte auch das Zeichen des Schwerts der Schwerter, aber wird von den anderen überzeugt, dass es sich gehört, zuerst dem künftigen Herzog die Aufwartung zu machen.
 +Der Schnee, der seit Tagen über Ysilia fällt, ist hier noch durchwirkt von Regen – anscheinend wirkt Nagrachs Macht nicht bis hierher. Allerdings sorgt der aufziehende Schnee dafür, dass der schlammige, nasse Boden nicht nur mit einer Eisschicht überzogen wird, sondern auch durch den Frost härtet – eine bösartige Kombination für jedes normale Heer. 
 +Der Herzog empfängt sie trotz der späten Stunde noch. Moriah gibt Bernfried den Siegelring zurück, den er sogleich an Tremal weitergibt, und mit ihm den Titel als Reichstruch.
 +“Ihr habt euch des Titels würdig erwiesen, aber ich hoffe ihr seid mir nicht gram, wenn ich ihm wieder meinen Freund gebe.”
 +Tremal lächelt kurz. “Ihr habt mich gut vertreten. Wenn ich mal abdanken sollte, empfehle ich euch gerne als Nachfolgerin”
 +Zudem übergibt Moriah Bernfried noch Briefe von seiner Mutter und seiner Frau. Es ist Bernfried anzumerken, dass er gerade den Brief von Efferdane lieber gleich lesen würde.
 +“Wir haben großartige Kunde von euch erhalten, und wenn die Barone kommen, werden wir den Emporkömmling in Stücke schlagen. Auch wenn aus dem Osten Schlimmes hören, hier wird der Ort sein. Fyrnbart hatte Recht am Ort zu kämpfen wo Jarlak begraben liegt. Wisst ihr, dass sich der Todestag von Jarlak sich nähert? Der 450te. Er ist irgendwann Ende Efferd oder Anfang Travia verstorben. Jedesmal wenn ich sein Grab besuche, höre ich seine Stimmen.”
 +Bei dem letzte Satz schrickt Dajin auf. “Was sagt denn Jarlak?”
 +Bernfried sagt, dass Jarlak ihm sogar konkrete Hinweise gibt. Wo die Verteidigungsanlagen gebaut werden sollen und wo die Lager sind. Jarlak spricht so klar zu ihm, dass hätte er sich nie vorstellen können.
 +Als die Gefährten das Lager verlassen, betrachten sie alle den Aufbau des Lagers genauer. Allen scheint der Aufbau logisch und sehr kompetent. Nur Tungdil erkennt, dass alles zu einer einzigen großen Falle werden könnte, wenn ein Verteidiger es auszunutzen weiß, und als er die anderen darauf hinweist, erkennen auch sie es.
 +Da Bernfried aber so überzeugt war, dass Jarlak zu ihm spricht, gehen die Gefährten zuerst einmal Ayla aufsuchen, um mit ihr über das Problem zu reden.
 +Der Morgen des 15. Efferds graut, als die Gefährten in das große Zelt des Schwerts der Schwerter eintreten. Ayla hat gerade einen Übungskampf beendet mit einem hochgewachsenen Mann. Es muss ein harter Kampf gewesen sein, denn beide sehen aus wie Sau. Sie wirkt dadurch fast noch imposanter, wenngleich sie dazu noch eine nahbare Persönlichkeit hat. Verschwitzt blickt sie auf, wirft einen Blick auf den Zwerg, einen auf den Magier, und spricht: “Tungdil. Dajin. Ich bin im Dienst.”
 +
 +Tungdil grüßt zurück.: “Euer Obergnaden.”.  “Euer tyrannische Hoheit!” Antowrtet Ayla lächelnd. Dajins “Bruderschwester” beantwortet Ayla erstmal nur mit einem Stirnrunzeln.
 +Ayla stellt ihren Trainingspartner als Rondrazil Löwenbrandt aus dem Orden der Heiligen Adare zu Arivor vor. Er ist ein hochgewachsener Mann, Mitte 35, und man kann ihm schon ansehen, dass er keinen Funken Humor besitzt. 
 +Ayla wendet sich noch einmal Rondrazil zu. “Ihr habt gut gefochten und ich habe darüber nachgedacht und ich werde euch ein Feldzeichen geben. Bringt was Ihr könnt.”
 +“Danke eure Magnifizenz. Es gibt dort eine Vielzahl an Menschen die hören was hier im Osten passiert und gewillt sind ihre Schwerter zu führen,” sagt Rondrazil.
 +“Dann geht und hebt ein Banner aus. Eile ist geboten.”
 +Er nickt ernst, legt die Faust erst ans Herz und dann in die Luft. Als Rondazil das Zelt verlässt, fühlt es sich an, als ob es gleich ein paar Grad wärmer wird.
 +“Er ist so ernst … “ seufzt Ayla, kaum, dass die Planen des Zelteingangs wieder heruntergefallen sind. Dann schaut sie auf den knienden Rondrageweihten. “Du musst Jabal sein. Ich habe von deiner Verurteilung gehört. Und auch, dass Rondra in dir wohnt.”
 +Jabal verneigt sich tief vor ihr.
 +Ayla fährt fort: “Rondra ist keine gute Heeresführerin, denn sie wird von ihrem Herzen bestimmt. Sie ist keine Kriegsgötterin, sondern diejenige, die dafür sorgt, dass wir auch nach einem Kampf aufrecht laufen können und uns nicht schämen müssen. Darum werde ich das Urteil auch nicht zurücknehmen. Aber trotzdem freue ich mich, dich zu sehen, zumal du auch ein Gezeichneter bist, so wie ich gehört habe.” Dann wendet sie sich mit kritischem Blick Moriah zu.
 +“Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich begrüßen oder bestrafen soll. Denn eine Amazone bist du offensichtlich nicht.” Bevor Moriah antworten kann erklärt Tungdil seiner alten Bekannten: “Sie ist aber eine Amazone gewesen.” Aylas Blick wird noch skeptischer. 
 +“Du trägst zwei Säbel, wegen derer ich dich eigentlich fordern müsste. Sprich, bist du Freund oder Feind?” 
 +“Königin Yppolita selbst hat mich zu einer der ihren ernannt, als wir in Kurkum kämpften.” Sie zieht Walkring aus der Scheide und präsentiert ihn dem Schwert der Schwerter. “Dies ist der Säbel ihrer Mutter und Yppolita hat mir angedroht, persönlich aus Borons Hallen zurückzukehren, sollte ich diese Säbel einmal nicht Rondragefällig nutzen.” Ayla schaut kurz erstaunt auf die Waffe, noch immer Misstrauisch. 
 +“Ich bürge für sie”, sagt Jabal. “Ich war anwesend, als Yppolita sie zur Amazone machte.” 
 +Der Blick, der nun auf Moriah fällt, ist deutlich entspannter. 
 +“Dann freut es mich, Euch in Freundschaft begrüßen zu können. Und Dajin …”, wieder wird ihr Gesicht ernst. “Auch wenn du es nicht despektierlich meinst, ist es wichtig, dass mich die Soldaten da draußen als eine Vertreterin Rondras sehen. Als ihre Vertretung, wandelnd auf Dere. Dazu ist es wichtig, die Etikette zu wahren!” 
 +Bevor Dajin antwortet, springt Tungdil dazwischen und erzählt von ihrem Gespräch mit Bernfried, und den Stimmen, die er hört und schlechte Anweisungen gibt. Auch Ayla ist erst verwundert, was Tungdil meint, aber als er es erklärt, fällt auch ihr es wie Schuppen von den Augen. Aber auf Tungdils Vorschlag, dass Ayla vielleicht eine göttliche Eingebung vorbringen kann, um das Organisationsproblem zu lösen, sagt sie nur, dass sie nicht lügt.
 +Stattdessen schlägt sie vor, dass die Gefährten am Abend sie und den Herzog zu Jarlaks Grab begleiten sollen.
 +
 +Da ertönen plötzlich Schreie im Lager. Mitten durch den schlammigen Schnee stapft eine hochgewachsene Gestalt, abgemagert, mit Brüsten, die kein Fett mehr in sich tragen, hinter sich ein blutiges Stück Fleisch ziehend: Es ist Walpurga von Weiden. Sie zieht etwas blutendes, fleischiges mit Federn hinter sich her, dessen grotesker Anblick sich dem Geist der Helden erst noch entzieht. Während sie langsam, entkräftet, auf blutigen Füßen voranschreitet, beginnt sie laut zu rufen: “DER DÄMONENMEISTER IST ZURÜCK! WIR MÜSSEN UNS VOR IHM VERBEUGEN!”
 +Erst da bemerkt erst der eine, dann der andere, dass der Klumpen, den die Tochter Waldemars hinter sich herzieht, goldene Federn trägt. Von Matsch und Schnee und Blut besudelt, und auch scheint das Ding nicht nur gezogen zu werden: Zwei unkoordinierte Beine mit Adlerklauen schieben es zusätzlich durch den Matsch. Jabal zieht scharf die Luft ein und Moriah und Dajin schauen entsetzt: Ein untoter Greif! Es ist nur ein kurzer Augenblick, minimal, der sich anfühlt, als würde die Zeit verlangsamt. Während sie weiterschlurft murmelt sie noch: “Ich muss zum Reichsbehüter!”, bevor ihr lautes Rufen von vorn beginnt. 
 +
  
 ====Ein neuer Herzog III==== ====Ein neuer Herzog III====
 +72.1 – Paralysis
 +Fast zeitgleich lösen sich viele Personen aus ihrer Schreckstarre und stürmen auf Walpurga zu. Bernfried, der seine Schwägerin schützen will, genauso wie Ayla, Pelmen, Tungdil, Dajin, Moriah. Selbst einige der Soldaten stürmen heran, simultan werden mehrere Mäntel über die nackte, geschundene Frau geworfen, die sich dadurch im ersten Augenblick nur verheddert und die Orientierung verliert. Ayla packt sie an den Schultern und möchte sie von ihrem Weg abbringen, in Sicherheit, in die Wärme, als Walpurga sich einen der Mäntel vom Gesicht zieht und zu schreien beginnt, als habe sie jemand in Brand gesteckt. 
 +Rufende Stimmen werden bei den Umstehenden laut: “Ein Zauberer! Wir brauchen einen Zauberer!”
 +“PARALYSIS!”, brüllt Dajin in just diesem Moment. Doch statt der vertrauten Wirkung und dem sich schnell ausbreitenden Stein auf Walpurgas Körper schreit sie nur lauter und tritt wild in Richtung des Magiers. Ihr Geist ist zu stark und getroffen, wankt Dajin ein paar Schritte zurück. 
 +Jabal stürmt währenddessen mit gezogener Waffe an den Helfenden vorbei, direkt auf das unheilige Ding hinter Walpurga zu. Mit einem mächtigen Hieb zerteilt er es, doch in seinen letzten Augenblicken suchen intelligente Augen Verbindung zu Jabal. Er ist sich nicht sicher, wie er diesen Blick zu deuten hat, doch er spürt, dass er nichts Schlimmes getan hat. Eine seltsame Erleichterung macht sich in ihm breit. Stumm kniet er sich neben den Leib des Greifbalgen und bittet den Sonnengott um Vergebung. Als er den Blick wieder hebt sieht er zwischen den zerlumpten, goldenen Federn und dem Dreck etwas auf den Körper des Wesens geschrieben. Nein. Nicht auf. IN den Körper des Wesens. Sachte streicht er die Federn beiseite, beugt sich etwas näher an das Untier heran und liest: 
 +“Dieses Vieh hat euer Göttervater genutzt, um die Dämonenzitadelle zu bewachen. Nun ist sie mir.”
 +Erst jetzt dringen die unmenschlichen Schreie Walpurgas zum Geweihten durch, die sich noch immer gegen das Schwert der Schwerter wehrt und mit aller Macht weiterzugehen versucht. Immer schriller, immer hysterischer werden die Laute, die aus ihrer Kehle heraus über das Lager rollen wie eine Flutwelle des Entsetzens und während die ersten Soldaten zurückzuweichen beginnen, tritt Dajin entschlossen einen Schritt vor. Er wischt sich das Blut aus dem Gesicht, konzentriert sich und brüllt erneut: “PARALYSIS!”
 +Stille. Für ein paar Atemzüge nur das Knirschen des Schnees und das ferne Rufen einer Krähe. Oder eines Raben? 
 +Aber zum durchatmen bleibt keine Zeit. Dajin, Ayla und Tungdil tragen Walpurga in Aylas Zelt, während Moriah und Jabal noch immer bei dem nun toten Wesen sind. 
 +“Moriah. Hast du das auch gesehen?” Der Rondrageweihte deutet mit einer Hand auf die in den Körper eingeritzte Schrift, aus der noch immer an einigen Stellen Blut hervorquillt. Sie nickt mit finsterem Gesichtsausdruck. Sie diskutieren kurz, was sie mit dem Wesen machen und entscheiden, dass der Greifbalg nicht inmitten der Soldaten liegen bleiben sollten. Mit einer Trage schaffen sie ihn abgedeckt in Aylas Zelt. Es gibt niemanden, der sie dabei aufhält. Es hat sich herumgesprochen, dass diese Gruppe an Helden für Ayla von Schattengrund so vertrauenswürdig ist, dass sie sich weder ankündigen müssen, noch überprüft werden. 
 +
 +Etwas ratlos stehen Ayla, Bernfried und Tungdil um die Statue Walpurgas herum. Jetzt als steinerne Figur wirkt ihre Gestalt noch grotesker, noch unter der Verzweiflung in ihren Gesichtszügen erkennt man – wenn man genau hinschaut – noch immer die Prinzessin von Weiden. 
 +“Nun, Dajin”, erhebt Bernfried die Stimme. “Könnt Ihr irgendetwas tun, um ihren Wahn zu brechen?” Auch wenn seine Statur nichts davon verrät, seine Stimme spricht unter der Fassade von Angst und Ratlosigkeit. 
 +“Euer Hoheit, ich müsste zunächst einmal wissen, um welchen Wahn es sich da genau handelt, um ihn brechen zu können, daher kann ich nichts versprechen.” Nachdenklich schaut er auf Walpurga und geht ein paar Schritte auf sie zu, betrachtet sie nun mehr wie ein Künstler ein Kunstwerk. “Dafür brauche ich Zeit und ich glaube, von Zeit haben wir am allerwenigsten.” Seine Schritte füllen die kurze Stille zwischen seinen Worten. “Wir sollten nach Olorrand in Perricum schicken, er ist ein Meister seines Faches.” 
 +“Aber Dajin”, unterbricht ihn Ayla unwirsch. “Du hast doch gerade selbst gesagt, dass wir keine Zeit haben. Und dann willst du auf einen Magier aus Perricum warten?” Kurz hebt Dajin seinen Blick, verdutzt, denn offenbar hat er noch nicht über die Möglichkeit nachgedacht, dass das Reisen ja auch Zeit benötigt. Wir sind zu lange mit dem Adler unterwegs, schießt es ihm durch den Kopf, bevor er sehr selbstsicher antwortet: “Als Alternative können wir sie immer noch zum Reichsbehüter laufen lassen.” 
 +“... sie hinbringen, meint er”, springt Moriah ein, nachdem Jabal und sie die Trage abgestellt haben. 
 +“Aber ich biete meine Dienste natürlich gerne an, um herauszufinden, welcher Zauber sie in diesen Zustand versetzt.” 
 +“Dann tut das!” Herzog Bernfried nickt, als würde er sich selbst bekräftigen wollen. 
 +“Dazu werde ich die Versteinerung von ihr nehmen müssen”, sagt Dajin sacht. 
 +“Das heißt, sie schreit gleich wieder?” Tungdil zieht eine Augenbraue hoch und schaut zu seinem Freund hinauf. Dajin nickt. 
 +“Nun, wir haben Möglichkeiten, sie … ruhig zu stellen.” Kurze Zeit später wird ein Schlafmittel besorgt, den sie der Kriegerin einflößen, sobald Dajin seinen Zauber von ihr nimmt und trotzdem dauert es eine Viertelstunde, bis sie zusammenbricht. Sie schreit, bis ihr Geist in das Reich Marbos gleitet. Allerdings bleiben ihre Augen immer wieder, während sie sich gegen die Umstände wehrt und von Jabal festgehalten wird, an dem unförmigen Bündel hängen. Als sie versteht, dass darunter das Wesen liegt, das sie begleitete, wirft sie Jabal einen Blick zu, der ihn lange Zeit verfolgen wird, denn es scheint, als habe ihr dieser untote Greif etwas bedeutet. Vielleicht lag in ihm eine Seele, die sie zu retten versuchte. Die ihr wichtig war. 
 +Während Dajin beginnt, sich zu konzentrieren, schickt Ayla alle anderen inklusive ihr selbst aus dem Zelt. Wie eine Einheit stehen sie nebeneinander und blicken auf das Lager, die Soldaten und die Spuren Walpurgas, die schon von neuem Schnee überdeckt werden. Tungdil platziert sich neben dem Eingang des Zeltes, jederzeit bereit seinem Freund zu Hilfe zu springen, sollte das infernalische Schreien der Prinzessin erneut beginnen. Moriah sucht in der Nähe das Gespräch mit einigen Kämpfern und auch Eleven der Akademie, die ihr besonders ängstlich erscheinen, um sie zu beruhigen, während Jabal an das Schwert der Schwerter herantritt. 
 +“Matriarchin, das Wesen, das bei Walpurga war …”, beginnt er ungewohnt zögerlich. “Jemand hat eine Nachricht in seinen Leib geschnitten.” 
 +“Was für eine Nachricht?” Der Ritter der Göttin strafft sich kurz und rezitiert: “Dieses Vieh hat euer Göttervater genutzt, um die Dämonenzitadelle zu bewachen. Nun ist sie mir.” Allerdings weiß niemand der anwesenden so genau, was die Dämonenzitadelle ist. 
 +“Warten wir auf Dajin.” 
 +
 +Eine halbe Stunde später ruft der Magier die Gruppe wieder zu sich. Er hat erkannt, dass ein unglaublich mächtiger Imperavi auf ihr liegt. Der Befehl lautet, dass die götterlästerliche Botschaft in die Welt hinauszubrüllen und zum Reichsbehüter zu gehen, damit auch er von den neuen Machtverhältnissen erfährt. Dajin erklärt, dass der Zauber namens Imperavi immer eine Zwangskomponente dabei hat und dass Walpurga an ihm sterben wird, wenn sie den Befehl nicht ausführt – aber auf ihn wirkte ihr Geist so, als wolle sie zudem die Botschaft auch verbreiten. Als wäre sie nun eine Vertreterin Borbarads. 
 +Auch ist der Imepravi viel zu mächtig, als dass er von Dajin gelöst werden könnte. Es bleibt lediglich die Möglichkeit, um sie zu erlösen, sie zu Brin zu bringen, damit sie ihren Auftrag erfüllt. Denn das löst letztendlich den Zauber endgültig. 
 +Als Jabal nun auch Dajin auf die Nachricht des Greifenbalgs aufmerksam macht, erzählt er davon dass die Dämonenzitadelle die in Dere ragende Spitze des Dämonenbaums und eine der Konzilsburgen ist. Sie soll sich im Hohen Norden (Ehernes Schwert, Eiszinnen, Ewiges Eis) befinden, kann jedoch Gerüchten zufolge auch im Limbus verschwinden und an anderer Stelle auftauchen, um die Position zu verändern. Angeblich haben schon verschiedenste Wesenheiten in ihr gewohnt, unter anderem Pardona und auch der Drachen Fuldigor, und soll von einem Greifen im Auftrag der Götter bewacht werden. Tungdil und auch Moriah erinnern sich daran, dass Raidri – nach dem ein oder anderen Bier, sich in seinen Geschichten verlierend – davon erzählt hat, wie er Cuanu ui Bennain ins Eherne Schwert begleitet hat, der wie besessen davon war, die Dämonenzitadelle zu finden. Vergebens, allerdings. Ob der Greifbalg verbrannt werden soll, wollen die Helden allerdings der Praioskirche überlassen, schließlich ist Lucéo auf dem Weg nach Viereichen. 
 +Nachdenklich schauen sie auf das Zelt des Schwerts der Schwerter und diskutieren in leisem Tonfall, wie sie Walpurga helfen können. 
 +“Ich sehe nur einen Weg”, sagt Ayla bestimmt. “Ich werde sie zum Reichsbehüter bringen.” 
 +“Aber dann fehlt ihr hier, Matriarchin. Ist es nicht sinniger, wenn wir warten, bis …”
 +“Prinz Brin von Gareth wird nicht vor dem 15. Travia hier sein”, unterbricht Herzog Bernfried sie ernst.
 +“Dann ist es entschieden.” Aylas Stimme lässt keinen Zweifel. “Walpurga ist meine Schwertschwester. Ich werde mir das schnellste Pferd nehmen und dem Reichsbehüter entgegenreiten.” Natürlich bieten die Helden an, Ayla den Seeadler zu überlassen, damit sie auf schnellstem Weg und sicher zur mittelreichischen Armee kommt, um Walpurga zu heilen. Ernst nickt sie und auch, wenn sie den Dank nicht ausspricht, so fühlen sich die Helden doch mit ihr in dem Moment verbunden. Sie spricht anschließend mit Bernfried, um Dajin, Tungdil, Jabal und Moriah eine Möglichkeit zu verschaffen, sich Bernfrieds Jarlak einmal näher anzuschauen. Sie rät ihm, die Vier als zusätzliche Leibwächter mitzunehmen, am besten bis ans Grab heran. 
 +“Euer Hoheit, nun wo der Feind so nah ist, bin ich um Eure Sicherheit besorgt. Und wem können wir mehr Vertrauen schenken, wenn nicht ihnen?”
 +72.2 – It will be fun they said
 +Die Gefährten nutzen die verbleibenden Stunden bis zur Reise zu Jarlaks Grab, um sich nach der langen Nacht noch einmal auszuruhen. Derweil erreichen ständig neue Botenreiter das Lager, um Bernfried von der Lage in Tobrien zu berichten. Das Heer des Feindes aus Eslamsbrück, welches zwischenzeitlich bis zum Yslisee marschiert war, ist mittlerweile an der Kreuzung der Reichsstraße angekommen, die nach Norden Richtung Viereichen und im Süden nach Warunk führt. Dort hat sie sich mit den Resten der Armee zusammengeschlossen, die Kurkurm angegriffen haben. Der Hauptteil dieser Armee, mit dem untoten Drachen Razzazor, zieht auf das unbefestigte Warunk und ein kleinerer Teil zieht nach Norden. Es war eine gute Entscheidung, Ayla dem Reichsbehüter entgegen zu schicken – sollte der Feind Warunk einnehmen, was keine Frage ist, sähe sich die mittelreichische Armee einer unheiligen Übermacht gegenüber. 
 +Als die Gefährten sich wieder Bernfried in seinem Zelt anschließen, merken sie schnell, dass die Stimmung tagsüber nur schlechter geworden ist. Mit versteinerter Mine empfängt er die nächsten Barone die im Lager angekommen sind. Nachdem Moriah im Gespräch zu schnell von den Untoten in der feindlichen Armee erzählt, sind die Barone leider nicht mehr so von Wut und Trotz erfüllt, wie sie es ursprünglich waren, sondern eher verunsichert. Angrimms Brief, der ihren Trotz schürte als er ihnen vorgelesen wurde, verliert wohl an Wirkung. Aber sie sind gekommen und wirken noch entschlossen.
 +
 +Als die Gefährten wieder mit Bernfried alleine sind, sagt er, dass er trotz der Neuigkeiten um des Feindes Bewegung er sich weiterhin hier in Viereichen verschanzen will. Auf Dajins Frage, wie sinnvoll denn jetzt die Verteidigungsanlagen noch sind, die ja gen Osten ausgerichtet sind, springt Tungdil direkt darauf an und will Bernfried Vorschläge machen, wie die Wehranlagen umgebaut werden können. Bernfried winkt aber erstmal dankend ab. “Wenn ihr mich heute Abend zu Jarlaks Grab begleitet, werden wir ihn gemeinsam befragen, was wir machen sollen.”
 +“Das ist eine gute Idee”, erwidert Tungdil, klingt dabei aber nicht sehr überzeugt.
 +“Ihr werdet schon sehen”, erwidert Bernfried. “Jarlaks Grab ist eine Firunskammer, vollkommen aus Eis und von großer Macht. Ihr werden alle Waffen und Kleidung ablegen müssen, und nur mit Lendenschurz die zwei Stunden dort im Gebet verbringen. Dann bin ich mir sicher, wird Jarlak euch auch ebenso erscheinen, wie er es für mich tut.” Als Bernfried dies erzählt, wirkt er fast etwas verklärt. Er ist absolut davon überzeugt, mit dem Alveraniar zu reden. "Jeder, der sich nicht beherrschen kann, wird danach gebeten, draußen zu warten. Dort wird es für alle danach eine heiße Suppe und ein paar Streifen Dörrfleisch geben.”
 +Danach offenbart Bernfried, zur Überraschung der Gefährten, dass Arngrimms Brief von Fyrnbard geschrieben wurde. Dieser und noch ein zweiter Brief, den er erst öffnen soll, wenn die Lage aussichtslos erscheint, hatte Fyrnbard noch vor seinem Ableben zu Bernfried geschickt. Dajins Vorschlag, Fyrnbards Idee aufzugreifen und noch weitere Briefe zu schreiben die aus dem Kriegsgebiet berichten, um die Moral zu stärken, wird von Jabal abfällig kommentiert. Bernfried schlägt dagegen vor, dass sie sich am Abend doch einfach verkleidet unter die Soldaten mischen und einfach wahre Geschichten verbreiten. Moriah findet das eine gute Idee, denn die Reste der Armee, die in Eslamsbrück gekämpft haben, werden vermutlich schon die ein oder andere wahre Geschichte aus dem Kampf zum Besten halten. 
 +“Das ist sehr gut – wir könnten mit ihnen trinken! Ich habe noch ein paar Fässer Wein da, die mir geschenkt worden sind, und Dank Jarlak sind wir ja bestens gerüstet …” Durch eine Eingebung alarmiert hakt Moriah genauer nach. Der Wein wurde ihm von Jelnan von Dunkelfeld geschick. Die Gefährten tauschen unglückliche Blicke aus, als Bernfried den Wein erwähnt. Moriah schaut den Herzog skeptisch an. 
 +“Habt ihr schon von dem Wein getrunken?” fragt Moriah
 +“Jeden Abend bisher.”
 +“Soso … und entschuldigt, wenn ich frech erscheine, aber: seit wann sprecht ihr mit Jarlak?”
 +“Ja, wenn Ihr so fragt … etwa seit die Fässer da sind.” Aber Bernfried scheint die Verbindung nicht sofort zu sehen. Die Gefährten schauen Bernfried an, als ob dieser ihnen gerade erklärt hat, dass Arngrimm der nächste Herzog sein soll.
 +“Zeigt Ihr uns bitte diese Fässer? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Wein vielleicht mit einem Gift oder ähnlichem versetzt ist … was nicht heißt, dass Eure Freunde Eure Feinde sein müssen, aber …” 
 +Als Tungdil den Wein verkostet, stellt er fest, dass er Tollkirsche enthält. Tollkirsche ist dafür bekannt den Geist zu öffnen und leichter empfänglich für Einflüsterungen und Geistererscheinungen zu sein. Bernfried genehmigt, dass die Gefährten alle Weinfässer außer eines vernichten, denn er will weiter den Wein trinken, bevor er Jarlaks Grab betritt.
 +In der Abenddämmerung folgen die Gefährten Bernfried und vier seiner Leibwächter zu Jarlaks Grab, welches drei Meilen von Viereichen entfernt liegt. Das Grab befindet sich in einem Steinkreis. Der Eingang der Höhle ist mit vielen Verzierungen geschmückt. Darüber wachen die Figuren eines Bären und einer zweiköpfigen Wolfsfigur. Bernfried zeigt auf einen seiner Leibwachen und sagt: “Gebt ihm eure Waffen und Kleidung, wenn ihr mich begleiten wollt.” Sehr nüchtern legen die Gefährten ab und in Pelmens Hände. Die Kälte schneidet unmittelbar in die nackte Haut, der Schnee in die blanken Fußsohlen. Doch die Wächter erkennen an, dass die Helden sich dem Wintergott öffnen. 
 +72.3 – The Cake is a lie
 +Der dunkle Schlund der Höhle sieht wenig einladend aus. Etwas unsicher schaut Moriah zu ihren Gefährten und dann auf den nassen, triefenden, wenig einladenden Eingang umgeben von reinstem Schnee. Dann schaut sie zu Bernfried. Lovis Moriah Redo, Du musst dich nun benehmen, ermahnt sie sich selbst, als ihr Herzog den Weinschlauch erhebt. 
 +“Auf Jarlak!” Seine Stimme dröhnt durch die Bäume des Waldes, die grotesker Weise noch immer Blätter tragen. Seltsam, denkt die Spielerin, ich hatte kurz vergessen, dass Sommer ist. Dann greift sie beherzt zum Weinschlauch, erhebt ihn. 
 +“Ich glaube daran, dass die Götter, Firun mich hören wollen und mir auf meinem Weg beistehen. Auf Jarlak!” Schwer und voll rinnt die Flüssigkeit ihre Kehle hinab und füllt ihren Mund mit dem Geschmack nach Fernweh. Sie setzt ihn ab, spürt dem Geschmack kurz nach und wendet sich zu Dajin, um ihm den Schlauch anzubieten. Dabei fällt ihr auf, dass sie von dem Wein nichts spürt. Wenn überhaupt, dann macht der Wein sie besser. Wie fein die Linien in Dajins Gesicht sind. Wie dick die Schneeflocken. Sie wendet sich zu Tungdil und meint jedes einzelne Barthaar gestochen scharf zu sehen. 
 +“Möchtest du?”
 +“Aber gerne!”, grinst der Angroschim sie an, nimmt den Weinschlauch und nimmt einen tiefen Schluck. 
 +“Kein Bier, aber gut”, murmelt er leise, wendet sich zu Jabal und bietet ihm das Getränk an. Als der Rondrageweihte dankend ablehnt, zuckt Tungdil mit den Schultern und nimmt einen zweiten Schluck aus dem Schlauch, bevor er ihn Bernfried zurückgibt. 
 +“WIRKLICH guter Wein”, sagt er dabei und sieht äußerst zufrieden mit sich aus. Währenddessen fällt Dajin und Jabal auf, wie Moriah fasziniert hierhin und dorthin schaut. In einem Moment geht sie tatsächlich auch gefährlich nah an den Herzog heran, als habe sie dort etwas äußerst Spannendes auf seiner Kleidung entdeckt, bevor ihr Blick von etwas an der Höhle angezogen wird. Bernfried schaut sie an und lächelt selbstzufrieden. 
 +“Verstehst du nun?” Und Moriah nickt nur, denn der wenig einladende Eingang erstrahlt in warmen Licht. Der Weg zu ihren Füßen ist geebnet und natürlich bewegen sich die beiden Statuen rechts und links des Eingangs. Es ist auch vollkommen logisch, dass der zweiköpfige Wolf von seinem Sockel springt und dem Herzog und der frischgebackenen Baronin bedeutet ihm zu folgen. Ein leises, ehrfürchtiges “Ooooh …”, entwischt Moriah, bevor sie wie von Rahja geschaffen knapp hinter dem Herzog ins Licht geht. Keine Kälte, kein Schmerz, nur der Weg zu Jarlak. Dajin, Jabal und Tungdil schauen verwundert auf das schlammige, kalte Loch, in das ihre Gefährtin gerade beschwingt verschwindet. Zweifelnd folgen sie, wesentlich weniger beschwingt, denn die schneidende Kälte und die Steine unter ihren Füßen in dem eiskalten Gang drängen sich schon stark in ihr Bewusstsein. Rechts und links liegen Opfergaben für Jarlak, vermutlich von Jägern auf ihrem Weg hier abgelegt oder von den Bewohnern Viereichens. 
 +Nach einiger Zeit öffnet sich der Weg in die Grabkammer und Bernfrieds Stimme erklingt voller Ehrfurcht, als er Moriah fragt: “Siehst du ihn?” Und tatsächlich, als Moriahs Blick zum Sarg wandert, sitzt da jemand im Schatten auf der Platte. Neugierig beobachtet sie auch die geisterhafte, bläulich schimmernde Hand, die immer wieder aus dieser Platte nach oben greift, als würde sie nicht durchkommen können. Die Gestalt auf dem Sarg dagegen erscheint weißhaarig. Eine Frau, der irgendetwas Unheimliches anhaftet. Sie hat nur ein Auge, das zweite fehlt und es wirkt fast, als würde sie den Geist im Sarg daran hindern, herauszukommen. Bernfried allerdings scheint etwas anderes zu sehen, kniet sich mit den blanken Knien auf den Schutt der Höhle und begrüßt Jarlak. Etwas skeptisch lässt sich Moriah neben ihrem Herzog nieder und auch Jabal und Dajin folgen dem Beispiel. Tungdil dagegen beobachtet, wie sie alle vor dem Sarg darnieder sinken, schaut auf den Sarg und zieht erneut skeptisch eine Augenbraue hoch. Er sieht nichts, was für ihn befremdlich oder nach Alveraniar aussieht. Vielleicht sind da einige Details etwas schärfer. Deutlicher. Aber ansonsten? Nasse, kalte Grabkammer. 
 +Währenddessen beginnt Bernfried sein Gespräch mit dem Wesen auf dem Sarg, das er mit Jarlak anspricht. Als es ihn auf seine Begleitung anspricht dauert es auch nicht lange, bis die Hexe all ihre Aufmerksamkeit auf Moriah lenkt. Aber natürlich, das war nie eine Frau, das war immer schon Jarlak und nur jetzt hat er sich offenbart. Der alte Jäger sitzt wie sie nackt auf seiner Ruhestätte, mit einem harten und doch gütigen Gesicht. Doch ein Störgefühl bleibt … nicht zuletzt, weil Moriah immer noch die geisterhafte Hand im Auge hat, die versucht, aus dem Sarg herauszukommen. Dajin, der seine Augenklappe vor der Höhle gelassen hat, beobachtet, wie Moriah den Kopf zu etwas hebt, das nicht da ist. Dort zeigt sich eine Matrix auf der astralen Ebene, die eine sehr machtvolle Illusion offenbart – so mächtig, dass sie fast wie eine selbstständige Person handeln kann. Nun sieht er, wie sich ein spinnenfeiner Faden astrale Kraft durch die Luft fast unbemerkt in Moriahs Kopf setzt. Vermutlich mitten in ihren Drogenrausch hinein. Und nun, als er weiß, worauf er achten muss, sieht er es auch bei Bernfried, der seine Illusion willig annimmt. 
 +Tungdils Augen streifen über die grob behauenen Wände der Höhle. Wenn er es nicht besser wüsste, würde er sagen, dass hier eine gigantische Wolfstatze einmal in den Berg hineingegraben hat. Während er sich in der Maserung des Steins verliert und seinen Blick über seine Gefährten und den redenden Bernfried wandern lässt, kristallisiert sich nach und nach auch für ihn eine Gestalt auf dem Sarg. Alles Weitere bleibt ihm verborgen, aber da hockt eine Frau, durchscheinend, mit nur einem Auge – Tanka, Arngrimms Hexe. Dajin und Tungdil lernten sie vier Jahre zuvor kennen, als sie sich mit Arngrimm auseinandersetzen. Während die Illusion Bernfried davon überzeugt, dass auch weiterhin jegliche Verteidigung gen Osten ausgerichtet werden muss, bedeutet Moriah ihren Freunden durch Atak, was sich direkt vor ihren Augen abspielt - was dann auch Dajin und Tungdil wahrnehmen. Nachdem ihre strategischen Berater aber dagegen sind, den Sarg einfach zu öffnen – weil das ernsthafte Konsequenzen von seiten ihres Herzogs nach sich ziehen könnte – sendet Moriah die Elster, um im Sarg nachzuschauen, wer darin liegt. Während Tungdil und Dajin noch weiter diskutieren, was sie nun als nächstes tun können, wird Moriahs Geist fortgetragen. Aus der Höhle hinaus, die Böschung hinauf bis zu einem Hang, an dem drei schneeweiße Hirsche an uralte Eichen geradezu genagelt worden waren. Ihr ist klar, Jarlak liegt im Grab und diese Vision ist keine Bitte. Diese Hirsche sind die Nägel zu seinem Sarg, sie sind teil des Rituals, das ihn gefangen hält. Der Zwerg und der Zauberer merken, dass sie Moriah nicht mehr erreichen können, die jetzt seltsam still vor dem Sarg sitzt. Da diese Situation für alle irgendwie seltsam scheint, möchte er den Herzog noch mit einem Psychostabiis zusätzlich schützen – jedoch wirkt der Zauber nicht im Nachhinein. Einmal beherrscht ist die Illusion verankert. Tungdil, der bemerkt hat, dass Jabal nur etwas verständnislos das Gefuchtel der Gefährten beobachtet hat, raunt ihm die Geschehnisse zu. Danach geschieht nichts nennenswertes mehr und zwei Stunden später verlassen sie das Grab des Heiligen. 
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 +Als sie außerhalb der Höhle im eiskalten Schnee wieder in die durchgefrorene Kleidung schlüpfen, fühlt sie sich trotzdem an wie ein Kaminfeuer in der guten Stube. Glücklich, wieder gegen Wind und Eis einigermaßen geschützt zu sein, geht Bernfried eilig den Weg voraus, um die neu eingegebenen Pläne Jarlaks in die Tat umzusetzen. Irgendwie müssen die Helden ihn noch immer überzeugen, dass er sich da gerade im schlimmsten Fall eine Todesfalle für seine eigene Armee baut. Doch in seiner aktuellen Euphorie ist es schwer, ihm rational gut zu zureden. Moriah teilt seine Euphorie, aber auf einer ganz anderen Ebene. Ihr Geist wurde von einem Alveraniar berührt und bis in die Zehenspitzen ausgefüllt – und sie hat eine Aufgabe zu erfüllen. 
 +Moriah wartet, bis er außer Hörweite ist und teilt ihren Gefährten dann die Vision mit. Jabal ist wie zu erwarten der Erste, der nach einer Mission eines Heiligen den Weg einschlägt, den Moriah gewiesen hat und auch sie lässt sich auf keine langwierigen Diskussionen ein. Also gehen sie zu Viert zu dem Ort, den sie sah. Wenn sie sich umwenden sehen sie durch Baumstämme und über Wipfel bis hin zum Yslisee und erahnen in der Ferne Ysilia. Auch die Feuer auf Sumus Kate sind noch nicht ganz erloschen und glimmen wie Kohlen im fallenden Schnee. Schnell machen sie sich ans Werk, die beiden kleineren Hirsche hinab zu holen. Sobald ein steif gefrorener Leib den Boden berührt kommt eine Schneewehe herbei und bedeckt ihn so, dass er nicht mehr zu sehen ist. Beim letzten Hirsch stockt den Helden kurz der Atem und eine ungewisse Melancholie klingt in ihren Herzen, als sie erkennen, dass dies nicht einfach nur ein Hirsch mit weißem Fell ist. Dieser muss mindestens durch seine Stattlichkeit und die Schönheit seines Pelzes ein Sohn eines Tierkönigs gewesen sein. Gemeinsam heben sie ihn herab, betten ihn auf den Boden. Die Schneewehe kommt und überdeckt ihn und als der letzte Leib verschwunden ist, erklingt deutlich das steinerne Kratzen einer Grabplatte. Keiner von ihnen wundert sich, dass sie es auf diese Entfernung hören können und nachdem Moriah und Jabal noch ein Stoßgebet gen Firun und Jarlak schicken, kehren sie schweigend Jarlaks Ruhestätte zurück. 
 +
 +Als sie wieder am Grab ankommen sitzt auf dem Grab ein Mann. Eine schattenhafte Gestalt, dessen Schemen nur aus fallendem Schnee zu bestehen bleibt. Man weiß nicht, ob dort ein Mann oder ein zweiköpfiger Wolf sitzt, denn immer wieder verschwimmen beide Schemen. Manchmal sehen sie die strengen Augen in dem sanften Gesicht, umrahmt von langen, schwarzen Haaren, bevor die goldenen Augen des Wolfes auf sie blicken.
 +Jarlak sagt, dass seine Zeit noch nicht gekommen ist, aber sie wird kommen wenn die Not am größten ist. Er hinterlässt einen Pfeil und Bogen und sagt: “Nutzt ihn, wann immer die Not am größten ist. Schießt mit dem Bogen diesen Pfeil gen Himmel und ich werde kommen, um meinem Nachkommen zu helfen.” 
 +Der Pfeil wirkt wie ein einfacher Holzpfeil, hat aber eine Ausstrahlung, dass er gen Alveran geschossen, Tore öffnen kann. Sachte nimmt Moriah beides auf, nachdem sich der Heilige in einer Schneewehe aufgelöst hat, und gemeinsam machen sie sich nun auf den Weg, dem Herzog nach Viereichen zu folgen. 
  
 ====Ein neuer Herzog IV==== ====Ein neuer Herzog IV====
 +73.1 – Einbildung ist auch ‘ne Bildung 
 +15. bis 17. Efferd 1020 BF
 +Die Nachrichten über die Stärke der feindlichen Truppen beschäftigt jeden der vier Helden, während ihnen Schnee in den Kragen krabbelt und Kälte in die Kleidung kriecht. Die Nachricht aus dem Süden, dass der Feind nun vor Warunk steht, ist keine gute. Scheinbar haben sich die Feindestruppen viel schneller durch Tobrien bewegt als die eigenen – und die Vermutung liegt nah, dass Borbarads Truppenführer nicht gnädig mit ihren Mannen umgehen. Der Heerwurm aus dem Süden dagegen scheint im Vergleich sehr langsam zu sein. Später ziehen sie den Schluss, dass sie aufgrund der Belagerungsgeräte einfach nicht zügig reisen können. Rotzen und Hornissen haben sie gesehen, also riesige Schleudern und übergroße Armbrüste. Von den Spähern, die in den Osten geschickt wurden, kamen nicht viele zurück – und die haben nichts gesehen. 
 +Die Nacht breitete ihren dunklen Mantel über das Schneegestöber, als die Helden bei Jarlak waren und nach diesem anstrengenden, ereignisreichen Tag entschieden sie sich, sich eine Mütze voll Schlaf zu gönnen. 
 +
 +Als der Morgen des 16. Efferds graut, sind alle, selbst die Langschläfer Dajin und Moriah, zumindest schon bekleidet, als sie einem höchst motivierten Tungdil zum Zelt Bernfrieds folgen. Alrech verschläft die Ansage, die sie alle noch einmal daran erinnert, dass nur der frühe Vogel den Wurm fängt – ganz wie es sich für einen jugendlichen Drachen gehört. Als Jabal als Letzter das Zelt verlässt, nachdem er alle anderen an ihre Pflichten erinnert hat, bleibt sein Blick kurz an dem Jugendlichen hängen. Kurz erinnert er sich an Björn, wie er sich an Deck der Seeadler nur langsam wieder seiner Menschlichkeit bewusst wurde und der Gedanke, dass Graufang in ihm und das dritte Zeichen in Alrech sich nicht so unähnlich sind, setzt sich in den hintersten Winkel seines Kopfes. Sowohl in Alrech als auch in ihm schlummert eine lebendige Waffe. 
 +Trotz der Frühe scheint Leben im Lager zu sein. Einige weitere Barone sind mit ihren Truppen noch im Schatten der Dunkelheit angekommen und in dem trotzdem noch verschlafenen Viereichen werden Absprachen getroffen, Zelte aufgebaut und vereinzelt beginnen die Kämpfer Bäume abzuholzen. Vereinzelt wurde damit begonnen, grobe Holzhütten gegen die Kälte aufzubauen. Aber trotz der wachsenden Menge an Menschen sind noch lange nicht alle Truppen vor Ort. 
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 +Als die Zeltplane zum Herzogenzelt zurückgeschlagen wird, schlägt Tungdil lauwarme Luft entgegen. Davon nicht irritiert schreitet er wie selbstverständlich voran, gefolgt von Jabal, Dajin und Moriah – die bei der spürbaren Temperaturveränderung kurz aufatmen. Zu ihrer aller Überraschung steht an Bernfrieds Seite seine Frau Efferdane, eine Hand auf die Schulter ihres Mannes gelegt, die den Gefährten würdevoll zunickt – nur um ein schelmisches Zwinkern folgen zu lassen, bevor sie an ihnen vorbei hinaus ins Lager geht. Noch bevor der schwere Vorhang sich wieder schließt, hören die Helden mit erhobener Stimme erteilte Befehle, die sich um die Organisation des Lagers drehen. Erst jetzt bemerken sie den Luxus, der im Zelt des Herzogs herrscht: Ein neu installierter Ofen, der das Fell auf dem Boden vor dem grob zusammengezimmerten, hölzernen Sessel wärmt, auf dem sich Bernfried niedergelassen hat. In der Ecke steht noch eine Gestalt, den die Vier aus dem Drachensteinrat kennen: Delo von Gernotsborn. Tungdil weiß, dass er ein geübter Stratege ist – außerdem Kanzler des Reiches. Das Gespräch über die Verbesserung der Verteidigungsmaßnahmen ist allerdings auch viel schneller geklärt als erwartet wurde. Bernfried gibt Tungdil die Erlaubnis, alles zu tun, was er für richtig hält und stellt ihm Delo zur Beratung zur Seite. Er scheint seine Frau so lange nicht gesehen zu haben, dass er mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache ist. 
 +So führt ihr Weg sie danach am anbrechenden Morgen zu Xindra und Diurana, den beiden Druidinnen. Dajin will von ihnen wissen, ob ihnen bei einem Besuch zu Jarlaks Grab etwas aufgefallen wäre, da für ihn offensichtlich eine Illusion auf dem Sarg saß. 
 +Als sie das Zelt wieder verlassen, drängt Jabal darauf, die Waffe Jarlaks zur Hochgeweihten der Firunkirche zu bringen: Hilja von Sturmwehe. Moriah, die ihr nicht vertraut, ist skeptisch – lässt sich aber von ihren Begleitern davon überzeugen, dass ein Firunheiliges Artefakt zumindest von Vertretern der Firunskirche begutachtet werden sollte. Allerdings hält der Besuch bei Hilja eine Überraschung für sie parat: Anscheinend sind Bogen und Pfeil nur für Moriah, Jabal, Tungdil und Dajin sichtbar. Nachdem sie wiederholt fragt, ob dies eine Scharade sein solle, schaut Moriah das Holz in ihren Händen anders wahr. Sie schaut den Bogen an, spannt ihn, legt den Pfeil ein und zielt auf den Eingang – von der Geweihten fort. Der Bote, der gerade hineinkommt, schaut sie ob der Gesten äußerst irritiert an, geht aber unverzüglich weiter. Dajin, der auch mit seinem Auge nichts sieht, bittet sie, den Bogen einmal halten zu dürfen. Irritiert reicht sie ihm ihn. Auch er schaut sich den Bogen genauer an, schaut zur Geweihten, zurück auf den Bogen – und schlägt ihr kurzerhand, sehr vorsichtig, mit einem Ende auf den Kopf – doch sie merkt nichts. Als sie sich verwirrt und irritiert bei ihrer Exzellenz entschuldigen und sich zurückziehen bemerkt Jabal kopfschüttelnd: “Anscheinend hast Du, Moriah, Schwester, den Willen der Götter besser verstanden als ich”, während Moriah selbst sich für den Bruchteil einer Sekunde fragt, ob sie nicht vielleicht alle einfach nur verrückt geworden sind. Jeder von ihnen sieht Jarlaks Waffe nicht nur, sondern spürt sie auch, kann sie in den Händen wiegen und spannen – und selbst nach ausführlicher Überprüfung findet selbst Dajin nichts Magisches an ihr. Ein wahres, heiliges Wunder. 
 +Den Rest des Tages verbringen sie mit Verschiedenem. Tungdil und Delo planen die Verbesserungen der Wehranlagen und geben erste Befehle. Moriah verbringt ihre Zeit mit einem Besuch bei Fenoscha und damit, sich unter die Soldaten zu mischen, um zu helfen und die Moral der Truppen zu stärken. Jabal macht auf seine Art und Weise ähnliches, nach einer Visite im Lager der "Verlorenen" sucht er Bibernell, um seinen Aufgaben als Geweihter nachzukommen. Dajin sucht derweil das Gespräch mit Jalna, die mittlerweile mit einigen Adepti der Akademie in Viereichen angekommen ist. Er will von ihr alles über das Thema Illusionsmagie erfahren und obwohl sie keine Expertin in dem Gebiet ist, steht sie gerne Rede und Antwort. Der mächtigste Illusionist ist Xeraan, von dem die Gefährten aber wissen, dass er derzeit nicht in Tobrien sein kann. Dafür hat Tungdil gesorgt. Jalna erzählt aber auch, dass es eine Illusionsakademie in Mendena gab, die Xeraan abgebrannt hat. Er war dort Eleve. Zu der Frage, warum Dajin die Illusion auch mit seinem magischen Rubin nicht sehen konnte, sondern nur die Auswirkungen als die Illusion zauberte, sagt sie folgendes: “Wenn man Drogen genommen hat wird dies von manchen Kulturen als Schlaf angesehen. Vermutlich kann man somit durch Traumzauberei erreicht werden, die zumindest den Hexen zu eigen ist.” Sie vermutet, dass man einen Fokus braucht, um in einen Traum zu gelangen und dass es vielleicht mehrere Zauberer auf einmal, die alle etwas Verschiedenes machen, um diese Macht ausüben zu können. 
 +
 +Am Abend des 16. Efferd schließt sich ein großer Trupp zusammen, der Jarlaks Grab besuchen möchte. Xindra und Diurana sowie Hilja und zwei ihrer Akoluthen schließen sich Bernfried, seinen vier Leibwachen und den Gezeichneten an, wie sie nun immer öfter genannt werden. Die Gefährten beobachten genau, ob und wie das Prozedere durchgeführt wird und auch Moriah trinkt erneut den Wein – allerdings passiert dieses Mal absolut nichts. Kein Leuchten des Weges, kein Wolf bewegt sich, kein Jarlak auf dem Sarg. Auch findet sich in der Nähe keine Spur der Hexe. Wahrscheinlich, so mutmaßen sie auf dem Rückweg ins Lager, sind die Gegner nicht dumm – als sie sahen, dass die Hirsche nicht mehr an den Bäumen hängen, wussten sie, dass sie aufgeflogen waren. Vermutlich haben sie sich unmittelbar aus dem Staub gemacht. 
 +73.2 – Gallien. Ich mein’: Eslamsbrück.
 +17. - 20. Efferd 1020 BF
 +Die gemurmelten Gespräche im Zelt der Gezeichneten ziehen sich noch eine Weile, bis sie Schlaf finden – nur um am nächsten Morgen durch Aufregung und Durcheinander im Außen aus den Schlafsäcken getrieben zu werden. Während Jabal vorbildlich den Morgen schon mit Schwertübungen begonnen hat, als selbst Praios noch schlief, und Tungdil sich so früh wie möglich weiter um die Verteidigung der Stadt kümmern wollte, stolpern Dajin und Moriah eher unkoordiniert aus dem Zelt. Noch den zweiten Stiefel am Schaft hochziehend tritt Moriah in den frischen Schnee und ohne Heißgetränk gehen sie sofort wieder zum Herzog Tobriens. 
 +“Es sind Berichte aus dem Osten zurückgekehrt!”, verkündet Bernfried, als die Helden in die Versammlung der Barone im herzoglichen Zelt stolpern. “Teile der Truppen, die in unsere Richtung gegangen sind, sind anscheinend stattdessen gen Eslamsbrück gezogen.” Die Gefährten erinnern sich lebhaft daran, dass sie dort Leute zurückgelassen haben, aber die Stadt niemals gefallen ist. 
 +“Wir kriegen Hilferufe von Eslamsbrück unterschrieben von Welfert von Mersing, Hochgeweihter Borons im Golgariten-Orden. Er berichtet …” Bernfried zieht ein Schreiben hervor und liest: “Stadt hält noch, Mauern wurden gestärkt, Untote wurden soweit es geht vernichtet und 400 Streiter haben sich in Eslamsbrück versammelt. Sind belagert. Brauchen Nahrung und Waffen.” Ernst blickt er in die Runde und nickt, als er die Gefährten erblickt, die mit ebenso ernsten Minen zurückschauen. 
 +“Wir wissen also, dass Eslamsbrück steht! Das sind gute Neuigkeiten.” Danach schickt er alle außer den Helden hinaus und als der letzte Baron gegangen ist, lässt er die Sorge mehr in seine Körpersprache fließen. Er lässt sich schwer auf seinen Stuhl fallen und sagt: “Ich habe damals meinem Bruder nicht geholfen und das haben die Götter nicht gut gehießen. Sie haben ihn mir genommen. Was tu ich?” Er schaut Moriah direkt an, die sich trotz der frühen Stunde einmal mehr daran erinnert, in welcher Rolle sie unterwegs ist. 
 +“Mit Verlaub, mein Herzog, wir sind nicht davon ausgegangen, dass Eslamsbrück eine Überlebenschance hatte. Wenn wir nun Truppen dorthin entsenden, könnte …”
 +“Ich habe”, betont Bernfried. “... schon meinem Bruder keine Hilfe geschickt.” Moriahs Mund klappt zu und unbehaglich schaut sie auf den Boden, weil sie die Worte, die sich anschließen wollen, herunterschluckt. “In der Nähe der Stadt liegt Drachenblick, eine Draconiter-Festung …”, denkt er laut. 
 +“Meint ihr, dass von dort die 400 Streitenden kommen?” 
 +“Wenn sich Golgariten und Draconiter zusammengeschlossen hätten, würde es erklären, weshalb die Stadt noch steht.”
 +“Nehmt 100 Leute und reitet nach Eslamsbrück.” Bernfrieds Stimme klingt fast endgültig. “In acht Tagen seid ihr wieder hier und erstattet Bericht.”
 +“Aber, Euer Hochwohlgeboren …”
 +“Geht! Wenn ihr nicht reitet, finde ich andere. Die Götter haben mir schon meinen Bruder genommen, ich will ihm nicht noch mehr schuldig sein.” Tungdil verbeugt sich daraufhin und sagt in seiner vergnügten Art: “Wie Ihr wünscht, Herzog” und dirigiert seine Gefährten hinaus. 
 +Kaum, dass sie das Zelt verlassen haben, landet eine Hand auf Moriahs Unterschenkel und eine auf Dajins. Mit einigem Druck schiebt Tungdil seine Gefährten den Weg entlang und raunt: “Wir machen einen schnellen Ausflug mit Alrech und schauen, was dran ist. Bevor Bernfried sinnlos zwei Banner opfert. Wir sind heute Abend wieder da.” 
 +
 +“Tatsächlich. Die Stadt steht!” Auf Alrechs Rücken reicht der Blick über die Landgrafschaft Tobimora weit. Eslamsbrück mit seinen Mauern steht einer einsamen Heldin gleich inmitten des aufgewühlten Schlachtfeld. Noch immer sieht man die Spuren der Brandgeschosse, den aufgewühlten schlammigen Boden unter dem frischen Weiß. Gegen die Erinnerungen an die Schlacht kann sich keiner von ihnen wehren. 
 +Am Nordufer des Flusses sehen sie, was sie erwartet haben: Ein kleines Belagerungsheer, nicht weit entfernt von einer behelfsmäßigen Brücke über das Gewässer. Die Reste der alten Brücke ragen noch beidseitig aus dem Schlamm der Flussufer. Sie haben sich gut eingegraben und befestigt, so dass an eine Flucht aus Eslamsbrück nicht zu denken ist. 
 +Alrech landet westlich von Eslamsbrück und während sich die Gruppe auf die Mauern der Stadt zu bewegt, verändert er langsam wieder die Gestalt, damit nicht ein jugendlicher Kaiserdrache vor den Toren die Bevölkerung zusätzlich verängstigt. Von den Zinnen schaut ein Mann auf die Gruppe herab. Aus dieser Perspektive wirkt er fast so groß wie Jabal, allerdings ist sein Gesicht blass unter dem Helm, der seine schwarzen Haar verdeckt. Dem Rondrageweihten fallen auch sofort die kunstvollen Verzierungen auf, die seine geschwärzte Rüstung schmücken. 
 +“Das muss Welfert von Mersingen sein”, sagt Dajin leise, während Tungdil den Golgariten begrüßt. An dessen Seite ist eine Frau aufgetaucht, die sich als Lea Elida Welfenhaag vorstellt: Oberste Geweihte des benachbarten Draconiterordens. Während diese beiden die Helden durch die Stadt führen, erzählen sie, dass es etwa ein halbes Banner Golgariten und ein halbes Banner Draconiter mit zusätzlich 300 Kämpfern aus dem Umland in der Stadt gibt, die tapfer gekämpft haben, um sie und die Einwohner zu schützen, die überlebt haben und noch da sind. Etwa 800 seien noch innerhalb der Schutzmauern und langsam würden die Ressourcen knapp. Die Geweihten haben sich geschworen, die Stadt zu halten und durch die Blicke, die Körpersprache und die Art, wie sie ihre Sätze ergänzen merken die Gefährten schnell, dass zwischen Welfert und Lea ein stärkeres Band existieren muss als nur das der Nächstenliebe. Selbst die Warnung vor der Verstärkung Borbarads schreckt sie nicht. Sie erzählen, dass ein großes, göttliches Wunder Borons die Stadt geschützt hat. Dadurch vergingen die Untoten, die die Stadtgrenze erreichten und die Söldner schliefen ein. Die Untote, die noch in den umliegenden Wäldern herumstreiften, wurden durch gezielte Angriffe vernichtet. Jedes Mal, wenn jemand eine Evakuierung der Stadt anspricht, bilden die beiden Hochgeweihten eine Front, an Überzeugung ist hier nicht zu denken. Sie fordern Unterstützung in Form von Waffen und Pfeilen und schreiben einen Brief an Bernfried, dass er seine 100 Mann nutzen soll, um Arngrimm zu vernichten und dann Entsatz zu senden. So lange hielten sie in jedem Fall noch aus. 
 +Die Helden bleiben alleine auf den Mauern zurück, von denen sie aus nach Osten über das Schlachtfeld blicken können, während sie sich besprechen, ob sie hier an diesem Abend die feindliche Truppe vernichten oder nicht. Moriah ist sehr unschlüssig. Sie sieht die Zeit davonlaufen und hat permanent einen Knoten im Magen, dass in dieser Zeit in Viereichen etwas von viel größerer Tragweite passiert. Sie sagt, dass sie diese Entscheidung unmöglich treffen kann, sich aber voll und ganz auf die Seite ihrer Gefährten stellt – egal wie sie sich entscheiden. 
 +“Moriah, du bist eine Stimme des Friedens – doch diese Entscheidung müssen Krieger treffen”, versucht Alrech sie zu beruhigen. Sie zieht skeptisch eine Augenbraue hoch – doch die Sorge weicht ihre Abwehr auf. Damit beschließen Jabal und Tungdil, des nächtens einen Ausfall zu machen, der den Feind vor Ort vernichtend schlagen soll. Tungdil macht daraufhin einen Plan, der nicht komplex, aber wirkungsvoll ist: Eine Ablenkung in Form von Kriegern reiten aus dem Stadttor direkt mit viel Lärm auf den feindlichen Trupp zu und geben soviel sie können, während die Gefährten mit den Draconitern im Schutz der Dunkelheit von hinten über den Hügel bis zur feindlichen Palisade schleichen. Dort steigen erst die Helden in die Stadt ein, mit Seilen um die Hüften gebunden, um dem folgenden Halbbanner Draconitern eine Möglichkeit zu geben, in die Anlage einzudringen. Währenddessen bietet Jabal den Geweihten seine Hilfe beim Weihen der Schwerter an, da nicht sicher ist, gegen was sich die freiwilligen Kämpfer stellen müssen, sobald sie aus dem Süden angreifen. Gemeinsam mit Welfert und Lea stimmt er die Krieger von Eslamsbrück auf die bevorstehende Schlacht ein.
 +Der Mond scheint in dieser Nacht Blutrot über die frische Schneedecke und taucht das Gebiet vor Eslamsbrück erneut in eine seltsame Stimmung, als mit lautem Gebrüll die Golgariten mit einigen der profanen Kämpfer so schnell sie können gegen die Feinde stürmen. Während Tungdil, Jabal, Moriah und Dajin sich ungesehen ihren Weg bahnen können bemerken sie, wie viele Menschen dabei sterben müssen, damit sie diese kleine feindliche Einheiten auslöschen können. Spesen des Krieges. Sie sehen von weitem, wie die Golgariten die Profanen vor den Untoten schützen, nur damit sie in einem Pfeilhagel Verluste einstecken. 
 +Gerade, als die südliche Einheit durch das Tor in die Anlage platzt, springen auch die Helden aus dem Norden über die Palisade und beginnen, Unruhe zu stiften. Heftige Kämpfe entbrennen und Alrech stürzt sich nicht nur in Gestalt des Kaiserdrachens mitten in die Feinde. Mit einem lauten “IHR WERDET STERBEN, IHR WÜRMER! ICH BIN EIN DRACHE!” beginnt er, Furcht unter den Belagerern zu säen und seinen Freunden fällt auf, dass er stärker wirkt, robuster und mehr bereit, sich in den Kampf zu stürzen als sonst. Außerdem wirkt es in einem gewissen Licht fast, als habe sich die Gestalt des Kaiserdrachens irgendwie … verändert, aber der Eindruck ist zu flüchtig, um ihn festzuhalten. Sein Feuer setzt alles in Brand. 
 +Gesegnet mit Dajins Zauberkraft und geschützt durch seine unsichtbaren Wände vor Pfeilen erschlagen Tungdil, Moriah und Jabal einen Kämpfenden nach dem anderen und schützen sich, während sie die Seile anbringen. Danach schaut sich Dajin das Spektakel an, legt den Kopf schief und beginnt, die Hände in der Luft zu drehen, als würde er eine Kugel formen wollen. Mit einem lauter werdenden: “igniSPHAERO!” jagt ein mächtiger Feuerball durch die Feinde und gegen die Palisade, womit er es dem Trupp von vorne leichter macht, hineinzukommen und nicht in dem Engpass des Tores abgeschlachtet zu werden. Fast zufrieden mit sich selbst guckt er auf seine Hände, wischt sich das Blut aus dem Gesicht, das ihm aus der Nase läuft und wendet sich um, gerade als die Draconiter es in den Kampf schaffen. Danach ist der Kampf schnell entschieden. 
 +Sie nehmen etwa 30 überlebende Söldner mit nach Eslamsbrück, wo sich etwa 20 anschließen. Zehn werden von Jabal gerichtet und anschließend aufgeknüpft und verbrannt. Danach gibt es ein Fest für die Kämpfenden, das zwar nicht üppig, dafür aber fast herzlich ist. Alrech allerdings zieht sich ohne sich zu verabschieden zurück und fällt in einen Tiefschlaf – die Gruppe weiß, dass er nun etwa zwei Tage schlafen wird. Moriah schickt das Zeichen mit einer Nachricht an Bernfried, mit dem Entsatz zu warten. Die Schlacht war siegreich, Eslamsbrück vorübergehend gesichert und in drei Tagen seien sie zurück. 
 +
 +Als sie nach drei weiteren Tagen am 20. Efferd 1020 BF in Viereichen ankommen bemerken sie, warum die Truppen, die den Helden eigentlich auf ihrem Weg begegnet sein müssten, ihnen nicht begegnet sind: Das Heer hat einen Bogen geschlagen und ist über einen Umweg nach Viereichen gegangen. Dort stehen nun etwa eintausend Tobrier gegen eintausend Borbaradianer. Mit bis zum Hals schlagenden Herzen stehen die Gezeichneten im Schutz des Waldrandes und blicken zur Stadt. Die Lagerfeuer der Feinde wirken wie Irrlichter in dem diesigen Grau, das eventuell schon Dämmerung sein könnte. 
 +
 +Beim nächsten Mal:
 +Bernfried will nicht auf den Angriff warten, weil er Angst hat, dass die feindliche Armee Unterstützung aus Warunk erhält 
 +Discord-Fluff
 +
 +Die eiskalten, an Watte erinnernden Flocken fallen gnadenlos wie Firuns Blick vom Himmel und das Knirschen unter den schweren Stiefeln der Helden klingt unnatürlich laut. Die Stimmen des Herzogs und seiner Leibwache ein paar Meter den Weg herunter wirken fern. Nach den Stunden in der Höhle so wie Rahja sie schuf war die Kleidung ein warmer Schutz gewesen – doch langsam bahnt sich die klirrende Kälte wieder ihren Weg zurück. Nichts desto trotz sind Jabal, Moriah, Dajin und Tungdil noch immer erfüllt vom Anblick des Alveraniars.
 +"Meint ihr, diese ... Hexe ... erscheint morgen erneut?" Moriahs Blick ist konzentriert auf den tiefen Schnee vor ihren Füßen gerichtet, damit sie nicht überraschend den Halt verliert. Sonst wirken Wälder im Schnee auf sie immer beruhigend – heute hat sie das Gefühl, dass etwas im Unterholz lauert. Ein Schauer läuft ihr den Rücken hinab. Sie schüttelt sich und bildet sich ein, dass der Bogen in ihrer Hand selbst durch den Handschuh fast eine tröstende Wärme spendet. "Und ... kann irgendwer von euch mit einem Bogen umgehen, wo ich gerade so darüber nachdenke?"
 +Dajin läuft mit eingezogenen Kopf, leicht vorgebeugt und die Arme vor der Brust reibend um sich zu wärmen hinter Moriah. Einmal mehr verflucht er in seine Gedanken Borbarad, da dieser die wenigen verträglichen Monate Tobriens auch noch zunichte gemacht hat. „Ich bin schon froh wenn ich meine Finger noch einmal so weit bewegen werded kann, dass ich in der Lage bin meinen Stab loszulassen. Geschweige denn mal eine Bogensehne zu zerren. Aber glaubst du wirklich, dass man dafür gut Bogen schießen muss? Sind die Tore Alverans eine bestimmte physische Distanz in der Luft entfernt, die der Pfeil erst fliegen muss, bevor er das Tor für Jarlak öffnet?“
 +Sorgsam darauf achtend, dass sie keinen Fehltritt macht, damit sie auch dem frierenden Magier hinter sich einen Weg bahnen kann, zuckt mit den Schultern. "Ich weiß es nicht. Vermutlich nicht." Sie wendet den Kopf Richtung Dajin, ohne den Blick vom Weg zu lassen. "Es ist nur so ungewohnt, einen Bogen zu tragen. Brauchst du dahinten irgendwas, außer ein tragbares Feuer?"
 +Tungdil steckt sich seine Pfeife in den Mund und zündet sie an. "Mich musst du nicht fragen. Ich müsste auf einen Stuhl stellen, um den Bogen benutzen zu können. Außerdem würde ich das Bianca nicht antun", meint Tungdil und tätschelt seine Armbrust. "Aber ich stimmt Dajin zu. Solange der Bogen abgefeuert wird, wird er sein Ziel erreichen. Vielleicht sollte Jabal den Bogen nehmen. Er ist auf jeden Fall groß und stark genug, um den Bogen zu spannen. Oder du behälst ihn, Moriah. Dajin und ich fallen raus." *Danach rückt er das Fell unter seinem Helm ein wenig zurecht und zieht ihn sich tiefer über die Ohren.
 +Jabal wirft einen Seitenblick auf Bianca und schüttelt leicht den Kopf "Nach der Dschadra, ist der Bogen die rondraischste unter den fernkämpfenden Waffen. Ich bin kein Meister, aber ich verstehe mich leidlich auf den Umgang damit."
 +„Ein warmes Bett und ein heißer Reiswein wären ganz nett”, meint Dajin. “Aber in anbetracht der Tatsachen wird ich mich wohl auch mit einem Lagerfeuer und einer trockenen Decke zufriedengeben. So weit kann es doch gar nicht mehr sein. Und ich glaube du solltest den Bogen behalten Moriah. So wenig wie Jabal noch Erinnerungen an die letzte Schlacht hat und was Fenoscha machen musste damit Jabal aufhört zu kämpfen, möchte ich den Bogen lieber bei jemand wissen, der in der Schlacht einen klaren Verstand behält. Nichts für Ungut Jabal.“
 +Moriah nickt einmal, wie um sich selbst zu bestätigen. "Ich glaube, wenn der Zeitpunkt kommt, wird eh alles anders sein, als wir es uns gerade ausmalen." Sie wirft einen Blick auf Tungdil und schmunzelt kurz. "Wer weiß, vielleicht musst du wirklich auf einen Stuhl klettern oder einen Hocker oder ... eine Kiste, weil niemand von uns fähig ist." Ihre Hand schließt sich etwas fester um die alveranianische Waffe.
 +Tungdil stößt einen Rauchkringel gen Himmel "Da wir eh nach oben schießen müssen, könnte es vielleicht gehen." und er deutet die Bewegung an, wie er den Bogen über sich hält und einen Pfeil durch seinen Kringel schießt. Dann schmunzelt er "Aber ich denke, so oder so werden wir es hin bekommen. Die wohl wichtigere Frage ist, wie wir den Herzog in Spe davon überzeugen, eine sinnvolle Aufstellung zu machen und wie wir den Zauber der Hexe brechen, damit sie aufhört unseren Untergang voran zu treiben."
 +Dajin schnieft laut „Ich habe keinen Zauber mehr gesehen, aber es ist nicht auszuschließen, dass diese Illusion erst am Abend wiederkehrt. Ich werde mich morgen mal mit den anderen Magistern unterhalten. Vielleicht kennt sich einer von ihnen aus mit Illusionsmagie, oder wie wir sie beseitigen können.“ Dajin versucht weiterhin in Moriahs Fußstapfen zu treten. Als er danebentritt und wieder mal ein Schwall Schnee in den Schuh fällt flicht er wieder leise „Sommer, es sollte Sommer sein!“
 +"Kann es nicht sein, dass wir mit dem Befreien Jarlaks das Ritual schon gebrochen haben?" Sie schaut sich ein wenig unsicher zu den anderen um. "In meiner Vision hatte ich eine Art Gewissheit, dass dieses Ritual umittelbar mit dieser ... Schreckensgestalt zu tun hatte, die Arngrimms Hexe zu sein scheint. Vielleicht taucht sie einfach nicht wieder auf ...?” Erst verzögert kommen Dajins Worte in Moriahs Geist an, aber sie nickt stärker als beabsichtet. "Ja, schau, die Bäume sind unter der Schneelast noch vom Sommer überzeugt ..."
 +"Ich hoffe, dass es zwei verschiedene Zauber waren. Sonst wird es noch schwerer, den Herzog in Spe davon zu überzeugen, die letzte Botschaft Jarlaks zu ignorieren" Tungdil klopft sich ein wenig Schnee aus dem Bart "Wenn wir mit dieser Aufstellung Borbarad und seinem brillanten Heerführer begegenen, sehe ich unsere Mühen im nichts verpuffen. Ich werde mich später mit dem Herzog treffen und hoffe, dass er vom Krieg führen so wenig versteht, dass ich die Worte der Hexe um interpretieren kann. Will mir da jemand helfen?"
 +Moriah nickt. „Ich unterstütze dich gerne, wenn ich kann. So wirkt es eher, als werden unsere Truppen in die Enge getrieben, um als Ressourcen zu enden - seh ich das richtig?“
 +Tungdil nimmt einen weiteren tiefen Zug und lässt den Qualm aus seinem Bart aufsteigen: "Das ist sicher die Intention. Wenn wir aus dem Süden angegriffen werden, ohne die Aufstellung zu verändern, bekommen wir echt Probleme." Tungdil beginnt mit seiner Pfeife Linien in die Luft zu malen "Wenn der Feind von Süden aus kommt, dann sind wir zwischen See im Norden, unserer Verteidigung im Osten und der Stadt im Westen eingesperrt"
 +"Viel Glück dabei”, antwortet Dajin ernst. “Ich bleib dabei und frag die anderen Magister über die Illusion. Vielleicht wissen ja die Druiden auch etwas über Tanka und was sie gemacht hat, seitdem Arngrimm sie von seiner Seite geschickt hat."
 +"Ein Vertreter der Rondrakirche sollte ebenfalls anwesend sein, wenn solche Belange besprochen werden. Vielleicht kann unsere Autorität auch helfen den Herzog zu einem Umdenken zu bewegen."
 +Der restliche Weg zurück nach Viereichen verläuft stiller, inmitten der dichten Schneeflocken, und nur durchbrochen durch Geräusche des Waldes. 
 +
  
 ====Ein neuer Herzog V==== ====Ein neuer Herzog V====
 +74.1 – Rückkehr
 +20. Efferd 1020 BF
 +Der Blick über die feindlichen Lager scheint zumindest eine Information zu bestätigen, welche die Späher zurück brachten: Keine sichtbaren Dämonen. Hier und da kann Dajin dank des Auges astrale Matrizen in einigen der Menschen erkennen, aber auch diese sind eher marginal zu betrachten. Auch Untote sind nicht zu sehen auf den ersten Blick, allerdings gab es in der Dunkelheit Bewegungen in den Wäldern. 
 +Nach den Tagen im Marsch durch den Wald im Schnee sind die Helden zwar erschöpft, es hätte aber auch viel viel schlimmer aussehen können. Tungdil hat sein Bestes getan, darauf zu achten, dass Dajin und Moriah nicht erfrieren in der Kälte. Doch als sie die Kämpfer der Banner, die Adeligen und Rondrianer sehen, die geschäftig durch das Lager laufen, richtet sich jeder von ihnen stolz auf – bis auf Dajin, der in dem Gespräch “Wir müssen die Moral der Truppen irgendwie stärken und festigen” nur meinte, dass das bestimmt auch ginge, ohne, dass er so tun müsse, als ginge es ihm blendend. 
 +Als sie allerdings ins Lager kommen schwillt selbst dem Magier kurz die Brust, weil die vorübergehenden Bewohner Viereichens nachhaltig beeindruckt sind, dass sie zu fünft Eslamsbrück verteidigt haben.
 +Die Helden korrigieren den Eindruck auch gar nicht richtig, sondern rufen Worte des Triumphes, recken ihre Waffen nach oben, stehen hier und da Rede und Antwort. 
 +Jabal in seiner schwarzen Enduriumkette, dem weißrotem Umhang und passendem, geschwärztem Helm, das mächtige schwarze Schwert erhoben. “Der Herr der Toten persönlich wendet sich gegen Borbarads unheiliges Treiben. Boron hat in Eslamsbrück jeden Untoten vergehen lassen, der es geschafft hat einen Fuß in die Stadt zu setzten. Gemeinsam mit den tapferen Kriegern der Boron- und Hesindekirche und den furchtlosen Kämpfern Tobriens, haben wir das Belagerungsheer vernichtend geschlagen. Ein Großteil derer, die überlebt haben, haben sich unserer Sache angeschlossen und werden in Zukunft Tobrien und damit das Land der Zwölfe verteidigen!”
 +Moriah, auf seiner rechten und Tungdils linken Seite, reckt Walkring in die Höhe und ruft: “Hesinde und Boron schützen die Stadt! Eslamsbrück lebt und Jarlak steht im Kampf an unserer Seite!” Durch die Zeit mit Glacerion sieht sie immer ein wenig aus, als habe sie Tage in der Kälte verbracht. Die Haut ist etwas blasser, die Wangen und die Nasenspitze gerötet und der Schal um ihren Hals hat schon bessere Tage gesehen. Die Kettenglieder ihrer Enduriumrüstung klirren dumpf unter dem dicken Wintermantel und auch in ihrem Gesicht sind durch die letzten Tage tiefe Augenringe durch die Anstrengungen gezeichnet worden. Währenddessen schreitet Tungdil nur stolz den Gang der Helden, während Dajin müde neben ihnen Schritt hält. Die Tage des Marsches hat nichts desto trotz Spuren an jedem von ihnen hinterlassen. Als die Vier durch die Armee der Verlorenen gehen und Fenoscha herzlich in die Arme schließen, hagelt es natürlich von allen Seiten spielerische Vorwürfe, dass sie immer allen Ruhm allein haben wollen. Die dummen Sprüche fliegen tief, bis Efferdane hinzukommt und sie begrüßt. 
 +“Ihr kommt zur rechten Zeit zurück”, sagt sie. “Wir haben vielleicht noch zwei Tage, bis der Feind kommt.” Die lockere Stimmung, die sich gerade aufbauen wollte, erstirbt sofort und wieder fallen dicke Flocken auf die Köpfe der Anwesenden. Irgendwo aus den Wäldern dringt das tiefe, hungrige Heulen eines Wolfes. “Vielleicht sollten wir uns hineinbegeben. Wir haben Dinge zu besprechen.” 
 +
 +Als sie Efferdane durch die Gassen Viereichens zum ehemaligen Gasthaus folgen, wird ihnen wieder einmal klar, was der Krieg mit den normalen Menschen macht. Einige der Häuser sind geräumt worden, die Bürger nach Ysilia geschickt, damit die Barone und Adeligen stabile Unterkünfte haben. Ihr Ziel gehört dazu. Als sie “Bernfrieds Halle” betreten, sind die Helden erstmal überrascht, dass drinnen ebenso viel Geschäftigkeit herrscht wie im Lager. Nur noch entfernt erinnert es an ein Gasthaus. Sie geben ihre Rucksäcke und Teile ihrer Waffen ab, als sie darum gebeten werden, ebenso wie ihre Mäntel, Schals, Handschuhe. Sie folgen Efferdane zu einem der Tische, auf dem die Aufstellung der eigenen Truppen und der feindlichen aufgezeigt sind. 
 +“Nun erzählt”, sagt Efferdane. “Mein Mann ist noch in Gedanken. Ihr erinnert euch an das Gespräch im Drachensteinrat?” Sie berichtet, dass sich in den letzten Tagen ein Widerstand gebildet hat, angezettelt von der Firunskirche in Form von Hilja und unterstützt von Ucurian von Quellensprung, also der Rondrakirche. Bernfried solle nicht gekrönt werden, bis er sich in der Schlacht würdig erwiesen habe. Irritiert tauschen die Helden einige Blicke, und Tungdil spricht gerade heraus aus, was sie alle denken: “Dieselben Barone, die nur Truppen geschickt haben, weil sie Bernfrieds Anspruch anerkennen und die Krönung unterstützen, unterstützen ihn jetzt nicht mehr, weil er sich erst noch in der Schlacht beweisen soll?” Efferdane nickt. 
 +“Ich weiß, es ist widersprüchlich, aber es geht ihnen hier ums Prinzip.” Sie seufzt. “Die Tobrier sind ein stures Volk. Doch ich bin sicher, dass sie ihre Meinung wieder festigen werden. Jarlak ist bei uns.” Danach vergeht die Zeit bei den Strategiebesprechungen für die Schlacht schneller als erwartet. Die einzelnen Banner sind schnell platziert, sie denken sogar daran, kleinere Einheiten zum Schutz des Grabes abzustellen und gerade, als sie auch das Banner der Verlorenen mit Fenoscha so platzieren, dass es im Notfall schnell beim Grab sein kann, zieht erneut das bedrohliche Heulen eines Wolfes durch das Lager. 
 +“Werden die Wölfe ein Problem sein?”, fragt Moriah, leicht besorgt durch die befremdlichen Geräusche. Efferdane schüttelt den Kopf. 
 +“Die alte Firungeweihte sagt, Jarlak sei ihr im Traum erschienen und habe ihr vergewissert, dass die Wölfe auf unserer Seite sind.” Skeptisch zieht die Spielerin eine Augenbraue hoch. Sie vertraut weder der Firungeweihten noch den Wölfen, und als Tungdil diese mögliche Bedrohung einfach übergeht und gerade die Belagerungswaffen des Feindes als primäres Operationsziel angeben will, bedeutet sie ihm in Atak: “Ist Arngrimm Werwolf?” Er schafft es, während er spricht, zurück zu signalisieren, dass er nur ein einziger Werwolf ist und sie ihn erst einmal finden müssen. Sie bedeutet zurück: “Gleich allein reden.” 
 +Als sie dann unter sich sind, setzt sich Jabal ziemlich zügig im Schneidersitz auf den Boden und legt seine Dschadra über seine Oberschenkel. Die Augen des Uthulus schließen sich und er ist für keinen der anderen für eine Weile geistig zu erreichen. Währenddessen stellt Moriah die Frage, warum die Wölfe eine geringere Gefahr sind als die Belagerungswaffen, da beides in ihrer Wahrnehmung gleichwertig gefährlich seien. 
 +“Wenn Arngrimm ein Werwolf ist, ist es doch wahrscheinlich, dass er irgendwie mit den Wölfen hier zusammenarbeitet, oder nicht? Die, die ich bisher traf, waren untereinander gut vernetzt …” 
 +“Aber er ist nicht der Anführer der Werwölfe. Deswegen ist die Bedrohung nicht so brisant.” 
 +“Was hat die Bedrohung durch die Wölfe damit zu tun, ob er Anführer ist oder nicht?” Moriah schaut verdutzt in die Gesichter ihrer Gefährten. 
 +“Also, wie viele Werwölfe werden schon hier sein?”, führt Tungdil aus. “Sicher nicht viele, und selbst wenn es ein ganzes Banner sein sollte – die sind doch nicht stärker als ein Banner unserer Rondrageweihten.” Dajin pflichtet ihm zu und meint, dass Arngrimm ohne die Krone nichts machen kann. 
 +“Aber ich versteh’s immer noch nicht – warum sind die Wölfe nur eine Bedrohung, wenn Arngrimm …” 
 +In dem Moment reißt Jabal seine bernsteinfarbenen Augen auf und knurrt: “Er ist hier! Er hat die Krone der Werwölfe an sich gebracht und ist nun hier mit mir um Graufang zu kämpfen.” Er will die restlichen Splitter, die Jabals Dschadra zu dem machen, was sie ist. Was er ist. Damit ist klar, dass hier zwei Schlachten gefochten werden. 
 +“Dämonen, Untote und jetzt noch Werwölfe, die um die Macht kämpfen?” Dajins Stimme ist anzuhören, dass ihm das nicht gefällt. 
 +“Er wird nicht mit Untoten und Dämonen kommen”, meint Tungdil. “Dazu ist Arngrimm zu sehr Tobrier. Hier geht es um Stärke und Ehre. Er will Herzog werden und die Schlacht gegen seinen Vetter ohne so einen … Schnickschnack gewinnen, da bin ich so sicher, wie mein Name Tungdil groscho Gandrasch ist.” 
 +“Jabal, hat Graufang dir noch etwas mitgegeben?” 
 +“Nur, dass ich mich bei meinem Rudelführer melden soll. Dass ich dort Informationen bekomme, die wichtig sind.” 
 +Sie verabreden sich dazu, im Morgengrauen mit dem Kriegsrat fortzufahren und nachdem sie ihre Sachen wieder eingesammelt haben, treten sie erneut hinaus in die eisige Kälte. 
 +74.2 – Der schwarzrote Faden
 +Ein jeder geht danach eigene Wege. Dajin, der als erster durch die Tür tritt, verabschiedet sich kurz bei denen, die hinter ihm aus der ehemaligen Gaststätte treten, und bahnt sich den Weg zu Xindra. Sie sitzt im Schneidersitz, beleuchtet von Fackeln und Feuer, über ein paar Blutbeschmierten Knöchelchen und Steinchen, als der Magier zu ihr kommt. 
 +“Seid gegrüßt, Bruderschwester.”
 +“Dajin, was kann ich für dich tun?”
 +“Ich brauche deinen Rat,” setzt er an. “Die Wölfe, du hörst sie – sind sie eine Gefahr für uns?” 
 +“Momentan weiß ich nicht, ob sie Freund oder Feind sind”, sagt sie zögernd. “Eure Firunwgeweihte meint, dass Jarlak ihr im Traum erschienen sei.” Dajin nickt. Sie erzählt danach von den Wölfen von Nevelung und dass der junge Sadragon noch zu schwach sei, um sie auf unsere Seite zu ziehen. 
 +“Allerdings bin ich sehr gespannt, was Ewerlan ihm so beibringt.” 
 +“Du weißt, dass Arngrimm ein Werwolf ist?” Sie nickt. “Weißt du dann auch, ob er fähig ist, die Wölfe im Umland zu kontrollieren?” Abschätzend wiegt sie den Kopf von der einen auf die anderen Seite. 
 +“Antwort auf Arngrimm  – aber der junge Nevelung sollte davon wissen.” Dann schmunzelt sie kurz und fügt an: “Ewerlan ist genau der Richtige für dieses Thema. Er war früher Druide auf Wolfenstein.” Als er sich verabschieden fällt sein Blick auf die Steine auf dem Boden vor ihr. Sie sieht darin, dass die Schlacht etwa zwei Tage entfernt ist und dass sie blutig wird. Allerdings sieht sie gleich mehrere überraschende Wendungen ebenso, daher ist sie sich nicht sicher, was beides in Kombination zu bedeuten hat. Vielleicht habe es etwas mit den Orks im Ogerbusch zu tun.
 +“Es leben Orks im Ogerbusch?” Xindra nickt ernst. 
 +“Diese Orks sind beizeiten auf Wölfen geritten, bis sie sich entzweit haben. Ihr Anführer Karthialmak ist eigentlich ein vernünftiger Ork. Vielleicht solltet ihr versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.” Sie seufzt. “Ich selbst versuche es schon seit einer ganzen Weile, aber bisher bin ich gescheitert.” 
 +Sie verspricht, Dajin auf dem Laufenden zu halten und der Maraskaner kehrt zurück in die eisige Kälte. 
 +
 +Als Dajin sich von den anderen verabschiedet, beginnt Tungdil noch einmal die Verteidigungsanlagen abzulaufen. Hier und da überprüft er die Stabilität, gibt einigen der anwesenden Wächtern noch Befehle und überdenkt auch auf seinem Rundgang noch einmal die Strategie für den Kampf. Als er so halb in Gedanken versunken an der Palisade entlang schreitet, stockt er. Waren das Spuren im frischen Schnee? Größer als die eines Menschen, als die eines Zwerges gewiss. Er geht näher heran, beleuchtet die Szenerie. Orks am Lager. Irritiert zieht er die buschigen Augenbrauen zusammen und folgt weiter seinem Weg, nun mit einer weiteren, vermutlich problematischen Situation konfrontiert. 
 +
 +Jabals energische Schritte tragen ihn derweil zielgerichtet zur Unterkunft Ucurians. Er hatte Moriah noch ein paar Schritte begleitet, die sich noch zu Fenoscha und den Verlorenen ans Feuer begeben wollte für einen nächtlichen Umtrunk, doch die Stimme des Wolfes in seinem Kopf hat ihn nicht losgelassen. Seinen Rudelführer sollte er aufsuchen. 
 +Schon als er in das Zelt tritt, in dem Ucurian vor sich hin brütet, sieht er mit einem Blick auf der ausgebreiteten Karte, was er schon wusste: Wolfenstein ist gefallen. Der Leibmeister der Rondrakirche teilt dem Ritter der Göttin mit, dass die Truppen, die dort gewütet haben, nun gen Vallusa ziehen. Wolfenstein sei vor zehn Tagen etwa gefallen. 
 +
 +Währenddessen bemerkt Moriah, am Feuer der Verlorenen sitzend, dass der Bogen irgendwie … anders in seiner Halterung an ihrem Rucksack hängt. Das alleine hätte sie unter normalen Umständen nicht gewundert, wurden Gegenstände nun einmal bewegt. Doch zu lebhaft hatte sich Hiljas Gesicht in ihr Gedächtnis eingebrannt und das Erstaunen darüber, wie sie den Bogen entzwei schlagen wollte – und ihre Hand wie durch Luft glitt. Verwirrt schaut die Spielerin auf den Bogen und nimmt ihn in die Hand. Sie steht auf und hält den nächstbesten Vorbeilaufenden an.
 +“Du, die Frage wirkt vielleicht etwas seltsam, aber was halte ich hier in meiner Hand?” Der Soldat schaut Moriah etwas verwundert an, schaut hin und sagt: “Einen Bogen, Herrin.” Als Moriah zur Antwort erst schweigt und nun ihrerseits verwundert aussieht, fügt er: “Ein besonders schöner Bogen, wenn ich das so sagen darf” hinzu. Moriah nickt, bedankt sich und nimmt ihre Sachen. Sie verabschiedet sich und stapft durch den Schnee. Automatisch führen ihre Schritte sie vor das Zelt Ucurians. 
 +Während sie steht und wartet schaut sie sich den Bogen genauer an, sieht aber keinerlei Veränderungen am Holz selbst. Als die Zeltplane sich teilt und Jabal sich hindurch schiebt fällt sein Blick auf die wesentlich kleinere Gefährtin, auf deren Kopf sich mittlerweile ein kleiner Haufen Schnee angesammelt hat. Ebenso auf ihren Schultern, doch das Zittern durch die Kälte scheint sie nicht zu bemerken. Im Gegenteil, sie sieht fast wütend aus. 
 +“Schwester, was tust du hier?” 
 +“Das hier”, und sie hält sich nicht mit langen Erklärungen auf, sondern Jabal den Bogen hin. “... ist nicht der Bogen, mit dem ich Bernfrieds Halle betrat. Guck!” Wieder zitiert sie einen der noch aktiven Kämpfer heran und spielt das Spiel: Was hab ich hier in meiner Hand? erneut. Auch er antwortet irritiert mit: “Einen Bogen, Herrin. Allerdings aus einem sehr alten Holz …” Er beginnt ihr zu erklären, wie alt das Holz ist, ganz besonders, und verliert sich fast in den Details über die verschiedenen Maserungen und der Evolution dieser speziellen Baumart, als sie ihm freundlich das Wort abschneidet und auch den Pfeil zeigt. 
 +“Besteht er aus demselben Holz?” Darauf setzt er erneut an. Der Pfeil sei auch aus älterer Zeit, wahrscheinlich ähnlich datiert wie der Bogen und so würden Pfeile gar nicht mehr hergestellt – doch als er erkennt, wer Jabal und Moriah sind, schüttelt er die Hände, dankt und sagt, dass sie Hoffnung ins Lager tragen. Danach verfallen Jabal und Moriah in Spekulationen, was es zu bedeuten haben kann, dass Hilja, ihre Akoluthen und auch der Bote die Waffe des Jarlaks nicht sehen konnten. Es gibt zwei Optionen: Entweder, es hängt mit dem Ort zusammen – also mit dem Zelt der Firunsgeweihten – oder eben mit der Gesinnung der dort Anwesenden. Moriah traut sich kaum, so etwas auszusprechen, da es sich selbst für sie wie Ketzerei anfühlt. Als sie jedoch die Vermutung andeutet, dass aufgrund der Aufwiegelei Ucurian ebenfalls den Bogen nicht sehen könnte, wechselt Jabal so freundlich er kann das Thema. Statt dessen erinnert er sie daran, dass sie, solange sie hier im Krieg sind, an seinem allmorgendlichen Schwerttraining teilnehmen wollte. Etwas ertappt bleibt sie kurz stehen und jammert dann, willigt aber erneut ein. Durchgefroren ziehen sie sich in ihr Zelt zurück und verschwinden in die fell gefütterten Schlafsäcke. 
 +74.3 – Et tu
 +21. Efferd 1020 BF
 +
 +Moriah und Jabal haben schon ihr morgendliches Training beendet und Tungdil einmal mehr die Verteidigungsanlagen kontrolliert, als Jabal Dajin weckt zum gemeinsamen Frühstück. Dajin berichtet von seinem Gespräch mit Xindra und der Befürchtung, dass Ewerlan vielleicht ein Verräter sein könnte. Er will dem Verdacht auf jeden Fall nachgehen und die anderen stimmen ihm uneingeschränkt zu. Auch Moriah berichtet von ihren neuen Erkenntnissen, aber noch bevor sich die Gefährten Gedanken über die Konsequenzen daraus machen können, bricht Chaos im Lager aus. Von allen Seiten ertönen Hörner, die von einem Angriff künden.
 +“Sie kommen, sie kommen”, ertönen die Schreie.
 +Im Süden ist eine 250 Personen schwache Armee aufgetaucht und Bernfried, der anfänglich genauso irritiert ist wie die Gefährten, begann schon seine Armee zu organisieren. Dieser Trupp muss sehr todesmutig sein, denn ohne Unterstützung sollte es für Bernfried ein Leichtes sein, sie zu überrennen. Es ist Tungdil, dem zuerst auffällt, dass aber etwas merkwürdig an dieser Armee ist. Keine Fußtritte sind im Schnee zu sehen und ist da nicht auch ein kleines Flackern?Dajin kann Tungdils Befürchtung schnell bestätigen. Es ist nur eine Illusion und Bernfried ist drauf und dran zum Angriff zu rufen.
 +Sogleich rufen alle Gefährten, dass die Soldaten ihre Stellung halten sollen, Moriah noch verstärkt durch ihr Zeichen. Wütend schaut Bernfried in Tungdils Richtung, “Tungdil, was macht ihr da!”.
 +Die alte Firungeweihte sitzt auf einem Pferd direkt neben Bernfried, beugt sich zu ihm und flüstert ihm etwas ins Ohr, während sie ihren Bogen spannt.
 +Jabal, der die Situation derweil stumm beobachtet hat – der sein Verbot der Truppenführung sehr ernst nimmt – bemerkt derweil, wie der Bote den sie im Zelt der Firungewiehten gesehen haben, etwas weiter hinten an einem Tisch sitzt und im Gegensatz zu der Panik um ihn herum, ganz ruhig seine Armbrust lädt. Gerade als die Situation sich etwas zu beruhigen scheint, kommen Schreie aus dem Osten. Dort sind aus den Wäldern auf Wölfen reitende Orks hervorgekommen und stürmen auf das Lager zu.
 +Auch nördlich des Flusses nahen feindliche Truppen heran, nur von Arngrimms Banner ist nichts zu sehen. Er muss wohl auf dem Weg zu Jarlaks Grab sein.
 +Jabal würde am liebsten der Hälfte der Reiterei befehlen, zum Grab zu galoppieren, er ist sich aber nur zu bewusst, dass ihm genau das verboten wurde. Ohnmächtige Wut steigt in ihm auf. Als er dann Hillja dem Herzog einflüstern sieht, umringt von ihren Schergen, kann er sich nicht zurückhalten. Er ist noch nicht überzeugt genug, die Hochgeweihte offen anzugreifen. Aber er schreitet mit gezogenem Schwert und vor Zorn loderndem Blick auf den Boten zu, der die Armbrust lädt. Als dieser Jabal und seinen Gesichtsausdruck bemerkt, spannt er darauf hektisch seine Armbrust fertig und versucht, einen Schuss auf den Rondrageweihten abzugeben. Da Jabal noch etwa fünf Schritt von dem Ehrlosen trennen, schleudert der kurzerhand Graufang nach ihm. Amul Dschadra fliegt nicht nur wie ein Wurfspeer, er verfolgt den Armbrustschützen sogar, als dieser versucht, dem Wurfgeschoss auszuweichen und spießt ihn auf. 
 +Dajin ruft: “Wir müssen Bernfried schützen!”, läuft los und zaubert einen Fortifex zwischen Bernfried und die alte Firungeweihte. Tungdil will direkt zu Hilja rennen, aber einer der Akoluthen mit dem Eberfänger stellt sich ihm in den Weg. Wohl wissend, dass wenn er zuerst den Akoluthen angreift, Bernfried und die Soldaten ihn für einen Verräter halten würden, wartet Tungdil ab. Firun zeigt auch, dass dieser Akoluth nicht einer seinen ist, denn als dieser seinen großen Eberspeer zum Stoß erhebt, fliegt eine Schneeflocke in sein Auge und der Stoß geht weit an Tungdil vorbei, der die Situation nutzt und seinen Gegner mit einem heftigen Schlag tötet. Genauso ergeht es auch dem zweiten Akoluthen, der sich danach Tungdil in den Weg stellt. Moriah wirft noch im Laufen  einen Wurfstern auf Hiljas Hand, die den schon eingelegten Pfeil fallen lässt. Als der Pfeil auf den Boden fällt, entwickelt er ein Eigenleben und wie eine Schlange bewegt sie sich auf Bernfried zu.
 +Die Hexe schaut zu Moriah und ruft: “Was du wirklich brauchst ist ein Bolzen in deinen Kopf!“
 +Jabal schlägt mit seinem Khunchomer auf den Pfeil, richtet aber nichts aus, und Dajin, der eine Feuerlanze auf den Pfeil schießen will, ist zu spät. Plötzlich springt der Pfeil in die Luft und schießt auf Bernfried zu. Efferdane  wirft sich vor ihren Mann und stirbt durch den Pfeil.
 +
 +Moriah wirft noch einen Wurfstern auf die alte Firungeweihte und trifft sie im Gesicht. Da löst sich eine Illusion auf, die auf ihrem Gesicht lag, und Moriah erkennt die Rothaarige Hexe, die mit ihren dämonsichen Pfeilen schon so viel Schaden angerichtet hat.
 +Gleichzeitig beginnen mehrere Banner der eigenen Soldaten ihre Richtung zu ändern und stürmen auf Bernfrieds Position zu. Es sind die Banner der Barone aus den besetzten Gebieten. Die Hexe legt einen zweiten Pfeil in die Sehne und zielt erneut auf Bernfried. Tungdil wirft sich mit seinem besonderen Schild, welches Pfeile anzieht, dazwischen und der Pfeil bohrt sich in sein Schild und hört auch nicht auf. Mit dem Pfeil im Schild voraus springt Tungdil die Hexe an. Moriah und er hören eine dämonische Stimme “Dreizehn” in ihren Köpfen sagen und der Pfeil bleibt in der Hexe stecken.  
 +Dajin unterbricht den Sturmangriff der beiden Banner, indem er einen Feuerball auf die vordersten Angreifer war. Jabal hat sich Graufang zurückgeholt und stürmt an die Seite des Herzogs, während um sie herum Kämpfe ausbrechen.
 +Moriah schießt Jarlaks Pfeil in die Wolken, die platzen wie ein Federkissen und ein Schneesturm bricht los. Sie sehen, wie Jarlak auf einem Tisch in der Nähe erscheint und mit einem Pfeil zwei Wölfe erschießt, die mit ihren reitenden Orks sich schon auf Bernfried stürzen wollten.
 +In ihren Köpfen hören die Gefährten die Stimme des Alveraniars: “Behütet mein Grab - ich werde hier dem Heer helfen.”
  
 ====Ein neuer Herzog VI==== ====Ein neuer Herzog VI====
 +75.1 – Die wilde Jagd
 +Blut färbt den Schnee rot. Die Schreie und das Gebrüll von hunderten kämpfenden und sterbenden Soldaten dringt durch das Schlachtfeld. Doch der Fokus der Helden liegt wo anders. Sie alle sehen den Mann an, der mit seinem großen Bogen erschienen war. Moriah erkennt den Bogen sofort, als der Mann ihn spannt: Es ist der Bogen, den sie seit Tagen mit sich umher getragen hatte. Der Pfeil fliegt und durchbohrt zwei Orks und ihre Warge. Der Blick des Jägers fällt auf die Helden, als er ganz ruhig einen neuen Pfeil aus dem Köcher zieht.
 +“Behütet mein Grab, ich werde meinem Nachfahren helfen”, spricht Jarlak. 
 +Ein letzte Blick fällt von Moriah auf Bernfried, der am Boden kniet und seine Frau Efferdane in den Armen hält. Der Ruf von Jabal lenkt sie ab. “PFERDE! Wir brauchen Pferde!!!”
 +Schnell finden die Helden Pferde. Jabal führt ein Pferd zu Tungdil, der mit seiner schweren Rüstung behände auf einen Tisch und dann auf das Pferd springt, bevor alle ihren Reittieren die Sporen geben und hinter den eigenen Linien gen Norden preschen. Die Schlacht verläuft schlecht, doch hat sich das Zentrum durch Jarlak bereits stabilisiert und das Momentum scheint sich langsam zu drehen.
 +Als die Helden das Schlachtfeld verlassen, hören sie hinter sich Geheule. Ein Blick über die Schultern zeigt, dass mehrere Orks auf Wölfen die Verfolgung aufgenommen haben. Die Orks spannen ihre Bögen und schießen die erste Salve ab. Auch wenn keiner der Helden getroffen wird, so streift ein Pfeil doch Moriahs Pferd. Nur mit Mühe hält Moriah das Pferd auf Kurs, doch verliert deutlich an Boden zu den Orks. 
 +Diese spotten laut: “Ja… gebt uns das Weibchen… da ist das Fleisch so schön zart!” Angespornt von dieser Aussicht schießen die Orks eine zweite Salve ab, dieses Mal findet ein Pfeil sein Ziel und trifft Dajin schmerzhaft in den Rücken. Dajin beißt die Zähne zusammen, verliert aber durch die Schmerzen kurz die Kontrolle über sein Pferd und findet sich bei Moriah wieder. Moriah, die ein leichtes Ziel für die Orks ist, spürt den brennenden Schmerz, als sich ein schmutziger Pfeil in ihre Wade bohrt. Sie unterdrückt einen Schrei und greift sich an den Gürtel. Ein feiner Schimmer zieht sich über ihre Haut, als das Artefakt seine magische Wirkung entfaltet und sie mit einem Armatrutz schützt. 
 +Das macht sich auch direkt bezahlt, als ein weitere Pfeil sie trifft und einfach abprallt. 
 +Dajin dreht sich auf seinem Pferd um und schaut zu den Orks. Seine Augen fokussieren einen der Orks, der gerade einen Pfeil auf ihn anlegt, er hebt die rechte Hand, deutet mit Mittel und Zeigefinger auf den Ork und ruft laut: “Blitz dich find!”
 +Der Ork grunzt laut und greift mit seiner Hand sich an die Augen, als der Zauber sein Werk verrichtet und den Ork das Augenlicht nimmt. Ohne seine Sicht verliert er die Kontrolle über seinen Wolf und fällt in einer großen Schneewolke, aus vollem Gallop zu Boden. 
 +Vorne hören Jabal und Tungdil schon die Geräusche vom Schlachtfeld am Grab, doch anstatt des vertrauten Klirren von Klingen hören sie stumpfe Schläge. 
 +Hinten richtet sich Dajin’s Blick auf einen weiteren Ork und erneut hebt er seine Hand: “Blitz dich find!”. Auch der zweite Ork fällt vom Wolf. Als sich die Gruppe dem Schlachtfeld nähert lassen sich die zwei übrigen Verfolger zurück fallen. Die Helden sind am Grab angekommen.
 +75.2 – So kämpfen die Zeichen wohl
 +Sie brauchen einige Augenblicke, um das Chaos vor dem Grabeszugang aufzunehmen. Sie sehen Fenoscha umringt von ihren Verlorenen, doch ihre Bewegungen wirken als seien sie unter Wasser gefangen. Ihre Arme, Beine, alles was gerüstet ist, wird unweigerlich zu Boden gezogen. Nur ihre Freundin, die Zwergin, schafft es, sich zu wappnen. Mit grimmigem Gesichtsausdruck stellt sie die stämmigen Beine breit auf und starrt dem Gegner entgegen. 
 +Die Feinde währenddessen sind leicht bekleidet und kämpfen mit Holzwaffen. Dadurch sind sie von der Anziehung unter den Kämpfenden keinesfalls beeinflusst und rasend prügeln sie auf Bernfrieds Kämpfer ein. So haben sie natürlich leichtes Spiel. Aber der Atem stockt den Helden, als sie drei geradezu gigantische Wesen inmitten der Schlacht sehen, die mit ihren Klauen und Mäulern rechts und links ein Gemetzel anrichten. Werwölfe, größer als ihr Rondrageweihter, machen die Truppen dem Erdboden gleich und der größte von ihnen fixiert Fenoscha mit seinem Blick. 
 +“Nicht Arngrimm!”, brüllen Dajin und Tungdil wie aus einem Mund, als sie Jabals und Moriahs Blicke sehen. Ein Hagel Pfeile fliegt aus Richtung des Grabes dem Feind entgegen und fällt in der unsichtbaren Zone einfach zu Boden, wobei die Pfeile in dem ein oder anderen Körperteil steckenbleiben. Sie alle sehen eine blutige Schneise, die sich ihren Weg über das Schlachtfeld bis zum Grab bahnt, gesäumt von Toten und Sterbenden – dieser Angriff war nur dazu da, dass Arngrimm seinen Weg in das Grab Jarlaks findet. 
 +“ARNGRIMM IST NICHT DABEI!”, brüllt Dajin noch einmal. “ER IST AUF DEM WEG ZUM GRAB!” Und leiser fügt er hinzu: “Vermutlich.” 
 +Jabal währenddessen bemerkt mit seinem scharfen Blick den nackten Druiden auf einem der Hügel südlich des Grabes. Schnell begreift er, dass die Zone nicht unendlich sein kann und nachdem er die Aufmerksamkeit seiner Gefährten auf die Zauberei aufmerksam gemacht hat, befiehlt er noch einigen Reitern ihrer Truppen, sich ein paar Schritt zurückzuziehen. Als die anderen ihren Blick auf den Zaubernden richten, der nackt, beschmiert mit Blut, die Rippen hervorstechend und die Arme weit von sich gestreckt im Schneetreiben einen mächtigen Zauber zu wirken scheint, erkennen sie alle Ewerlan. 
 +“Der Verräter.” Dajins Grollen klingt finster, gar nichts mehr an seiner Stimme erinnert an seinen sonst so fröhlichen Charakter. 
 +“HALTET EIN!” Moriah hat ihr Pferd gen Ewerlan gewendet und ruft ihm zu: “IHR WISST, DASS IHR AUF DER FALSCHEN SEITE KÄMPFT!” Für alle sichtbar löst sich das Bild der Elster aus Moriahs Schulter und mit starken Flügelschlägen überholt sie Dajin und Tungdil, die sich schon kampfbereit auf den Weg gemacht haben, den Druiden zu erschlagen. 
 +“Dajin, wie nah musst du ran?”, fragt Tungdil seinen Freund gerade, als das Rauschen der Schwingen ihm Einhalt gebietet. Kurz abgelenkt schlägt er einen der Feinde zurück, die in der Flanke zwischen ihnen und Ewerlan kampfbereit warten. 
 +
 +Jabal schickt die Handvoll Reiter in die Richtung seiner Gefährten – entgegengesetzt zum Grab im Norden – und gibt seinem Pferd die Sporen. Er will Arngrimm hinterher. Auf dem Weg zum Grab hört er das Brüllen der Werwölfe, die ihn herausfordern – je ein Werwolf des Südens, des Ostens und des Westens. Drei Anführer. Jeder von ihnen will die Krone und die Splitter aus Jabals heiliger Dschadra, doch noch ist die sture Zwergin ihr primäres Ziel. Brüllen hebt sie ihre Axt und ist zu allem bereit. Da stellt sich Jabal in seinen Steigbügeln auf und brüllt: “IHR RÄUDIGEN HUNDE! WEITGEREISTE WELPEN DIE IHR SEID, WENN IHR EINEN WAHREN KAMPF NICHT SCHEUT, KOMMT HIERHER! EUER MEISTER WARTET!” Fast unmittelbar verändern die Werwölfe ihren Weg und stürmen nun auf Jabal zu, der kurz überlegt, ob er schnell genug ist, vor ihnen im Grab zu sein. Doch Graufang knurrt in ihm: “Du hast sie jetzt gefordert. Es geht nun um deinen Leib mein Freund. Du bist so viel mächtiger als sie, wenn du möchtest.” Jabal atmet einmal ruhig, murmelt ein: “Die Göttin will es.”
 +
 +Auf der anderen Seite des Feldes erreicht das Zeichen den Druiden. Unmittelbar flattert sie um seinen Kopf herum, wispert ihm permanent in die Ohren. Seine Arme sacken langsam herunter, werden schwerer und nicht ganz überzeugend versucht er, den Vogel fortzuscheuchen. Doch er hat keine Chance. Dann zuckt er resignierend mit den Schultern, blickt Moriah an und die Elster kommt wie ein Pfeil zu ihr zurück. Sie soll allein zu ihm kommen. Unmittelbar gibt sie ihrem Pferd die Sporen und galloppiert an Dajin und Tungdil vorbei, mitten in die Feinde hinein. Sie ruft ihnen zu: “ICH REDE ALLEIN MIT IHM! UND BLEIBT WEG!” 
 +“WAS?! MIT DEM VERRÄTER?”, brüllt Dajin wutentbrannt hinterher, doch sie scheint ihn nicht zu hören. Oder will ihn nicht hören. Tungdil zuckt derweil resigniert mit den Schultern und wendet sich ab. Er fordert den Magier auf, ihm zum Grab zu folgen. Im Abwenden sieht er, wie sich eine Rüstung aus goldenem Licht um seine Gefährtin bildet und die Angreifer, die auf sie zustürmen, sich wie von Zauberhand verlangsamen und einfach das Interesse am Angriff zu verlieren scheinen. Kurz schüttelt der Zwerg ungläubig den Kopf, bevor er sich doch mit Dajin auf den Weg in die entgegengesetzte Richtung macht. Auf Höhe der Reiterei, die Jabal ihnen hinterher geschickt hat, schickt er sie weiter – zum Schutz der Spielerin hinterher. 
 +
 +“Was willst du, Jabal?” Graufangs Stimme lockt den Geist seines Trägers und Jabal spürt tief in seinem Inneren nicht nur Neugier, sondern das Bedürfnis, diese riesigen Bestien in ihre Schranken zu weisen. 
 +“Ich will siegen.” – “Dann heule.” Der Rondrageweihte holt tief Luft, wirft seinen Kopf in den Nacken und heult. Er heult zum ersten Mal wie der Wolf, der er ist. Er merkt, wie ihm Fell wächst, wie sich sein Körper verändert, seine Rüstung sich nicht mehr an seinem Körper halten kann. Er wird doppelt so groß, doppelt so breit und als er das klägliche Wiehern sowie die brechenden Knochen seines Pferdes unter sich hört, bemerkt er: Auch doppelt so schwer. Mit dem letzten Funken menschlichen Mitgefühls erlöst er das Tier von seinen Qualen. Als er sich umwendet, ist die Welt seltsam langsam. Ruhig. Voller Gerüche und neuer Kontraste. Eher neugierig schaut er auf den Rondrakamm in seiner Hand. Klein wie ein Zahnstocher liegt die geschwärzte Waffe der Rondra in seiner Pranke und etwas irritiert fragt er sich, was das ist. Achtlos lässt er sein Weiheschwert fallen. Er hat Wichtigeres zu tun und mit einem Mal wird ihm bewusst, dass das Tal in dem sie Kämpfen, einer der Fußabdrücke Liskas ist und dass die Höhle, in der Jarlaks Grab liegt, von einer Klaue der Himmelswölfin geschaffen wurde. 
 +Tungdil und Dajin, die Jabals Verwandlung von weitem bemerkt und abgewartet haben, brauchen einen halben Augenblick, um ihre Münder wieder zu schließen. Die drei Werwölfe auf dem Schlachtfeld wenden sich dem schwarzen Giganten zu, der einmal Jabal war, und bewegen sich geschmeidig, langsam auf ihn zu. 
 +“So kämpfen die Zeichen wohl”, murmelt Tungdil leise, und etwas lauter: “Lass uns zu Arngrimm gehen.” Als sie an der Stelle vorbeikommen, an der Jabal sich vor wenigen Minuten verwandelt hat, fällt sein Blick auf die Rüstung und Amul Dschadra, die nun nur noch ein gewöhnlicher Rondrakamm ist. Er seufzt. 
 +“Und die muss ich auch noch reparieren.” 
 +75.3 – Charisma, Mut, Intuition: Die Prüfungen
 +Die Hufe des Reittiers schlagen hart auf den Boden, als Moriah es zu stehen bewegt. Sie merkt, je näher sie dem Druiden kommt, dass Ewerlan ihr keinesfalls freundlich gesonnen ist – geschweige denn ihrer Meinung. Nicht nur, dass seine ganze Körpersprache ihr gegenüber ablehnend gegenübersteht – die Elster, die sich mittlerweile auf seiner Schulter niedergelassen hat und in sein Ohr wispert, hat ein empathisches Band gespannt. Doch er ist bereit zu verhandeln. 
 +“Elfenzeichen.” Seine Stimme klingt brüsk, rüde. “Was willst du?” Vom Rücken des Pferdes schaut sie auf ihn herab. Im Hintergrund beginnen die Verlorenen Seite an Seite mit Bernfrieds Truppen die ungerüsteten Tobrier mit den Holzwaffen zurückzuschlagen.
 +“Du kämpfst auf der falschen Seite, Ewerlan.” 
 +“Das sehe ich nicht so.” 
 +“Natürlich nicht. Es ändert nichts an der Tatsache.” Er beruft sich auf Arngrimm, dass er die bessere Wahl für Tobrien sei und fragt Moriah, warum sie dem verweichlichten Bernfried folgt, der seines Titels nicht würdig sei. Sie versucht seinen Blick auf das Große Ganze zu lenken – darauf, dass Arngrimm sich für Borbarad entschieden zu haben scheint. In dem Rahmen kommt immer wieder die Frage auf, ob Arngrimm Borbarad wirklich folgt oder nicht. 
 +“Aber das ist eigentlich gar nicht die Frage”, sagt das zweite Zeichen entschieden. “Tobrien wird entzweit in einer Zeit, in der es zusammenstehen sollte.” Als sie merkt, dass Ewerlan wieder defensiver wird und seine Mauern nach oben gehen, beschließt sie abzusteigen und mit ihm auf Augenhöhe zu verhandeln. Als ihre Füße den Boden berühren, bemerkt Moriah erst, dass die Kämpfer um sie herum sich wie in Zeitlupe bewegen. Erstaunt lässt sie den Blick schweifen und sieht, dass sich Jabal und die Werwölfe genau so schnell bewegen wie sie selbst und Ewerlan – und auch Dajin und Tungdil, die hinter dem makabren Tanz der Klingen schnellstmöglich auf den Eingang des Grabes zueilen. Sie nickt einmal, streicht über ihr Kettenhemd und wendet sich dem Druiden zu. Sie hat ein oder zwei Sätze Ewerlans darüber, dass Tobrien nicht hinter einem schwachen Herrscher stehen bleibt, überhört und wurdert sich, warum er gar nicht die Bedrohung sieht, die vom schwarzen Mann ausgeht. Als sie sich schon fast zu ihm umgewandt hat bleibt ihr Blick noch einmal am wölfischen Rondrageweihten hängen, als sie die Stimme des Druiden sagen hört: “Bernfried ist ein verweichlichter Welpe, Arngrimm ist ein Bulle!”
 +Moriah deutet daraufhin auf Jabal, der sich gerade in einen Werwolf verwandelt und sagt: “Arngrimm wird heute gegen ihn kämpfen. Arngrimm wird hier heute eine ganz andere Schlacht schlagen als die um die Herrschaft Tobriens." In dem Moment brüllen die Werwölfe sich an und der Erste wirft sich auf Jabal. 
 +
 +Dunkel liegt der Eingang zu Jarlaks Grab vor ihnen. Die Statuen scheinen sie zu beobachten. Zu ihren Füßen führt die blutige Spur direkt hinein ins Dunkel. Das Klacken von Dajins Stab geht im Kampfeslärm hinter ihnen unter, und doch wirkt das Tropfen des geschmolzenen Schnees in den bizarren Schatten, die nun durch die Fackel über die Wände tanzen, unnatürlich laut. Langsam folgen sie dem Gang. Rechts und links von ihnen sehen sie immer wieder dunkle Schlunde, die tiefer in das Grab führen. Sie ahnen, dass dies perfekte Orte für Hinterhalte sein können. 
 +“KOMM HERAUS! HIER SPRICHT DEIN AHNE!” Die Stimme hallt überraschend klar durch den Gang, irgendwo von dort, wo sie Jarlaks Sarkophag wissen. Eine leisere Stimme, ächzend und knacken wie brechende Knochen, wispert: “Lasst mich nur. Ihr braucht mich, ich hole ihn für euch zurück.” 
 +“Nein, ich muss es selber machen, es geht hier um meinen Urahn …” Die Stimme Brandolfs, Arngrimms Sohn, mischt sich leise ein. Tungdil und Dajin hören nicht genau, was er sagt, aber er scheint seinem Vater zu widersprechen.
 +“Hör auf sie Vater”, sagt die jüngere Stimme. Die weiteren Worte werden abrupt von einem Klatschen abgeschnitten, das vielfach von den groben Wänden der Höhle wiedergegeben wird. Zusammen mit Arngrimm sind dort wohl die alte Nekromantin und Arngrimms Sohn, von dem selbst Raidri gesagt hat, dass dieser ihn in der Schwertkunst übertrumpfen wird. So leise wie möglich schleichen die beiden Freunde weiter auf das Grab zu.
 +An der ersten Kreuzung sehen sie, dass etwas gevierteilt worden ist. In alle Richtungen reichen das Blut und die Eingeweide der Person, die dort zerstückelt wurde. Als Dajin um die Ecke späht, sieht er ein Wesen, von dem Moriah ihm schon einmal erzählt hat. Umdoreel, Jagdmeister der Wilden Jagd, ein dreigehörnter Dämon sitzt dort und wartet auf neue Opfer. Er hat vier Arme, mit denen er einen Bogen, einen Jagdspeer und ein Jagdmesser führt.
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 +Jabal sieht sich derweil seinem ersten Opfer gegenüber. Er spürt, dass Rondra bei ihm ist, auch in seiner jetzigen Gestalt. Trotzdem gelingt es dem ersten Werwolf mit einem Prankenhieb, ihm eine Wunde zuzufügen, die nicht schnell heilt.
 +“Du bist zu alt und zu langsam”, spottet die Kreatur, aber Jabal antwortet nur: “Und du bist bald tot.” Wenige Augenblicke später beißt Jabal ihm die Kehle durch.
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 +Moriahs part
 +Ewerlan erwähnt, dass Azaril ihm Dinge versprochen hat
 +Moriah antwortet: Azaril hat eine gute Idee. Doch auch sie kämpft auf der falschen Seite. Und glaube mir, wenn ich die Chance habe, mit ihr zu sprechen, will ich auch sie wieder auf unsere Seite ziehen. Denn sie stand schon einmal auf unserer Seite und ich weiß nicht, was da schief gelaufen ist.” Ewerlan überlegt, das Argument ist wohl angekommen. 
 +Ewerlan hat ihm prophezeit und sachen versprochen. Und azaril will sicherlich nicht das, was Borbarad will.
 +Azaril hat für selbstbetimmung und gegen verbotenes wissen gesprochen und die unfähiogen weg.
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 +“Lass uns den Dämonen zu Arngrimm locken. Vielleicht können wir ihn noch einmal überzeugen, dass er auf der falschen Seite steht, denn Arngrimm ist eigentlich niemand, der sich auf solche Methoden einlässt, um seinen Anspruch zu verwirklichen.” schlägt Tungdil vor. “In Ordnung, ich vertraue dir.” antwortet Dajin nur und spricht einen Gardianum.
 +Er macht einen Sprung in den Gang hinein und greift nach den Haaren der toten Firungeweihten und rennt wieder heraus, Richtung Arngrimm, gefolgt von Tungdil. Als er dabei noch einmal den Dämon mit seinem Rubinauge ansieht, spricht das Auge zu ihm, “wenn du mich explodieren lässt, kann ich dir Kraft zurückgeben!”
 +Die Zeichen spielen bei dieser Schlacht zum ersten Mal ihre komplette Matcht aus.
 +Der erste Pfeil des Dämons, als Dajin in das Loch sprang geht furchtbar daneben, und so folgt der Dämon mit einem Wutschrei auf den Lippen den beiden.
 +Der Jagdmeister schießt bei der Verfolgung noch mehrere male auf die beidedn, bis das magische Schild platzt, und Tungdil den letzten Pfeil mit seinem eigenen Schild abwehrt.
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 +Jabal sieht sich dem zweiten Werwolf gegenüber. einem breiten, dicken, aber auch starken Werwolf aus dem Norden.
 +“Danke, dass du einen schon aus dem Weg geräumt hast, das macht es mir leichter. Ich habe schon mehr Menschen deiner Hautfarbe aus den Fängen der Al’Anfaner befreit als ihr je gesehen habt.” Jabal hält sich ebensowenig zurück: “Das muss lange her gewesen sein, bevor du dir diesen Wanst angefressen hast.” 
 +Beide sind mehr damit beschäftigt sich gegenseitig zu beleidigen, als zu kämpfen, aber es dauert nicht lange bis Jabal auch ihn mit einem mächtigen Hieb zu Boden schickt.
 +Als der dicke Werwolf röchelnd auf dem Boden liegt und Jabals Fuß über seinem Gesicht schwebt, sagt er: “Ich lass dich leben, Wolf des Westens. Und du versprichst, dass du etwas gegen diesen Wanst tust.” 
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 +Moriahs part
 +Moriah überzeugt Ewerlan derweil, dass Azaril fehlgeleitet ist, weil sie meint, Borbarad - einen Halbgott - als Werkzeug nutzen zu können. Da bricht Ewerlan zusammen unter der Erkenntnis. Sie kniet sich vor ihn und verspricht ihm, ihn zu schützen, wenn er uns und unserer Sache die Treue schwört. Sie geben sich die Hand darauf und die Zeit läuft wieder normal. 
 +Merven fragt, schwörst du, dass auf deiner seite nicht die dummen leute herrschen?
 +Moriah sagt, Azaril versucht Borbarad ausnutzen
 +Merven fällt auf die knie, sie versucht einen Halbgott als Werkzeug zu nutzen?
 +Sie legt ihm die Hände auf die schulter. Für dich ist es noch nicht zu spät. Und wenn wir die chance bekommen werden wir auch azaril zurückholen. Aber tu jetzt das richtige und sage dich ihnen los.
 +Feigheit in seinen augen
 +„sie werden mich umbringen. „du schützt mich?“ kein wir,  DU schützt mich.
 +Wenn du uns treue schwörst, schütze ich dich.
 +moriah gibt da die Hand drauf.
 +Als sie die hände schließen läufrt die welt wieder normal für sie
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 +Tungdil und Dajin stürmen auf der Flucht vor dem Dämonen in die Grabkammer Jarlaks. Arngrimm kniet vor dem Grab, mit seinem Sohn und der Nekromantin Mirona ya Menario.
 +Arngrimm dreht sich zu ihnen und sagt: “Euch kenn ich. Verdammt.” 
 +Tungdil hält die Hand mit Hiljas Haaren Arngrimm entgegen und ruft, “Jarlak wird niemals auftauchen für jemanden der Firungeweihte opfert um Dämonen zu beschwören.”
 +Arngrimms Sohn zieht seine zwei Schwerter die sogleich in Flammen aufgehen und auch Mirona, deren Kiefer mittlerweile komplett skelettiert ist, wendet sich Dajin zu. “Du hast mich lang genug gestört. Ich werde dir den Kuss des Thargunitoths abgeben.”, und geht auf Dajin zu.
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 +“Sohn, was soll das. Was machst du da?” ruft Arngrimm, der noch immer von zahlreichen Gaben umgeben, vor dem Grab kniet, verwirrt von Tungdils Worten und verzweifelt, da Jarlak nicht auftaucht.
 +Tungdil springt auf Arngrimms Sohn zu und ruft dabei Arngrimm zu, “Ich lasse deinen Sohn leben, wenn du die Nekromantin tötest und dich ergibst!”. Arngrimms Sohn lächelt höhnisch bei diesen Worten, doch das vergeht schnell, als ihm Tungdil schnell eine Wunde zufügt und ein rasanter Kampf beginnt. Arngrimm fragt, ob Tungdil darauf schwört, worauf Tungdil sagt, dass er  sein Wort bricht.
 + Als Tungdil von den dämonischen Treffern abbekommt, ist es weniger eine fleichlische Wunde, als ein Teil seiner Essenz verschwindet.
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 +Der letzte Werwolf kommt vermutlich aus einer Gegend von hinter dem ehernen Schwert. Er ähnelt mehr einem Bären als einem Wolf. Weniger agil und klug, aber extrem stark.
 +“Du siehst aus, als könntest du mir ein paar gute Welpen werfen, knurrt der Bär. Als er sein Maul öffnet, kann Jabal drei Reihen wässrig gelber Zähne sehen. Jabal merkt, dass dieser Werwolf böse ist.
 +Graufang spricht zu Jabal, “Es war ein Fehler, den anderen am Leben zu lassen, und es wäre ein noch größerer, es mit dem hier zu tun.”
 +Jabal und der Bärenwolf gehen brüllend aufeinander los. Der Bärwolf taucht unter dem Biss Jabals  durch und erwischt ihn mit seiner großen Tatze dafür schwer an der Schulter.
 +Beim nächsten Angriff wirft aber Jabal seinen Angreifer nieder nach einem Biss in die Kehle. Er blutet schwer und schaut zu Jabal hinauf. Ohne Rücksicht reißt  Jabal ihn in Stücke.
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 +75.4 – Im Grab mit Freunden
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 +Gefolgt von Ewerlan, rennt Moriah den heftigsten Gefechten ausweichend, Richtung Arngrimms Grab. Dabei kommen sie auch an Jabal vorbei, der still über seinen in Fetzen gerissenen Opfer steht.
 +In Jabal kämpft es, denn eine Stimme in seinem Kopf fragt, ob er nicht in dieser Gestalt bleiben will, so viel mächtiger als sonst. Erst als er Moriahs Stimme vernimmt, die ihm im Vorbeirennen zuruft, entscheidet er sich dagegen. Er bleibt aber noch bis zum Ende des Kampfes in dieser Gestalt.
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 +Arngrimm der sich mittlerweile komplett in einen Werwolf verwandelt hat, dreht sich zur Nekromantin um, bereit auf sie losstürmen. Dajin nutzt die Gelegenheit, um ein paar Schritt von der Nekromantin voranzukommen und versteinert gleichzeitig Arngrimms Sohn, der noch immer in einen schnellen Schlagabtausch mit Tungdil verwickelt ist.
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 +In dem Moment explodiert Dajins magisches Schild, da die Nekormantin noch einen Zauber sprechen konnte, bevor Arngrimm sie zu Boden warf, und Tungdil sieht, dass Dajin ungeschützt vor dem Tunneleingang steht, in dem noch immer der Jagdmeister  steht und einen weitere Pfeil abschießen will. Tungdil springt vor Dajin um ihn zu schützen und Dajin selber, nach dem Paralysis endgültig entkräftet, lässt sein Auge explodieren, beim Blick auf den Dämonen und dieser wird zurückgeworfen. Doch anders als sonst, bricht Dajin diesmal nicht ohnmächtig zusammen. Er fühlt, wie neue astrale Kraft durch ihn fließt.
 +Hinter den beiden versucht Arngrimm die Nekromantin zu töten. „Jetzt stirb endlich!“ , aber irgendwie fliegt sie weg. Arngrimm flucht fürchterlich.
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 +Der Jagdmeister erhebt sich wieder, „Ich hasse Zwerge, und dich esse ich zum Frühstück“
 +Tungdil pariert den Pfeil und einen Stoßspeer, den der Dämon wirft, und dann wirft er auch noch ein Jagdmesser, welches aber Tungdil verfehlt. Darauf geht dieser zum Gegenangriff über.
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 +Jabal hat derweil den Eingang zu Jarlaks Grab zuerst erreicht, aber er zittert, denn diese Form zu halten wird immer schwieriger.
 +Im ersten Seitengang sieht Moriah die Gestalt der alten Firungeweihten, gespickt mit schwarzen Pfeilen. Jabal hingegen zieht es direkt weiter ins Grab, er kann den Kampf riechen und wird davon angezogen.
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 +Arngrimm brüllt Dajin an: “LEBT MEIN SOHN?”, worauf dieser antwortet: “Dein Sohn lebt, solang du dich benimmst.” “Was?” “Solang du uns nicht in den Rücken fällst, kann ich ihn wieder entsteinern.”
 +Dajin wirft einen Ignifaxius über Tungdil hinweg, der weiterhin geschickt den Angriffen des Jagdmeister ausweicht oder pariert, und ihn auch schon einige Male zurück getroffen hat.
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 +Als Jabal beim Dämonen ankommt, gilt sein erster Blick Arngrimm, der noch immer in Wolfsgestalt hinter Dajin und Tungdil steht. Jabal brüllt ihm eine Herausforderung entgegen. Arngrimm heult zurück: ”Ich würde ja gern, aber mein Sohn.”, und er deutet an, sich Jabal zu unterwerfen.
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 +Der Dämon, nun von mehreren Seiten umzingelt, wird von den Gefährten nun nach und nach niedergemetzelt und zurück in die Niederhöllen geschickt.
 +In einer Schwefelwolke verschwindet der Dämon. Jabal spürt, dass er kaum noch Kraft besitzt. Wenn er nur einen kleinen Happen essen würde, wäre er wieder gestärkt, und Moriah sieht gerade so lecker aus…
 +Aber Jabal kann sich zusammenreißen und verwandelt sich zurück. Er ahnt, hätte er in der Werwolfsgestalt etwas gegessen, wäre er fast wieder komplett geheilt gewesen.
 +Auch Graufang hat sich wieder zurückverwandelt.
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 +Auch Arngrimm hat sicher wieder zurückverwandelt. Er fragt die Gefährten, warum sie denn nur für den Schwächling Bernfried kämpfen. Er, Arngrimm, kann die schwachen und nutzlosen Herrscher in Tobrien unterwerfen und dann die Truppen aufhalten, die Tobrien überfallen.
 +Dajin sagt ihm, dass das Einlassen mit Dämonenpaktierern der falsche Weg ist, und Arngrimm damit nur noch mehr Unheil anrichten wird als er beabsichtigt hat.
 +Arngrimm behauptet, dass er nicht wusste, dass hier Dämonen mit am Werk waren. Die Nekormantin hat ihm gesagt, dass Jarlak hier für ihn erscheinen würde, und dass sein Sohn solche Waffen trage, wusste er auch nicht.
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 +Aber für das Leben seines Sohn unterwirft sich Arngrimm vor Jabal und reicht ihm die Reste der Knochenkrone. Besorgt um Jabal, da dieser so geschwächt ist und ihm beim letzten mal alle Knochen gebrochen wurde als er neue Teile der Knochenkrone bekam, bietet Tungdil ihm an, die Krone erst einmal zu verwahren. Jabal stimmt zu und als Tungdil die Knochen nimmt, brechen und heilen seine Knochen fast eine Minute lang, und am Ende bleibt er mit einem gebrochenen Unterschenkel und Unterarm zurück, aber er spürt auch, dass seine Knochen stärker geworden sind.
 +
 +Arngrimm schaut ihn an und sagt: “Tungdil, du bist mächtig. Die meisten würden es nicht überleben, diese Krone zu halten.”
 +Danach schaut er Jabal an und fragt: “Was wünschst du von mir? Soll ich hier bleiben, an deiner Seite streiten oder willst du mich töten?”
  
 ====Ein neuer Herzog VII==== ====Ein neuer Herzog VII====
 +76.1 –
 +Die Gefährten stehen gemeinsam in Jarlaks Grab und diskutieren, was mit Arngrimm geschehen soll. Dieser steht ihnen gegenüber und wirft immer wieder besorgte Blicke zu seinem versteinerten Sohn.
 +“Ich habe mich euch unterworfen, um meinen Sohn zu retten, aber niemals werde ich mich diesem Schwächling Bernfried unterwerfen.”
 +
 +“Wie können wir uns sicher sein, dass du uns nicht nochmal verrätst?”, fragt Dajin. 
 +“Ich habe euch noch nie verraten.” Dajin verzieht etwas die Miene: “Nein, du wurdest aus der Perricumer Anstalt sicher gegen deinen Willen entführt.”
 +Moriah mischt sich ein: “Aber wie sehr fühlst du dich dem Dämonenmeister verbunden?
 +“Er ist ein sehr charismatischer Anführer und er muss keine Eide verlangen. Denn wenn man ihm nicht folgt, stirbt man. Vielleicht vertraut ihr mir, wenn ich euch ein Geheimnis verrate. Die Firungeweihte Hilja Sturmwehr ist nicht wer sie vorgibt zu sein.” 
 +“Das wissen wir schon. Die Hexe wurde enttarnt, und außerdem war es Hilja, die geopfert wurde, um den dämonischen Jagdmeister zu beschwören." Als Arngrimm das hört, wird er bleich. 
 +“Ich wusste das nicht. Das habe ich nicht gewollt.”
 +“Ich weiß, dass du ein Mann von Ehre bist und ich glaube dir, wenn du sagst, dass du deinen Titel nicht mit Dämonen erringen wolltest”, sagt Dajin.” … aber was ist mit deinem Sohn? Er scheint diese Skrupel nicht zu haben.” 
 +“Ich gebe ihn euch als Geisel, ich vertraue auf Tungdils Wort als Krieger. Bringt ihn in den Süden wo er schwitzt. Und wenn ihr ihm diese Dämonenliebe austreibt, umso besser. Nicht, dass wir uns missverstehen: Ich bereue nicht, dass ich versucht habe, meinen Thron zu erringen, aber nicht mit diesen Mitteln.”
 +“Wie ich das interpretiere, kommt der Machtwunsch aus euch selbst, mit einem gewissen Fairnessgedanken“, sagt Moriah.  “Dem ersten würde ich zustimmen, ich komme aus einer Familie die einstmals die  Kaiserwürde wird erringen können. Wann wissen die Götter, aber so ist es. Alles darum herum wird man sehen müssen. Fairness, es ist nicht das Wort, das Ich verwenden würde.”
 +Sie einigen sich darauf, dass Arngrimm für Moriah die Feste Burgheym führen und verteidigen wird. Mindestens für 2 Jahre, maximal für 5, oder bis Borbarad gefallen ist. Solange soll sein Sohn mit ins Tal als Geisel.
 +
 +Die Schlacht geht derweil dem Ende zu und hat sich zu unseren Gunsten gedreht.
 +Auch zurück in Viereichen fliehen gerade die letzten Orks, von Schneewölfen gejagt.
 +Bernfrieds Stimme erhebt sich über alle anderen und verkündet den Sieg.
 +
 +Schon am nächsten Tag findet bei Jarlaks Grab die Herzogenweihe Bernfrieds statt
 +
 +Nach ? Tagen/Wochen erreicht Reichsbehüter Brin mit seinem Gefolge und  seiner 3000 starken Truppe in Viereichen an.
 +Schnell werden die Gefährten in das Zelt des Reichsbehüters zu einer Audienz geladen.
 +Dort befindet sich nicht nur Brin, auch seine Frau Emer, Ayla Schattengrund, Walpurga von Weiden und einige seiner engsten Ratgeber und Adlige aus dem Mittelreich sind anwesend. Nur Raidri ist nicht da, mit dem viele gerechnet haben. Es geht das Gerücht herum, dass er verschollen ist.
 +Brin grüßt sowohl Tungdil und Dajin als “Eure Hoheit” und bedankt sich für die Leistungen zur Verteidigung Tobriens, denn von den Errungenschaften der sogenannten Gezeichneten, hat auch er schon gehört, und er möchte sich mit ihnen austauschen über den Krieg.
 +Zu gerne hätte das Erscheinen des Alveraniers Jarlak selber miterlebt. Mit seinen 3000 Soldaten und den 800 von Bernfried können sie versuchen, den Feind zurückzutreiben und ein Lager vor dem Beginn des Winters zu errichten.
 +
 +Die Gefährten erzählen von ihren erlebten und warnen, dass Borbarad nicht nur mit Schwertern und Pfeilen besiegt werden kann. Ohne gewaltige magische Unterstützung und göttliche Unterstützung wird auch Brin keinen Erfolg haben. Zudem ist er dafür verantwortlich, dass gleichzeitig überall in Aventurien Schindluder betrieben werden.
 +Alle nicken bedächtig, nur Leomar Almaderich Sigiswild vom Berg verkündet lauthals, dass es mit so vielen Truppen und den geschultesten Leuten hier kein Problem sein wird, Borbarad zu vertreiben. Leomer ist der Nachfolger Helme Haffax und Held vieler Schlachten, aber hier weist ihn Brin zurecht, worauf dieser den Gefährten zornige Blicke zuwirft.
 +Moriah wirft ein, dass sie wenigsten ihre Waffen weihen lassen sollen und Ayla deutet darauf an, dass sie noch etwas viel Größeres geplant haben als nur die Waffen zu weihen.
 +“Wer wäre ich, wenn ich nicht auf euch hören würde, die sich so einen mystischen Ruf aufgebaut haben.” sagt Brin und beendet das Treffen vorerst.
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 +Als Dajin kurz ausgetreten ist, verkündet er auch, dass es wenigstens aus Maraskan gute Nachricht gebe, denn Helme Haffax hat das uneinnehmbare Boran eingenommen.
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 +Es bilden sich viele kleine Grüppchen die sich unterhalten, und es wird Wein und Bier verteilt.
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 +Walpurga bedankt sich bei Dajin dafür, dass er ihre Würde mit bewahrt hat und bietet ihm ihre Freundschaft an.
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 +Emer geht auf Moriah zu, was ungewöhnlich ist, denn normalerweise lässt eine Königin andere zu sich kommen. “Ich habe eine Bitte an euch, die mein Mann ebenfalls stellen könnte, aber er dachte von Frau zu Frau ist es vielleicht leichter. Ich habe Gerüchte gehört, viele Barden erzählen es, dass ihr Möglicherweise in die Fußstapfen des großen Mareks getreten seid. Dass ihr Frieden stiften könnt. Marek Heidehöfer hatte den Ruf, selbst die größten Streithähne zu verbünden.”
 +Sie erzählt davon, dass Geheime Beziehungen mit Vinsalt gestartet wurde, und es soll zeitnah ein hochrangiges Gespräch geben zwischen den Abgesandten des Königshauses von Vinsalt und dem Kaisertum. Der Bruder des Kaisers, Storke von Gareth, wird als Diplomat die Gespräche führen.
 +Es gab in letzter Zeit viel zu oft Krieg und Moriahs Anwesenheit soll dabei helfen, dass in Oberfels ein Frieden zu Stande kommt.
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 +Amando Laconda da Vanya tritt an Dajin heran. Er hat gehört, dass Dajin dabei hilft ein Allaventurischer Konvent der Magie einzuberufen. Amando bittet, dass er eine Einladung bekommt um ein Grundsatzreferat zu halten.
 +Dajin ist erst zögerlich, denn es wurden auch magiefähige Nicht-Gildenmagier eingeladen, von denen so einige nicht gut auf Vertreter der Praioskirche zu sprechen sind.
 +Er verspricht trotzdem, sich zu bemühen, denn da Vanya ist keiner der radikalen Praioten und hat sich als vernünftiger Verbündeter bewährt.
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 +Kurz darauf geht Moriah auf da Vanya zu. Er soll ihr Dokumente ausstellen, die bei ihrem Auftrag helfen werden. Dazu muss sie in drei Wochen in Gareth sein.
 +Außerdem spricht sie das Thema des Kopfgeldes auf Lutisana an. Er ist kurz überrascht und fragt, ob sie denn einen Krieg zwischen dem Tal und dem Mittelreich anfangen wolle. Da Vanya ruft Tungdil dazu und sagt ihm, dass sie einen Friedensvertrag aufsetzen sollten, in dem uch geklärt wird, dass Asyl für Borbaradiander kein Kriegsgrund zwischen dem Kaiserreich und dem Tal ist.
 +Am Ende des Abends gibt es die Bulle von Viereichen in doppelter Abschrift und unterschrieben zum Frieden zwischen dem Kaiserreich und dem Tal.
 +Am nächsten Morgen bricht Tungdil mit dem Adler und Arngrimms Sohn zurück zum Tal auf.
 +Moriah begleitet Dajin, der auf Alrech zu Nachtschattens Turm fliegt. Von dort reitet sie nach Gareth.
 +Dajin verbringt eine Woche dort, um nach Nachtschattens Amulett zu suchen. Dieses findet er nicht, aber er findet heraus, dass Firlionel Nachtschatten bis 1012 BF in dem Turm gelebt hat. Er ist momentan unter dem Namen Tandareel Tageslicht bekannt. Dajin hat sogar schon einmal eine Vorlesung von ihm in Warunk besucht, wo dieser gegen die zwölfgöttlichen Lehren gewettert hat. Momentan ist er im Elfenbeinturm zu Kuslik, um sich auf die Basilisprüfung vorzubereiten.
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 ====Ein neuer Herzog VIII==== ====Ein neuer Herzog VIII====
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  • Zuletzt geändert: 2023/04/22 17:03
  • von nassirius